Rechtsextreme Demonstranten brannten in Malmö Reifen und andere Gegenstände ab. Foto: Imago-Images/TT

Im südschwedischen Malmö hat es am Freitagabend gewaltsame Proteste gegeben, nachdem die schwedischen Behörden einem islamfeindlichen Politiker aus Dänemark die Einreise verwehrt hatten. Mindestens zehn Menschen seien vorübergehend festgenommen worden, teilte die Polizei am Samstag mit. Mehrere Beamte wurden demnach verletzt. Der rechtsradikale dänische Politiker Rasmus Paludan hatte an einer anderen Demonstration teilnehmen wollen, bei der auch ein Koran verbrannt wurde.

An den Ausschreitungen hatten sich nach Angaben der Polizei etwa 300 Menschen beteiligt. Sie attackierten die Beamten demnach mit Steinen und zündeten Reifen an. Zehn bis 20 Menschen seien vorübergehend festgenommen worden, sagte Polizeisprecher Patric Fors der Nachrichtenagentur AFP. Inzwischen seien sie jedoch alle wieder auf freiem Fuß.

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Die Proteste am Freitagabend stünden in Zusammenhang mit der islamfeindlichen Kundgebung wenige Stunden zuvor, sagte der Polizeisprecher Rickard Lundqvist der Boulevard-Zeitung "Expressen". Im Zuge der Koran-Verbrennung seien sechs Menschen wegen rassistischer Hetze festgenommen worden.

Bei der Demonstration Rechtsextremer in Malmö sollte ein Koran verbrannt werden. Foto: Imago-Images/TT

An der Koran-Verbrennung hatte auch der dänische Politiker Paludan, Chef der Partei Stram Kurs ("Strammer Kurs"), teilnehmen wollen. Die schwedischen Behörden verhinderten seine Einreise jedoch mit der Begründung, dass gegen ihn ein zweijähriges Einreiseverbot verhängt worden sei. In der Nähe von Malmö wurde er festgenommen.

"Wir sind davon ausgegangen, dass er in Schweden gegen das Gesetz verstoßen wird", sagte ein Sprecher der Polizei Malmö der Nachrichtenagentur AFP. Zudem bestehe die Gefahr, dass sein Verhalten "zu einer Gefahr für die Gesellschaft werden könnte". Im vergangenen Jahr hatte Paludan für Schlagzeilen gesorgt, als er einen in Schinken gewickelten Koran verbrannt hatte.