Gesetzlich Versicherte bekommen in Hamburgs Asklepios-Krankenhäusern nur noch Margarine aufs Brot.
Gesetzlich Versicherte bekommen in Hamburgs Asklepios-Krankenhäusern nur noch Margarine aufs Brot. Franziska Gabbert/dpa

Krankenhauskost ist kein Fünf-Sterne-Menü, und zu Hause schmeckt’s sowieso am besten: Wer ins Krankenhaus kommt, stuft seine Erwartungen ans Essen am besten gleich etwas zurück, um nicht enttäuscht zu werden. Jetzt wird das Geschmackserlebnis noch weiter getrübt, zumindest für butterliebende Patientinnen und Patienten der Hamburger Asklepios-Kliniken: Wer gesetzlich versichert ist, kriegt dort neuerdings nur noch Margarine serviert, während Privatpatienten weiterhin Joghurt-Butter aufs Brot bekommen. Der Klinik-Konzern spart so nach eigenen Angaben an seinen Hamburger Standorten 330.000 Euro pro Jahr. Das sei nötig, weil sich der Einkaufspreis für die Joghurt-Butter mehr als verdoppelt habe, sagt Asklepios-Sprecher Mathias Eberenz.

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„Natürlich ist Butter ein sehr emotionales Thema gerade für ältere Menschen“, sagt Eberenz. Nach dem Zweiten Weltkrieg war Butter auf dem Brot Ausdruck des Wohlstands. Vor dem Hintergrund gestiegener Einkaufs-, Logistik- und Personalkosten in der für die Versorgung mit Speisen zuständigen Tochtergesellschaft seien jedoch Einsparungen nötig, betont der Asklepios-Sprecher. Kliniken könnten Mehrausgaben nicht wie Einzelhändler an ihre Kunden weiterreichen, daher habe Asklepios von Butter auf Margarine umgestellt.

Butter ist Ausdruck des Wohlstands

Der Hamburger Ernährungsmediziner Matthias Riedl, bekannt aus der NDR-Fernsehsendung „Die Ernährungs-Docs“, sieht keinen medizinischen Nachteil darin, dass die Asklepios-Kliniken in der Hansestadt jetzt Margarine statt Butter servieren. Riedls Ansicht nach sei das eher eine Geschmacks- als eine Gesundheitsfrage. Beide Produkte enthielten kalorienhaltige Fettprodukte und hätten ihre jeweiligen Vor- und Nachteile.

Das Asklepios-Klinikum in Harburg, ein 868-Betten-Krankenhaus im Süden Hamburgs.
Das Asklepios-Klinikum in Harburg, ein 868-Betten-Krankenhaus im Süden Hamburgs. imago images/Andre Lenthe

Einen generellen Tipp hat Riedl aber: Sowohl bei Butter als auch bei Margarine sollten Verbraucher, Köche und Co. auf Bio-Produkte setzen, da diese mehr Omega-3-Fettsäuren enthielten. Solche Fettsäuren stärken laut Riedl die Immunabwehr und bringen Entzündungsvorgänge zum Abklingen.

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Wer Nicht-Bio-Margarine verwendet, dem rät Riedl, zumindest auf die Zutatenliste zu achten, denn: „Es besteht die Neigung der Industrie, preiswerte Fette wie Palmöl oder Sonnenblumenöl zu verwenden.“ Auch Bindemittel und Aromen würden häufig in die Margarine gemischt. „Das ist alles andere als gesund“, sagt der Mediziner. Ein gesünderes Öl sei Kokosöl.

Insgesamt hält Riedl die Diskussion über das Für und Wider von Butter und Margarine eher für einen „Nebenschauplatz“. Viel wichtiger sei es, darauf zu achten, ob Patientinnen und Patienten mangelernährt sind oder nicht. Das sei bei bis zu 30 Prozent der Menschen, die ins Krankenhaus kommen, der Fall, insbesondere ältere Patientinnen und Patienten seien betroffen, sagt Riedl.

Dass die Hamburger Asklepios-Kliniken bislang Joghurt-Butter und keine klassische Butter servierten, hat laut Eberenz übrigens folgenden Grund: Joghurt-Butter sei streichfähiger als reine Butter, das sei speziell für ältere Menschen wichtig, sagt er. Und dass Privatversicherte weiterhin Joghurt-Butter erhalten, sei keinesfalls Ausdruck einer Zwei-Klassen-Gesellschaft – es basiere auf vertraglichen Regelungen.

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