Schwester André ist der älteste noch lebende Mensch der Welt. AFP/Nicolas Tucat

Ihr Leben ist ein Film in Über-Über-Überlänge! Die französische Ordensschwester André hat zwei Weltkriege überlebt, die Spanische Grippe und zuletzt sogar eine Corona-Infektion. Und nun – nachdem am Montag der Tot der 119-jährigen Japanerin Kane Tanaka bekannt gegeben wurde – gilt sie als ältester lebender Mensch der Welt.

Jetzt will Schwester André 122 werden

Und nun hat André bereits den nächsten Altersrekord als Ziel ausgegeben, wie der Sprecher ihres Altersheims im südfranzösischen Toulon, David Tavella, mitteilt: Sie will Jeanne Calment schlagen, eine französische Altersrekordlerin, die 1997 erst mit 122 Jahren gestorben war.

Im vergangenen Jahr sprang sie dem Tod knapp von der Schippe, als sie kurz vor ihrem 117. Geburtstag eine glücklicherweise symptomfreie Corona-Infektion durchgemacht hatte. Angst hatte sie damals nicht, sagte sie. Der Tod schrecke sie nicht mehr.

Vielmehr habe die erblindete Frau unter dem „dreifachen Eingeschlossensein“ gelitten, erklärte Sprecher Tavella: „Gefesselt an den Rollstuhl, isoliert in ihrem Zimmer und ohne Besucher“. Denn sie liebe es, wenn man ihr Aufmerksamkeit schenke.

Schwester André wurde 1904 geboren

Geboren wurde die Ordensschwester mit dem bürgerlichen Namen Lucile Randon am 11. Februar 1904 im südfranzösischen Alès in eine Familie protestantischer Herkunft. Erst als junge Erwachsene ließ sie sich katholisch taufen. Mit etwa 40 Jahren trat sie dann dem Orden der Vinzentinerinnen bei. Sie arbeitete mehr als drei Jahrzehnte lang in einem Krankenhaus der Stadt Vichy und kümmerte sich dort um Waisen und alte Menschen.

Schwester André hat im Laufe ihres Lebens zehn Päpste erlebt und 19 französische Präsidenten. Als eines der schönsten Ereignisse ihres Lebens bezeichnet sie jedoch das Ende des Ersten Weltkriegs, als ihre beiden Brüder unversehrt nach Hause zurückkehrten: „Das war sehr selten, eher gab es zwei Tote als zwei Lebende.“

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Mit einem Gläschen Portwein-Schokoladen-Cocktail feierte sie ihren 118. Geburtstag im Februar. Vom süßen Portwein gönnt sie sich jeden Tag ein Glas, lässt sie beim Besuch durchblicken. Stören tut sie allerdings, dass sie „keine Geste mehr alleine machen kann“. Für alles brauche sie Hilfe, meckert die Nonne mit einem schelmischen Blick im Gesicht.