Der ehemalige italienische Ministerpräsident Silvio Berlusconi.
Der ehemalige italienische Ministerpräsident Silvio Berlusconi. Imago/NurPhoto

Bereits seit einigen Jahren ist der italienische Medienmogul und Politiker Silvio Berlusconi mit seiner Firma MediaFor Europe (MFE) an dem deutschen Medienkonzern ProSiebenSat.1 Media beteiligt, zu dem neben Pro7 und Sat.1 auch der TV-Sender Kabel Eins gehört. 30 Prozent hält MFE an der Gruppe. Doch nun soll Berlusconi offenbar seinen Einfluss ausweiten. Es soll um die alleinige Kontrolle gehen.

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Bestätigung aus Österreich: Berlusconi will ProSiebenSat.1 übernehmen

Das geht aus einer eingereichten Anmeldung eines Zusammenschlusses bei der österreichischen Bundeswettbewerbsbehörde hervor. Dort ist von einem „geplanten Erwerbsvorgang“ und vom „Erwerb von faktisch alleiniger Kontrolle“ an ProSiebenSat.1 durch MFE die Rede. Angemeldet wurde das bereits am 13. Dezember. Ab diesem Datum haben andere Unternehmen zwei Wochen Zeit, um sich schriftlich bei der österreichischen Wettbewerbsbehörde zu Äußern und Widerspruch anzumelden. Die Frist läuft am 27. Dezember aus. 

Die österreichische Wettbewerbsbehörde ist mit dem Anliegen betraut, weil ProSiebenSat.1 auch in Österreich mehrere Sender betreibt. Laut dem Portal DE24LIVE.de, einem Ableger der österreichischen Seite oe24.at, soll ein entsprechender Antrag auch in Deutschland vorliegen. Bestätigt ist das anders als in Österreich jedoch nicht. 

Journalisten-Verband warnt vor Kontrolle durch Berlusconi

Zuletzt äußerte der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) Kritik an der zunehmenden Kontrolle deutscher TV-Sender durch Berlusconis MFE. Der Verband forderte, den Anteil der MFE an ProSiebenSat.1 dauerhaft unter 25 Prozent zu senken. Einen „Einfluss auf die journalistischen Inhalte und einen Eingriff in die redaktionelle Unabhängigkeit“ der Angebote von ProSiebenSat.1 sollte aus Gründen der Staatsferne unterbunden werden, erklärte der DJV und rief in Erinnerung, dass Berlusconi in der Vergangenheit immer wieder sein Medienimperium für die Durchsetzung seiner politischen Ziele einsetzte.

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Nach einem mehrere Jahre andauernden Mandatsverbot, ließ sich Berlusconi im Alter von 86 Jahren noch einmal in den italienischen Senat wählen. Seine Partei, die Forza Italia, bildet derzeit eine Koalition mit der rechtspopulistischen Lega und der faschistischen Fratelli d'Italia von Ministerpräsidentin Giorgia Meloni.