Eine Katze sitzt auf einem Stapel Kissen. Foto: dma

Obwohl der Hund als bester Freund des Menschen gilt, sind Katzen in Deutschland offenbar die beliebtesten Haustiere. Laut einer Statistik aus dem Jahr 2019 lebten 14,7 Millionen Katzen in Deutschen Haushalten - damit ist Deutschland Spitzenreiter in Westeuropa. Zum Vergleich, in Deutschland leben „nur“ 10,1 Millionen Hunde.

Oftmals ist es so, dass ein Katzenhalter niemals zum Hundehalter wird – und andersherum. Das liegt daran, dass die Tiere als grundverschieden gelten. Vor allem in Bezug auf ihre Halter glauben viele an die einfache Faustregel: „Hunde haben Herrchen, Katzen Personal.“ Doch was ist da tatsächlich dran? Der KURIER prüft sechs Katzenmythen auf ihren Wahrheitsgehalt.

1. Katzen halten uns für ihr Personal

Das kann man so nicht sagen. Verhaltensforscher John Bradshaw von der Uni in Bristol sagte National Geographic, dass sich Katzen gegenüber Menschen so verhalten, wie sie es gegenüber anderen Katzen auch tun würden. Anders als Hunde scheinen sie nicht zu erkennen, dass wir einer anderen Spezies angehören. Oder sie wollen es nicht erkennen - oder zumindest ihr Verhalten nicht darauf anpassen. Wenn Katzen ausnutzen, dass man ihnen in bestimmten Situation ein Leckerli gibt, dann nur, weil sie wissen, dass es klappt.

Katzen lassen sich sogar deutlich besser erziehen, als man denkt. Jedoch bringen Verbote der Erfahrung nach nicht so viel wie bei der Erziehung von Hunden. Bei Katzen hilft es, attraktivere Varianten aufzuzeigen und den Stubentiger bei Befolgen zu belohnen.

2. Katzen sind Einzelgänger

Nein. Ganz und gar nicht. Katzen mögen ihre Artgenossen (und da sie uns Menschen möglicherweise auch für solche halten auch uns). Freigänger kommunizieren ständig mit anderen Katzen und Hauskatzen lieben es, mit ihren Mitbewohnern zu spielen und zu kuscheln. Es sollten einfach genügend Rückzugsorte zur Verfügung stehen, wie bei uns Menschen auch. 

3. Katzen mögen kein Wasser

In den meisten Fällen ist das wohl so. Doch es gibt durchaus Katzen, denen Wasser so gar nichts ausmacht. Einige lieben es sogar im Wasser zu spielen. Andere hingegen schauen sich das lieber nur aus der Entfernung an - können aber durchaus über einige Minuten von einem tropfenden Wasserhahn fasziniert sein.

4. Katzen schlafen immer

Jein. Natürlich schlafen Katzen nicht wirklich immer, sonst würden sie ja nicht zum Essen, Trinken, Spielen – und vor allem Putzen kommen. Aber tatsächlich schlafen Katzen einen Großteil des Tages. Rund 14 Stunden Schlaf am Tag verteilen Stubentiger durchschnittlich über mehrere kleine Nickerchen. 

Katzen schlafen immer? Stimmt nicht. Aber sie schlafen ziemlich oft. Foto: dma

5. Katzen vertragen sich nicht mit Hunden

Ein absoluten Märchen. Es kommt schlicht darauf an, wie die Katzen sozialisiert sind. Wachsen Hund und Katze beispielsweise zusammen auf, entwickeln sich mitunter sogar enge Freundschaften, in denen die Tiere zusammen spielen und kuscheln. Es gibt sogar einzelne Beispiele, in denen Baby-Katzen von erwachsenen Hunden erzogen werden - und sich überraschend viel von den Zieheltern abgucken und sich mitunter wie ein Hund verhalten - inklusive einem Bad im See.

6. Katzen brauchen Milch

Nein. Das ist ein längst aufgeklärter Irrtum! Milch enthält zwar zahlreiche wichtige Nährstoffe und Katzen lieben den Geschmack. Doch Kuhmilch führt bei Katzen oft zu Durchfall und anderen Verdauungsproblemen. Schuld daran ist wie bei so vielen Menschen die Laktose die erwachsene Katzen einfach nicht mehr richtig verdauen können. Besser: Spezielle Katzenmilch, die ohne Laktose auskommt.