Gab es in einem SOS-Kinderdorf „kindeswohlgefährdende Grenzüberschreitungen“? Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Eine Studie hat Übergriffe auf Kinder in bayerischen SOS-Kinderdörfern aufgearbeitet. Das Ergebnis: Zwei ehemalige Mitarbeiterinnen eines SOS-Kinderdorfes in Bayern sollen nach Angaben der Hilfsorganisation ihnen anvertrauten Kindern „Leid“ zugefügt haben. Ehemalige Bewohner beschuldigen die beiden Frauen demnach, von Anfang der 2000er-Jahre an bis etwa 2015 „kindeswohlgefährdende Grenzüberschreitungen“ begangen zu haben.

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Dabei soll es beispielsweise um gemeinsames Duschen gehen oder Hygienemaßnahmen, die die Schamgrenzen der Kinder verletzten. Das geht aus einem Bericht des Missbrauchsexperten Heiner Keupp hervor, den der SOS-Kinderdorfverein am Freitag auf seiner Homepage veröffentlichen wollte und dessen Ergebnisse der Deutschen Presse-Agentur vorab vorlagen. Keupp hat auch schon den Skandal um sexuellen Missbrauch im katholischen Kloster Ettal wissenschaftlich aufgearbeitet.

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SOS-Kinderdorf im Austausch mit den Betroffenen

Die Staatsanwaltschaft Augsburg hat inzwischen nach einer Strafanzeige Ermittlungen aufgenommen, wie ein Sprecher der Behörde der dpa in München sagte. Eine Sprecherin von SOS-Kinderdorf erklärte, die Organisation wisse von dieser Anzeige und sei im Austausch mit den Betroffenen, die sich zuvor an eine eigens bei den SOS-Kinderdörfern eingerichtete Anlaufstelle gewandt haben und dort beraten worden.