Der Umzug fand in der Gemeinde Prossen in der Sächsischen Schweiz statt (Archivbild von einem früheren Umzug).
Der Umzug fand in der Gemeinde Prossen in der Sächsischen Schweiz statt (Archivbild von einem früheren Umzug). Imago/Sylvio Dittrich

Skandal beim Fasching in Sachsen: Für einen Umzugswagen banden die Veranstalter einen Mann in einem Regenbogenkostüm an einen Marterpfahl. Die Figur, die wohl Homosexuelle und trans Personen darstellen soll, steht laut einem weiteren Schild für das „dekadente und kranke“ Deutschland. Der Umzug fand im Rahmen der sogenannten Schifferfastnacht in dem Örtchen Prossen an der Elbe in der Sächsischen Schweiz statt. 

Mann in Regenbogenkostüm bei Sachsen-Fasching an Marterpfahl gebunden

Der Marterpfahl mit dem Mann in Regenbogenkostüm war dabei auf einem Umzugswagen befestigt, der mit dem Titel „Asyl-Ranch“ überschrieben war. An der Seite des Wagens war ein weiteres Schild befestigt, auf dem zu lesen war: „Deutschland dekadent und krank – Winnetou sucht Asyl im Sachsenland“. Darauf standen mehrere Personen im Indianerkostüm. Zu sehen ist das ganze in diesem Video ab 9:10min.

An den Marterpfahl der vermeintlichen Indianer war der Mann in den Regenbogenkostüm gebunden. An die Pfähle wurden bei einigen Indianerstämmen die Feinde des Stammes gebunden. Sie wurden dort meist gefoltert und getötet.

Immer wieder geschmacklose Vorfälle bei sächsischen Fachingsumzugen

Der Skandal um den Faschingswagen ist ein neuer Tiefpunkt bei den sächsischen Faschingsumzügen. Im vergangenen Jahr machte ein Umzug in Bad Schandau Schlagzeilen. Ein entsetzter Tourist hatte berichtet, dass bei einer Fischer-Fastnacht in der beschaulichen Gemeinde, „reaktionäre, feindselige und verstörende“ Plakate gezeigt worden seien.

So habe es persönliche Angriffe gegen Außenministerin Annalena Baerbock und gegen trans Personen gegeben. Ein Mann sei sogar in einem Braunhemd mit roter Armbinde aufgetreten - ähnlich einer SA-Uniform der Nazis.

Daraufhin hörte sich der Mitteldeutsche Rundfunk (MDR) um und auch dort berichteten andere Besucher von einem Umzug im Jahr 2020, in dem sich auf übelste Art an der damals noch minderjährigen Greta Thunberg abgearbeitet worden sei. „Ein ‚Fuck-you-Greta‘-Wagen stellte eine Gaskammer nach. Oben war ein langer Schornstein angebracht, die Leute auf dem Wagen trugen Schutzanzüge und Gasmasken. An der Seite hingen Ballons mit Gesicht und Greta-Zöpfen, im Stile von Schrumpfköpfen“, berichtete eine Bürgerin dem MDR.