Wolken spiegeln sich am 26. Dezember 2022 im Grunewaldsee - das Wetter ist für viele Menschen immer ein beliebtes Gesprächsthema. 
Wolken spiegeln sich am 26. Dezember 2022 im Grunewaldsee - das Wetter ist für viele Menschen immer ein beliebtes Gesprächsthema.  dpa/Paul Zinken

In Berlin war es am Silvestertag so warm wie noch nie zuvor. An Messstellen in Marzahn, Tempelhof und Buch wurden am Sonnabend laut Deutschem Wetterdienst Temperaturen zwischen 17,5 und 17,9 Grad Celsius registriert. Die bisherigen historischen Höchsttemperaturen für Silvester wurden an allen drei Orten bislang 2021 erreicht und lagen jeweils bei etwas über 14 Grad. Im Zusammenhang mit solche Wärme- oder Kälterekorden kann man immer wieder hören oder lesen „… seit Beginn der Wetteraufzeichnungen“.

Doch was bedeutet das? Seit wann wurde das Wetter regelmäßig aufgezeichnet?  

Die längste bis heute durchgehende Temperaturmessreihe stammt laut der Internetseite des DWD aus dem Ort de Bilt in den Niederlanden. Sie beginnt im Jahr 1700. Beschreibende Wetteraufzeichnungen ohne quantitative Messungen seien allerdings örtlich auch schon im Mittelalter durchgeführt worden. Forscher wie Galileo Galilei hätten schon im Mittelalter die ersten Messinstrumente erfunden.

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Die längste Messreihe aus Deutschland ist eine Temperaturzeitreihe aus Berlin, die 1719 beginnt. Die meisten dieser sehr alten Messreihen seien jedoch nicht nicht sehr zuverlässig, da oft nicht genau bekannt ist, wo und wie die Messungen vorgenommen wurden, erläutert der DWD.

Ein Außenthermometer in einem Kleingarten in Schwerin zeigt am 19. Juli 2022 die Temperatur von knapp 40 Grad an. Von Januar bis Ende Oktober 2022 ist es in Deutschland so warm gewesen wie noch nie seit Beginn der Aufzeichnungen vor rund 140 Jahren. (Archivfoto)&nbsp;
Ein Außenthermometer in einem Kleingarten in Schwerin zeigt am 19. Juli 2022 die Temperatur von knapp 40 Grad an. Von Januar bis Ende Oktober 2022 ist es in Deutschland so warm gewesen wie noch nie seit Beginn der Aufzeichnungen vor rund 140 Jahren. (Archivfoto)  dpa/Jens Büttner 

Als längste durchgehende verlässliche Messreihe wird die sogenannte Zeitreihe vom Hohenpeißenberg  angesehen. Sie wurde im Rahmen des ersten größeren internationalen klimatologischen Messnetzes der Societas Meteorologica Palatina vom Kurfürsten von der Pfalz im Jahr 1781 gegründet. Diese Gesellschaft versorgte ihre Stationen mit einheitlichen Messgeräten sowie Mess- und Beobachtungsvorschriften, so dass recht gut bekannt ist, wie die Messungen durchgeführt wurden.

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Einzelne Stationen geben den Experten zufolge allerdings noch kein klares Bild der klimatologischen Entwicklung in einer Region oder gar weltweit. Eine einigermaßen verlässliche Zeitreihe der globalen Temperaturentwicklung existiert daher erst ab 1851.

Seit 1871 gibt es regelmäßige und verlässliche Wetteraufzeichnungen

Zur Berechnung einer relativ gut räumlich aufgelösten Temperaturverteilung in Deutschland liegen erst seit 1881 genügend Stationswerte vor. Daher beziehen sich Angaben z.B. über extreme Monate in der Regel auf diese Termine. Beispiel: Wenn also berichtet wird, der heißeste August oder der wärmste Silvestertag seit Beginn der Wetteraufzeichnungen, dann sind alle Jahre bis zum Jahr 1881 gemeint.

Auf der Internetseite des DWD finden sich auch die Datei "Deutscher Klimaatlas Online". Dort wird das hierzulande herrschende Wetter seit 1881 betrachtet. Und es sind auch Zukunftssimulationen bis zum Jahr 2100 zu finden.