Bobby Kotick ist der Boss von Activision Blizzard. AFP/Kevin Dietsch

Langsam, sehr langsam, aber Stück für Stück fallen die Mauern des über Jahrhunderte aufgebauten Patriarchats, in dem Diskriminierungen von Frauen aufgedeckt und aufgearbeitet werden. Nun wurde ein Fall beim US-Gaming-Riesen Activision Blizzard, der hinter Spielen wie „World of Warcraft“ oder „Call of Duty“ steht, bekannt. Die Vorwürfe wiegen schwer!

Activision Blizzard benachteiligt Frauen systematisch

Es war der US-Bundesstaat Kalifornien, der mit seiner Klage die Vorwürfe öffentlich machte. Demnach habe der Konzern eine sexistische Unternehmenskultur gefördert, bei der Frauen systematisch benachteiligt würden, teilte die für die Einhaltung fairer Arbeitsbedingungen im Bundesstaat zuständige Behörde DFEH mit. Activision Blizzard widerspricht.

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Eine zweijährige Untersuchung der Aufsicht habe ergeben, dass es bei Activision Blizzard zugehe wie bei einer Studentenverbindung. Die Arbeitsplatzkultur sei eine „Brutstätte für Belästigungen und Diskriminierungen von Frauen“, heißt es in der bereits am Dienstag bei einem Gericht in Los Angeles eingereichten Klageschrift. Zuerst hatte der Finanzdienst Bloomberg über das Verfahren berichtet.

Activision Blizzard benachteiligt vor allem Afroamerikanerinnen

Abgesehen davon, dass Frauen laut DFEH schlechter bezahlt und bei Beförderungen übergangen werden, sollen sie sexuellen Belästigungen und Übergriffen ausgesetzt sein. So sollen männliche Beschäftigte etwa offen Witze über Vergewaltigungen gemacht und Vorgesetzte Mitarbeiterinnen bedrängt haben. Besonders stark betroffen seien Afroamerikanerinnen und andere Minderheiten. Konzernführung und Personalabteilung wüssten davon, hätten aber nichts unternommen.

Activision Blizzard scheint demnach ein Paradebeispiel für intersektionale Diskriminierung zu sein. Die sogenannte Intersektionalität beschreibt die Überschneidung und Gleichzeitigkeit verschiedener Diskriminierungskategorien gegenüber einer Person. Wie im Beispiel von Activision Blizzard werden Frauen ohnehin schon wegen ihres Geschlechts diskriminiert, Schwarze Frauen haben es aber besonders schwer, da sie zusätzlich wegen ihrer Hautfarbe diskriminiert werden.

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Activision Blizzard wies die Vorwürfe in einer Stellungnahme gegenüber US-Medien zurück. Das von der kalifornischen Arbeitsschutzbehörde gezeichnete Bild entspreche nicht der heutigen Unternehmenskultur, in der „kein Platz für sexuelle Fehlverhalten oder Belästigungen jeglicher Art“ sei. Die Anschuldigungen seien veraltet, in den vergangenen Jahren habe es große Veränderungen gegeben. Zudem sei die Klage eingereicht worden, ohne dass sich die Aufsicht angemessen um eine außergerichtliche Lösung bemüht habe.