Ein Mann liegt im Bett. Ist er wirklich krank - oder hat er nur Männergrippe? Foto: Imago-Images/Elnur

Es braucht nur ein kleines Wehwehchen, und schon wird aus dem härtesten Kerl ein kleines Häufchen Elend. Dieses Vorurteil hält sich bereits lange - und scheint auch immer wieder bestätigt zu werden. So bezeichnete sich George Clooney jüngst im KURIER-Interview als Memme, wenn er krank sei. Doch was ist eigentlich dran an dem Mythos?

Eine repräsentative Studie, die diesen Mythos prüft, gibt es nicht. Doch es gibt verschiedene Erhebungen, die sich dem Thema nähern. So untersuchte eine südkoreanische Studie zur im Jahr 2009 aufgetauchten Schweinegrippe den Einfluss des Geschlechts auf den Krankheitsverlauf. Und das Ergebnis zeigte, dass schwere Verläufe vor allem Männer trafen. 

Einen möglichen Grund dafür liefert wiederum eine Studie von vier österreichischen Forscherinnen und Forschern aus dem Jahr 2015, dass die Immunsysteme von Männern und Frauen vergleicht. Das Ergebnis: Zumindest vor den Wechseljahren sind Frauen demnach „immunprivilegiert“. Grund dafür ist der Hormonhaushalt. Während das weibliche Hormon Östrogen die Vermehrung spezifischer Immunzellen unterstützt, unterdrückt Testosteron diesen Prozess. Männer können laut dieser Studie also tatsächlich häufiger krank werden als Frauen.

Häufiger zum Arzt gehen sie deshalb aber nicht, wie eine Auswertung der internen Daten der Kaufmännischen Krankenkasse (KKH) im Jahr 2017 ergeben hat. Demnach erhielten deutlich mehr Frauen als Männer einen Krankenschein wegen Erkältungskrankheiten. Von Dezember 2015 bis März 2016 seien 59.338 Frauen und 36.044 Männer aus diesem Grund dem Arbeitsplatz ferngeblieben. Die Gründe dafür bleiben bei dieser rein statistischen Erhebung im Unklaren.

Klären lässt sich die Belastbarkeit des Mythos alleine mit den Studien nicht - und so hat er alles Recht, weiter zu leben.