Intensivpfleger versorgen einen schwer an Covid-19 erkrankten Patienten auf der Corona-Intensivstation im Universitätsklinikum in Halle/Saale. dpa/Hendrik Schmidt

203.136 Neuinfektionen, die Inzidenz klettert bundesweit auf 1017,4 – die Corona-Zahlen explodieren. Und mit ihnen steigt auch die Zahl der Einweisungen von „Corona-Patienten“ ins Krankenhaus. Aber wer ist eigentlich ein „Corona-Patient“? Neuste Zahlen belegen: Längst nicht jeder von ihnen liegt wegen der Infektion im Krankenhaus.

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Wie mild – wenn auch hochansteckend – ist die nun dominierende Corona-Variante wirklich? Laut Bild-Zeitung sind die meisten „Corona-Patienten“ in deutschen Kliniken in Wirklichkeit nicht wegen, sondern mit Corona im Krankenhaus. Im Saarland beispielsweise war Corona bei drei von vier in Kliniken behandelten Menschen nur eine Nebendiagnose.

Corona-Infektion ist nicht immer der Einweisungsgrund

Während im Dezember, bevor die Omikron-Welle über Deutschland hineinbrach, noch jeder zweite Corona-Infizierte auch tatsächlich wegen des Virus behandelt wurde, werden nun vermehrt Menschen, die mit Herzinfarkt, Blinddarmentzündung oder anderen Problemen eingeliefert werden, auch positiv auf Corona getestet.

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Ein ähnliches Bild zeigt sich auch in anderen Bundesländern. In Bremen ist nur bei 40 Prozent der „Corona-Patienten“ der Einweisungsgrund Corona, im Dezember waren es 68 Prozent. In Rheinland-Pfalz werden 44 Prozent der offiziell gemeldeten Corona-Patienten wegen des Virus behandelt – alle anderen aus einem anderen Grund.

In der Statistik ist mit Corona gleich „Corona-Patient“

Das Problem: Die meisten Bundesländer unterscheiden gar nicht, ob Patienten mit oder wegen Corona in die Krankenhäuser eingeliefert werden. Der Mann, der sich beim Treppensturz das Bein gebrochen hat und deshalb operiert werden muss, bei dem der obligatorische Corona-Test bei der Klinik-Einlieferung positiv ist, ist ebenso ein „Corona-Patient“ wie die Frau, die wegen coronabedingter Lungenprobleme behandelt werden muss.

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Denn das Robert-Koch-Institut ermittelt aus allen übermittelten Zahlen den „Hospitalisierungswert“. Der stieg zuletzt – mit Ausnahme von Berlin und Hamburg – in allen Bundesländern leicht an.

Bezeichnend für den offenbar milderen Verlauf bei einer Ansteckung mit der Omikron-Variante des Corona-Virus: Der Anteil der Intensivpatienten sinkt. Waren am 25. Dezember noch knapp 20 Prozent der Intensivbetten laut RKI mit Corona-Patienten belegt, sind es einen Monat später knapp 11 Prozent. Ein Wert, der sich derzeit zu stabilisieren scheint – und der Hoffnung macht.