Brennende Bäume im kalifornischen Nationalpark Angeles National Forest. Foto: David McNew/Getty Images/AFP

Im Norden von Kalifornien sind sieben weitere Menschen, darunter ein Baby, bei den schwersten Waldbränden in der Geschichte der US-Westküste ums Leben gekommen. Das bringe die Gesamtzahl der Todesopfer in der Region auf zehn, sagte Derek Bell, der Sheriff von Butte County. Insgesamt starben in den Bränden entlang der Westküste nach Angaben der Behörden mindestens 15 Menschen. Im benachbarten Bundesstaat Oregon mussten sich eine halbe Million Menschen vor den Feuern in Sicherheit bringen, die dort bereits fünf Städte weitgehend zerstört haben.

Am Donnerstag schlossen sich mehrere Brände in Kalifornien zum größten Wald- und Buschfeuer zusammen, das der Bundesstaat jemals gesehen hat. Hohe Temperaturen und trockener Wind fachen den Brand auf einer Fläche von fast 2000 Quadratkilometern weiter an.

In Oregon konzentriere sich die Feuerwehr im Kampf gegen die Brände derzeit auf den Schutz von Menschenleben, teilten die lokalen Behörden mit. Allein in Oregon brennt es derzeit auf 3642 Quadratkilometern, einer Fläche von der Größe Mallorcas.

Ein ausgebranntes Auto steht auf dem Parkplatz des Oak Park Motel in Gates (Bundesstaat Oregon). Foto: Kathryn Elesser/AFP

Nach Angaben von Gouverneurin Kate Brown ging allein in den vergangenen 72 Stunden zweimal so viel Land in Flammen auf wie durchschnittlich innerhalb eines Jahres. Fünf Städte seien „erheblich zerstört“ worden. „Wir haben noch nie so viele unkontrollierte Brände in unserem Bundesstaat erlebt“, sagte Brown bei einer Pressekonferenz.

Von großen Teilen der Stadt Talent in Oregon stehen nur noch „rauchende Ruinen“, wie die Einwohnerin Sandra Spelliscy sagt: „Es gibt mehrere Stadtteile, wo kein einziges Gebäude mehr steht, nur noch die Skelette von Schornsteinen oder verkohlten Haushaltsgeräten.“

Eine halbe Million Menschen wurden in Oregon aufgefordert, sich in Sicherheit zu bringen. In der Stadt Molalla ging die Polizei von Tür zu Tür, um sicher zu gehen, dass die Bewohner ihre Häuser verließen.

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„Es ist furchtbar, das ist mein Zuhause“, sagte Denise Pentz, die seit elf Jahren in der Stadt wohnte, während sie die Sachen ihrer Familie in einen Wohnwagen lud. Aber wichtiger seien ihre Babys, ihr Mann und die Haustiere – „und dass alle meine Nachbarn sicher rausgekommen sind“.

Alle drei Bundesstaaten an der US-Westküste, Kalifornien, Oregon und Washington, kämpfen seit dem vergangenen Wochenende mit sich schnell ausbreitenden Waldbränden, die von einer beispiellosen Hitzewelle und trockenen Winden verstärkt werden.

Busch- und Waldbrände haben in Kalifornien in den vergangenen Jahren stark zugenommen, wofür Experten die Erderwärmung mitverantwortlich machen. Beim bisher folgenschwersten Waldbrand der kalifornischen Geschichte waren im November 2018 in Norden des Bundesstaats 86 Menschen ums Leben gekommen.