Für viele gehört die Knallerei am Jahresende dazu, doch andere fordern ein Verbot für die Böller. imago stock & people

Wie beim traditionellen Sketch „Dinner for One“ gilt für den Silvesterabend auch beim Thema Böller und Raketen: „The same procedure as every year“ – „die gleiche Prozedur wie jedes Jahr“. Schon jetzt, lange vor der Nacht der Nächte, erhitzen Böller und Raketen die Gemüter. Es melden sich erneut Feuerwerksgegner, die eine Abschaffung von privater Silvesterknallerei fordern – und im Netz laufen bereits zahlreiche Petitionen.

Silvesterfeuerwerk: Deutsche Umwelthilfe fordert Böller-Verbot

Etwa die Deutsche Umwelthilfe: Sie macht in Sachen Böllerverbot unter anderem auf Facebook mobil. „Bye-bye Böller! Wir wünschen uns dieses Jahr ein Silvester ohne Böller und Raketen - das schützt unsere Gesundheit, Haustiere, Wildtiere und die Umwelt“, heißt es in einem Beitrag. „Angesichts der sich verschärfenden Covid-19-Pandemie sollten wir jede zusätzliche Belastung von Rettungsdiensten, Kliniken und medizinischem Personal vermeiden.“

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Und weiter: „Berlin, Bremen, Göttingen oder Hamburg planen, Böllerverbotszonen auszuweisen oder haben bereits welche eingerichtet. Münchens Oberbürgermeister möchte Böller und Feuerwerk flächendeckend verbieten.“ Zudem werden die Nutzer aufgefordert, eine eigene Petition gegen Silvesterknaller zu starten – oder eine bereits vorhandene zu unterschreiben.

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Und auf der Petitions-Seite „change.org“ ist tatsächlich schon einiges los: Mehrere Petitionen sammeln hier Unterschriften gegen Silvesterböller! Eine der größten: „Verbot von Silvesterfeuerwerk für Privatpersonen“ – mehr als 300.000 Menschen haben bereits unterschrieben, täglich werden es mehr.

Das Video zeigt die Feuerwerks-Situation auf dem Alexanderplatz, bevor der Platz zur Verbotszone wurde.

Video: Youtube

„Den Brauch, Silvester zu feiern, um böse Geister für das neue Jahr zu vertreiben, gibt es bereits seit Jahrhunderten. Vor einigen Jahrzehnten kam dann der kommerzielle Aspekt mittels selbst zu kaufendem Feuerwerk dazu“, heißt es im Petitionstext. „Zwar glaubt heute keiner mehr an böse Geister, dennoch ist das Feuerwerk geblieben und nimmt immer drastischere Züge an.“

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Jahr für Jahr stelle sich heraus, „dass ein großer Teil der Deutschen nicht in der Lage ist verantwortungsvoll mit diesem Kleinsprengstoff umzugehen und die Umwelt- und Gesundheitsbelastung enorm ist.“ Aus diesem Grund fordere die Erstellerin der Petition „das generelle und ganzjährige Verbot des Zündens von Feuerwerken für Privatpersonen!“ Aber: Es gibt auch andere Petitionen. Bei anderen Unterschriftensammlungen wird unter anderem die Abschaffung der Böller in Krefeld, Köln, Mainz, Darmstadt, Essen und Duisburg gefordert.

In Berlin gibt es wieder mehrere Zonen mit Böller-Verbot

Für Berlin gilt vorerst: In der Silvesternacht soll es aus Sicherheitsgründen wieder ein Feuerwerks- und Böllerverbot in zwei Gebieten der Innenstadt geben. Untersagt ist dann das Abbrennen von Feuerwerk und anderer Pyrotechnik auf dem Alexanderplatz und im Steinmetzkiez an der Pallasstraße in Schöneberg. Das teilte die Senatsinnenverwaltung bereits Mitte November mit.

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Diese beiden Böllerverbotszonen basierten auf der Gefahrenabwehr über das Allgemeine Sicherheits- und Ordnungsgesetz. Sie hätten sich in den vergangenen Jahren bewährt und dienten dem Schutz von Polizei und Feuerwehr, aber auch von anderen Menschen in den Gebieten.