Eine Rakete explodiert in der Silvesternacht. dpa/Bodo Schackow

Das neue Jahr hat begonnen – an vielen Orten erneut ruhiger als vor der Corona-Pandemie. In Deutschland durfte vor dem Jahreswechsel kein Feuerwerk verkauft werden, um die Rettungsdienste und Krankenhäuser nicht durch Verletzte weiter zu belasten - trotzdem waren Böller zu hören und Raketen zu sehen, nicht wenige davon stammten vermutlich aus illegalen Quellen. Das Hantieren mit vermutlich selbstgebauten Böllern kostete einen Mann in Hennef bei Bonn das Leben. In Thüringen starb ein 20-Jähriger bei der Explosion eines Feuerwerkskörpers. Im Osten von Berlin wurden gleich zwölf Menschen bei der Explosion von illegalem Feuerwerk verletzt.

Jahreswechsel 2022: Feiern nur im kleinen Kreis

Private Feiern waren wegen der Pandemie und vor allem aus Furcht vor der neuen Omikron-Virusvariante nur in kleinem Rahmen erlaubt. Große Feiern wie die traditionelle Silvestersause am Brandenburger Tor fielen häufig gleich ganz aus - ebenso das dazugehörige große Feuerwerk. Dennoch versammelten sich in der Nähe um Mitternacht „mehrere Tausend Menschen“, wie Polizeisprecher Thilo Cablitz sagte. Viele von ihnen hätten den Jahreswechsel am Brandenburger Tor feiern wollen und seien auf dem Boulevard Unter den Linden zu nah beieinander gestanden. Beamte hätten die Menschen aufgefordert, das Gebiet zu verlassen, die Menschenmenge habe sich nach und nach aufgelöst.

Die Berliner Polizei hatte vor Mitternacht auf Twitter darauf hingewiesen, dass die Fernsehshow „Willkommen 2022“ des ZDF von außen nicht einsehbar sei. Auf der Bühne traten unter anderem Bonnie Tyler, Adel Tawil und die Band Glasperlenspiel auf - wegen der Pandemie ohne Publikum. Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) war per Video zugeschaltet und sagte mit Blick auf die Pandemie, für 2022 sehe er „Licht am Ende des Tunnels“.

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Karl Lauterbach wurde zur Silvester-Show am Brandenburger Tor geschaltet dpa/Christiophe Gateau

Die tödliche Tragödie in Hennef ereignete sich laut Polizei bei einer privaten Silvesterfeier von zehn Leuten. Kurz nach Mitternacht habe es einen sehr lauten Knall gegeben und zwei Männer hätten schwer verletzt am Boden gelegen. Für einen 37-Jährigen kam jede Hilfe zu spät, ein 39-Jähriger kam mit lebensgefährlichen Verletzungen in eine Klinik. Auch in Österreich kam ein 23-Jähriger ums Leben.

Explosion beim Entzünden eines Böllers in Thüringen

Bei der Explosion eines Feuerwerkskörpers ist ein 20-Jähriger in Thüringen tödlich verletzt worden. Der junge Mann habe den Böller gezündet, der dann explodierte, sagte ein Polizeisprecher am Samstagabend auf Anfrage. Der Vorfall habe sich in der Silvesternacht in einem Ort im Saale-Holzland-Kreis ereignet. Die Polizei hatte über die tödliche Explosion zunächst nicht berichtet, um die Angehörigen zunächst über den Tod des Mannes zu informieren. Wie es zu dem tödlichen Unfall kommen konnte, werde noch ermittelt, sagte der Polizeisprecher. Es werde untersucht, ob es sich bei dem Feuerwerkskörper möglicherweise um einen Eigenbau oder einen Import handele.

Viele Verletzte durch Feuerwerk

In Leipzig wurde ein Mann beim Zünden eines vermutlich ebenfalls selbstgebauten Böllers lebensbedrohlich verletzt, wie ein Polizeisprecher sagte. In Berlin mussten alle zwölf bei der Explosion verletzten Menschen zur Behandlung in Kliniken gebracht werden, wie die Feuerwehr am Neujahrsmorgen mitteilte. Der jüngste Verletzte ist laut Feuerwehr ein elfjähriger Junge.

In Stuttgart kam es gegen Mitternacht beim zentralen Schlossplatz zu Auseinandersetzungen zwischen Feierwütigen und der Polizei. Einige aggressive Partygänger hätten die Beamten bedrängt und mit Böllern beworfen. Die Polizei ging nach eigenen Angaben mit Schlagstöcken und Pfefferspray gegen die Menge vor. Ein Polizist habe ein Knalltrauma erlitten, zwei weitere seien leicht verletzt worden.

Am Brandenburger Tor gehen am Rande der TV-Show Raketen in die Luft. dpa/Christophe Gateau

Tendenziell blieb es in Deutschland aber weitgehend ruhig: „Hier und da gab es ein paar Böller, hier und da eine kleine Schlägerei. Im Verhältnis zum Anlass war das aber minimal“, sagte ein Polizeisprecher in Hamburg. Zu Beginn des Jahres 2022 war es auch im Leipziger Viertel Connewitz laut Polizei „ruhiger als sonst“. Vor zwei Jahren hatte es dort schwerere Ausschreitungen gegeben. Diesmal gab es dort auch Auseinandersetzungen, die Polizei rückte mit verstärkten Kräften an. 300 bis 500 Menschen versperrten neben einem brennenden Einkaufswagen die Straße. Aber gegen 2.00 Uhr sei die Lage wieder unter Kontrolle gewesen. Es habe keine Verletzten gegeben.

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Im Berliner Unfallkrankenhaus wurden unter anderem fünf „Bölleropfer mit Verbrennungen und Handverletzungen operativ versorgt“. Zwei Menschen würden behandelt, die sich Körperteile abgesprengt hätten, sagte eine Sprecherin am frühen Morgen. Genau das hatte man mit dem Verkaufsverbot für Feuerwerk eigentlich verhindern wollen. Dennoch konnten nicht alle ihre Finger vom Feuerwerk lassen und verfeuerten Restbestände sowie illegale Feuerwerkskörper.