An der Robb Elementary School in Uvalde liegen Blumen, Kerzen und Plüschtiere. Ein 18-Jähriger hatte am Dienstag 19 Kinder und zwei Lehrerinnen erschossen. dpa/AP/Jae C. Hong

Der Angreifer, der an einer Grundschule im US-Bundesstaat Texas 19 Kinder erschossen hat, hatte seine Tat kurz zuvor auf Facebook angekündigt. Wie der texanische Gouverneur Greg Abbott am Mittwoch bei einer Pressekonferenz in der Kleinstadt Uvalde sagte, veröffentlichte der 18-Jährige Highschool-Schüler Salvador Ramos am Dienstag auf der Online-Plattform zunächst eine Botschaft, wonach er seine Großmutter erschießen werde und anschließend geschrieben, er habe auf seine Großmutter geschossen.

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Täter schrieb: „Ich werde an einer Grundschule das Feuer eröffnen“

In einer dritten Botschaft habe der 18-Jährige schließlich geschrieben „Ich werde an einer Grundschule das Feuer eröffnen“, sagte Abbott weiter. Diese Nachricht habe er nur rund 15 Minuten vor seinem Eintreffen an der Grundschule Robb Elementary School abgesetzt.

Laut Abbott hat die 66-jährige Großmutter, die den Angriff schwer verletzt überlebte, die Polizei gerufen. Der Täter sei in einem Fahrzeug davongefahren und habe nahe der Grundschule einen Unfall gebaut. Er sei dann vor der Polizei in die Schule und dort in einen Klassenraum geflohen. US-Medienberichten zufolge handelte es sich um den Raum einer vierten Klasse.

Abbott sagte, ein Grenzschutzbeamter habe den Täter schließlich erschossen. Der 18-Jährige hatte an der Grundschule zuvor mit einem Sturmgewehr 19 Schulkinder und zwei Lehrerinnen erschossen. Abbott sagte, über Vorstrafen des Amokläufers sei nichts bekannt. Dasselbe gelte für psychische Erkrankungen.

Viele Hintergründe der Tat waren am Mittwoch noch unklar - zum Beispiel die Frage, warum die Robb Elementary School zum Ziel wurde. Der Chef der Behörde für Öffentliche Sicherheit in Texas, Steven McCraw, sagte, ein Motiv des Täters sei weiterhin nicht bekannt. Der Täter habe am 17. März ein Sturmgewehr gekauft, am Tag darauf dann 375 Schuss Munition. Am 20. März habe er ein zweites Sturmgewehr erworben.

Präsident Biden fordert Konsequenzen

US-Präsident Biden hatte am Dienstagabend gesagt, die Vorstellung, dass ein 18-Jähriger in ein Waffengeschäft gehen und zwei Sturmgewehre kaufen könne, sei einfach falsch. Nach dem schlimmsten Schulmassaker in den USA seit fast zehn Jahren fordert Biden Konsequenzen aus den wiederkehrenden Amokläufen mit Schusswaffen gefordert. „Als Nation müssen wir uns fragen, wann in Gottes Namen wir der Waffenlobby die Stirn bieten werden“, sagte er im Weißen Haus. „Wir müssen handeln.“

Präsident Biden will Uvalde bald besuchen. Er sagte am Mittwoch, er werde „in den nächsten Tagen“ mit seiner Ehefrau Jill nach Texas reisen und sich dort mit Familien treffen. Er wolle ihnen sein Mitgefühl zeigen und der Gemeinde etwas Trost spenden in einer Zeit von Schock, Trauer und Trauma.

Eines der Schulmassaker mit den meisten Opfern

Die Tat von Uvalde - eine von ihrer hispanischen Gemeinde geprägten Kleinstadt mit rund 16 000 Einwohnern - ist eines der Schulmassaker in der US-Geschichte mit den meisten Opfern. Nur beim Shooting an der Sandy-Hook-Grundschule in Newtown im Bundesstaat Connecticut im Dezember 2012 starben mehr Menschen.