Arnold Schwarzenegger spricht nach dem Sturm auf das Kapitol über Instagram zu seinen Fans - und zum Rest von Amerika. Foto: AP/Frank Fastner

Nein. Sie waren sich noch nie grün. Schon zu beginn von Donald Trumps Amtszeit kritisierte Arnold Schwarzenegger, selbst ein Republikaner, den nun scheidenden US-Präsidenten. Der wehrte sich, indem er Arnie für dessen schlechte Quoten verspottete, als der ihm als Star der Sendung „The Apprentice“ folgte. Nun, nach dem Sturm auf das Kapitol, findet Schwarzenegger sehr ernste Worte - und spricht dabei auch über seine Kindheit.

Ein bisschen schief mag der Vergleich schon gewesen sein, als Arnold Schwarzenegger in einem emotionalen Instagram-Video den durchaus dramatischen Sturm auf das Kapitol durch teils rechtsextremistische Anhänger von Donald Trump mit der Reichspogromnacht aus dem Jahr 1938 gleichsetzte, bei der hunderte Geschäfte jüdischer Bürger geplündert und ihre Besitzer verschleppt oder getötet wurden. Doch Schwarzenegger bemühte diesen vielleicht etwas unpassenden Vergleich, um eine Entwicklung aufzuzeigen.

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Denn der rechtsextreme Mob in Washington hätte nicht nur die Fenster und Türen des Kapitols zerbrochen, sondern auch die „Prinzipien zerstört, auf denen unser Land gegründet wurde“ - und das führt Schwarzenegger zu seinen persönlichen Erfahrungen. Der ehemalige Actionfilm-Star wuchs schließlich im Österreich der Nachkriegszeit auf. Sein Vater habe getrunken, um die „Schuld seiner Mitwirkung am bösartigsten Regime in der Geschichte“ zu vergessen und haben dann im Rausch seine Kinder verprügelt. Ähnlich sei es vielen Kindern aus der Nachbarschaft ergangen, schildert Schwarzenegger. 

Sein Vater und viele andere seien traumatisiert gewesen von dem, was sie im Zweiten Weltkrieg und in der Nazi-Zeit gesehen und getan hätten. Am Anfang des Nationalsozialismus hätten Lügen und Intoleranz gestanden, die auch seinen Vater verführt hätten. Schwarzenegger, der aus Europa stamme, habe also aus „erster Hand mitbekommen, wie die Dinge außer Kontrolle geraten“ können.

Trotz der Ereignisse vor dem und im Kapitol glaubt Schwarzenegger, der von 2003 bis 2011 Gouverneur von Kalifornien war, aber nicht, dass dies auch in den USA geschehen könne. Aber man müsse sich der Konsequenz von Selbstsucht und Zynismus bewusst werden. 

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Und dann spricht er noch direkt über Donald Trump, der seiner Meinung nach „der schlechteste Präsident aller Zeiten“ und ein „gescheiterter Führer“ sei. Doch der Ausblick in die Zukunft sei positiv. Trump sei bald vergessen, prophezeit Schwarzenegger – und so irrelevant werden, wie dessen alte Tweets.