Efstratia Mavrapidou (links) ist im Alter von 96 Jahren gestorben. Zusammen mit Emilia Kamvisi (Mitte) und Maritsa Mavrapidi wurde sie 2015 berühmt. AP/Petros Giannakouris

Die griechische Insel Lesbos wird für immer mit der Flüchtlingsbewegung der späten 2010er Jahre und dem Versagen der EU bei der menschenwürdigen Unterbringung Geflüchteter verbunden sein. Auf der Insel stand das Elendslager Moria, bis es im Jahr 2020 in Flammen aufging - und hier ist noch heute das Ersatzlager mit kaum befestigten Unterkünften auf einem ehemaligen Truppen-Übungsplatz.

Doch auf Lesbos gab es auch Menschen, die Hoffnung machten und Menschlichkeit zeigten. Eine von ihnen war Efstratia Mavrapidou, die als „Lesbos-Oma“ weltweit Schlagzeilen machte. Nun ist sie im Alter von 96 Jahren gestorben.

Griechenlands Präsidentin würdigt „Lesbos-Oma“ Mavrapidou

Die Flüchtlings-Helferin war laut Medienberichten bereits am Dienstag in ihrer Heimat Lesbos gestorben. Griechenlands Präsidentin Ekaterini Sakellaropoulou würdigte Mavrapidou auf Facebook als „einfach, lieb und zutiefst menschlich“. Die Verstobene, die sie im Jahr 2020 noch besucht habe, sei „mit den wesentlichen Dingen des Lebens verbunden gewesen und konnte so allen Kindern der Welt als Mutter und Großmutter dienen“.

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Mavrapidou, ihre Cousine Maritsa Mavrapidou und ihre Freundin Aimilia Kamvyssi wurden durch ein Foto bekannt, dass sie im Jahr 2015 zeigt, wie sie auf einer Bank sitzen, und sich dort um ein Baby kümmerten, dass zuvor mit einem Boot aus der Türkei an eine Strand von Lesbos angelangt  war.

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Es war die Zeit, zu der rund eine Millionen Menschen das noch heute vom Bürgerkrieg gebeutelte Syrien verließen, um in Europa ein Leben in Sicherheit und mit mehr Stabilität zu führen. In vielen Ländern Europas wurden diese Menschen für diesen einfachen Wunsch angefeindet, ihnen schlugen Neid, Missgunst und offener Rassismus entgegen.

Die drei „Lesbos-Omas“ hingegen wurden zum Symbol der Nächstenliebe und wurden laut unterschiedlichen Berichten 2016 auch für den Friedensnobelpreis nominiert. Der ging dann aber an den damaligen kolumbianischen Präsidenten Juan Manuel Santos.