Sidney Poitier ist tot.  AP

Der legendäre Hollywood-Schauspieler Sidney Poitier ist tot. Der erste schwarze Schauspieler der Geschichte, der einen Oscar als bester Hauptdarsteller gewann, starb im Alter von 94 Jahren, wie der Vize-Regierungschef der Bahamas, Chester Cooper, am Freitag mitteilte. Poitier war mit Filmen wie „Flucht in Ketten“ (1958), „Lilien auf dem Felde“ (1963) und „In der Hitze der Nacht“ (1967) der erste schwarze Superstar in Hollywood.

Sidney Poitier: Seine Eltern waren arme Tomatenzüchter 

Er spielte in Klassikern wie „Flucht in Ketten“ und „In der Hitze der Nacht“ mit. Sidney Poitier ist mit 94 Jahren gestorben.  AFP

Poitier wurde 1927 in Miami im US-Bundesstaat Florida geboren. Seine Eltern - arme Tomatenzüchter - stammten aber von den Bahamas, wo er auch aufwuchs. Mit 15 Jahre zog Poitier zu seinem älteren Bruder nach Florida, später dann nach New York, wo er sich zunächst mit kleinen Jobs durchschlug. Nach Erfolgen am Broadway zog er nach Hollywood - und hatte dort bald großen Erfolg.

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In der Hitze der Nacht. Poitier spielt den  Ermittler Virgil Tibbs  aus dem Norden der USA, der einen Mordfall in einer Kleinstadt im vom Rassismus geprägten Süden aufklären soll.

Oskar für Sidney Poitier 1964

Für „Flucht in Ketten“ erhielt er seine erste Oscar-Nominierung, für „Lilien auf dem Felde“ gewann er im Jahr 1964 die begehrte Goldstatue schließlich. Nie zuvor war ein schwarzer Schauspieler mit einem Oscar als bester Hauptdarsteller geehrt worden. Poitier bekam den Oscar in einer Zeit, als Schwarzen in den USA noch viele elementare Rechte verwehrt wurden und vielerorts ein erdrückender Rassismus herrschte.

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Tony Curtis und  Sidney Poitier: Im Film „Flucht in Ketten“ von 1958 gelingt den beiden Zuchthäuslern John Joker Jackson (Tony Curtis,l) und Noah Cullen (Sidney Poitier)  die Flucht. Da sie aneinandergefesselt sind, müssen die beiden lernen, mit ihrem gegenseitigen Hass und den rassistischen Vorurteilen umzugehen. 

Schließlich war er in Meisterwerken wie „In der Hitze der Nacht“ (1967) oder „Rat mal, wer zum Essen kommt“ (1967) zu sehen.

2002 wurde der Schauspieler mit einem Ehren-Oscar für sein Lebenswerk ausgezeichnet, 2009 wurde er vom damaligen US-Präsidenten Barack Obama mit der Presidential Medal of Freedom ausgezeichnet.

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Sidney Poitier  und Katharine Houghton im Film: „Rate, mal wer zum Essen kommt “ aus dem Jahr 1967.  Hauptthema des Films ist der Rassismus im liberalen, großbürgerlichen Milieu der US-Gesellschaft in den 1960ern.

Poitier war in zweiter Ehe verheiratet und hatte aus beiden Verbindungen insgesamt sechs Töchter, darunter die Schauspielerin Sydney Tamiia Poitier.