Das Parteibüro der Linken und mehrere Geschäfte sind bei der Explosion beschädigt worden.
Das Parteibüro der Linken und mehrere Geschäfte sind bei der Explosion beschädigt worden. dpa/Justin Brosch

Es knallte in der Nacht zum Dienstag in Oberhausen in NRW. Viel Glas ging am Friedensplatz zu Bruch. War es ein Anschlag und wenn ja, was war das Ziel? Fakt ist, das Parteibüro der Linken und mehrere Ladengeschäfte wurden schwer beschädigt.

Eine Polizeisprecherin sagte, wegen zahlreicher zerbrochener Schaufenster und Fensterscheiben sei die Lage sehr unübersichtlich. Nach Angaben der Polizei war aber zunächst völlig unklar, was die Detonation ausgelöst hat. Da eine politisch motivierte Tat nicht ausgeschlossen wurde, nahm der Staatsschutz Ermittlungen auf. Gleichwohl wollten die Behörden eine politische Motivation vorerst noch nicht bestätigen.

Am Tatort waren auch Sprengstoffexperten des Landeskriminalamts. „Wir ermitteln in alle Richtungen“, sagte die Sprecherin. Betroffen seien etwa auch ein Friseursalon und ein Reisebüro gegenüber dem Parteibüro, das gleichzeitig ein linkes Zentrum ist. Es entstand ein erheblicher Sachschaden, verletzt wurde jedoch niemand.

Linke spricht von „Sprengstoffanschlag“

Die nordrhein-westfälische Linke sprach von einem „Sprengstoffanschlag“. „Wir sind betroffen über das Ausmaß der Gewalt und gleichzeitig froh, dass niemand verletzt worden ist“, erklärte der Landesverband. Linken-Bundeschefin Janine Wissler sprach von einer „völlig neuen Dimension von Angriffen gegen unsere Büros“.

„Wir gehen von einem gezielten Anschlag von rechts aus“, erklärte Yusuf Karacelik, Vorsitzender der Linksfraktion in Oberhausen. Bereits in der Vergangenheit habe es vereinzelt Drohbriefe und Aufkleber aus dem Neonazispektrum gegeben.