In Mexiko ist eine U-Bahn-Brücke eingebrochen und hat 20 Menschen in den Tod gerissen. dpa

Was für eine Tragödie in Mexiko-Stadt: Unter der Last einer U-Bahn gibt am späten Montagabend (22 Uhr, Ortszeit) eine Brücke nach. Mehrere Waggons der Linie 12 stürzen einige Meter in die Tiefe und stoßen dort miteinander zusammen. Anfangs ist von 13 Opfern die Rede. Mittlerweile ist klar: Mindestens 20 Menschen sind sofort tot – darunter auch Kinder. Und es wird wohl nicht dabei bleiben. Mehr als 70 weitere werden teils schwer verletzt in Kliniken eingeliefert. Mindestens sieben Menschen müssen notoperiert werden.

Videos, die in sozialen Medien verbreitet werden, zeigen das Ausmaß der Katastrophe. Entsetzte Passanten können nicht glauben, was da gerade passiert ist. Lokale Fernsehsender zeigten dutzende Feuerwehrleute und Rettungshelfer am Unglücksort. Sie versuchten, Menschen aus Schutt, Kabeln und verbogenem Stahl zu befreien. 

„Wir hörten nur ein lautes Donnern und alles stürzte nach unten“, zitierte die Zeitung Universal eine 26 Jahre alte Überlebende. Zahlreiche Menschen hätten mit ihr im Waggon gesessen oder gestanden. Sie seien durch die Luft geflogen und gegen die Decke geschleudert worden. Plötzlich sei das Licht ausgegangen und die Menschen hätten geschrien, schilderte eine andere Frau in einem auf dem Twitter-Account des Blatts veröffentlichten Video.

Schon länger Probleme an der Überführung in Mexiko-Stadt

Sie sei auf die Menge gefallen und später aus dem Waggon gekommen, berichtete die Frau weiter. Viele der Passagiere hätten um Hilfe gerufen. Ein Großaufgebot an Rettungskräften holte die Menschen zunächst mit einer Leiter aus den herabhängenden Waggons. Wegen der instabilen Lage des Zugs wurde später ein Kran eingesetzt, um eingeklemmte Insassen zu befreien.

Die U-Bahn ist eines der wichtigsten Verkehrsmittel der mexikanischen Hauptstadt. An manchen Orten fährt sie oberirdisch – so auch am Unglücksort, wo sie auf einem Viadukt in der Mitte einer mehrspurigen Straße verläuft.

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Rettungskräfte transportieren einen Verletzten auf einer Trage zu einem Krankenwagen.

Zum Zeitpunkt des Einsturzes sollen mehrere Autos unter der Brücke durchgefahren sein. Aus den herabhängenden Waggons sicherten Feuerwehrleute über Leitern weitere Passagiere. Bürgermeisterin Claudia Sheinbaum schrieb auf Twitter, sie sei am Ort des Vorfalls am Bahnhof Olivos am südöstlichen Rand der Metropole. „Ein Stützbalken hat nachgegeben“, sagte sie. Mindestens ein Auto wurde unter der Brücke begraben. Wegen der instabilen Lage des Zugs mussten die Rettungsarbeiten zeitweise unterbrochen werden, sagte Sheinbaum.

Mexikos Außenminister Marcelo Ebrard nannte den Einsturz eine „schreckliche Tragödie“ und sagte den Opfern und deren Familien seine Solidarität zu. „Natürlich müssen die Ursachen untersucht und die Verantwortlichkeiten geklärt werden“, teilte er mit. Von 2006 bis 2012 war Ebrard Regierungschef des Distrikts Mexiko-Stadt.

Die Probleme an der Überführung sollen zudem auch schon länger bestehen. Anwohner hatten Berichten zufolge bereits vor Jahren Schäden an Pfeilern entlang der Strecke der U-Bahnlinie 12 angeprangert. Es hatte demnach auch Vorwürfe der Korruption beim Bau der Strecke gegeben. Im Jahr 2014, nicht lange nach der Einweihung der Linie 12, war der Betrieb für Reparaturen monatelang unterbrochen worden.