Polizisten bringen Carola Rackete aus dem Wald. Foto: Imago-Images/Peter Hartenfelser

Seit Tagen laufen Proteste im Dannenröder Forst in Hessen. Klimaaktivisten wollen den umstrittenen Ausbau der Autobahn 49 und damit verbundene Rodungen verhindern. Unter ihnen war am Donnerstag auch die Seenotretterin Carola Rackete - und wurde von Polizisten in Gewahrsam genommen. Die 32-Jährige Klimaaktivistin habe am Morgen eine Plattform in einem Baum besetzt, teilte die Protestgruppe „Dannenröder Wald Besetzung“ mit. Bilder im Internet zeigten, wie Rackete in einem Pinguinkostüm von Polizisten abgeführt wurde.

Sie hatte kurz zuvor von der errichteten Plattform in einem Baum eine Videobotschaft aufgenommen und in den den sozialen Netzwerken veröffentlicht. Darin rief sie zu mehr zivilem Engagement auf, um den Dannenröder Forst zu retten. Die Umweltaktivistin und Kapitänin protestiert derzeit gegen die anstehenden Rodungen für den Weiterbau der Autobahn 49. Ihre wurde von der Polizei ein Platzverweis ausgesprochen.

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Die Polizei setzt derweil ihren Großeinsatz in dem über 300 Jahre alten Wald fort, in dem auf einer Fläche von 27 Hektar Bäume für das Verkehrsprojekt gefällt werden sollen. Aktivisten besetzen dort immer wieder Baumhäuser, um ein Abholzen zu verhindern. Es gab nach Angaben der Polizei bereits Dutzende Festnahmen.

Rackete erlangte internationale Bekanntheit, als sie im Juni 2019 als Kapitänin der „Sea-Watch 3“ insgesamt 53 aus Libyen kommende Flüchtlinge im Mittelmeer aus Seenot rettete. Sie war nach wochenlangem Warten auf eine Genehmigung in der Nacht zum 29. Juni trotz eines Verbots durch italienische Behörden in den Hafen der Insel Lampedusa eingelaufen.