Alice Schwarzer und Bettina Flitner sind seit 2018 verheiratet. privat/dpa

Einen geliebten Menschen durch Suizid zu verlieren, ist eine Tragödie. Der preisgekrönten Fotografin Bettina Flitner ist das gleich zweimal passiert, ihre Mutter und ihre Schwester nahmen sich das Leben. Ein großer Halt für Flitner war und ist ihre Ehefrau Alice Schwarzer. „Alice war da – und zwar immer“, sagt sie im Interview mit dem Promi-Magazin Bunte. „Sie hat mich aufgefangen, von der ersten Sekunde der Todesnachricht an. Alice versuchte ja auch, meiner Schwester Susanne zu helfen. Und hat mich überall begleitet in dieser Zeit, wo man so extreme Gefühle hat. Der Tod macht erst mal alles platt, auch das Schöne.“

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Bettina Flitner und Deutschlands bekannteste Feministin hatten im Juni 2018 geheiratet. Der Altersunterscheid von fast 20 Jahren spielt dabei keine Rolle: Alice Schwarzer ist 79, Bettina Flitner 60.

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So sparsam Schwarzer mit Auskünften über ihr aktuelles Liebesleben ist, so offen äußert sie sich über ihre Vergangenheit. Ihren ersten Sex hatte sie mit 19 Jahren – mit einem Mann. Schauplatz: ein möbliertes Zimmer in Köln. Diese erste Liebesnacht plante sie genau: knapp vor ihrer Periode, um eine Schwangerschaft möglichst auszuschließen. Am nächsten Morgen beschwerte sie sich bei ihrem Liebhaber: „Deswegen macht man so ein Theater!“

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Alice Schwarzer und Bettina Flitner sind seit 2018 verheiratet

Ihre erste große Liebe war der Franzose Bruno, mit dem sie zehn Jahre zusammenblieb. In einem Brief an ihre Mutter schrieb sie in der Phase frischer Verliebtheit: „Er ist die vollkommene Verkörperung meines Typs: groß, dunkel mit einem sehr ausdrucksstarken Gesicht.“ Die vielen Fotos, die sie in ihrer Autobiografie „Lebenslauf“ von ihm abdruckte, bestätigen das.

Die Kämpferin Alice Schwarzer, der ihre Gegner oft Haare auf den Zähnen nachgesagt haben, hat also auch eine romantische Seite. „Denn das ist die Ironie der Geschichte“, gibt sie zu, in Frankreich habe sie damals für die „militanten Lesben“ zur „Heterofraktion“ gehört, und auch in Deutschland sei sie „später innerhalb der Frauenbewegung am schärfsten von den Polit-Lesben kritisiert“ worden.

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Dabei liegen die Männer und die Frauen, die sie attraktiv findet, vom Typ her gar nicht so weit auseinander: „Mich interessiert einfach der Rollenbruch. Frauen mit einem Schuss Männlichkeit – und Männer mit einem Schuss Weiblichkeit. Hundertprozentige Frauen beziehungsweise Männer finde ich öde. Ich habe es am liebsten dazwischen.“

Erst die Verbindung zu Bettina Flitner betrachtet sie wieder als eine „Lebensbeziehung“ – so wie damals mit Bruno. In ihren Memoiren schreibt sie: „Wir haben beide einen kreativen Beruf, den wir mit Leidenschaft betreiben; wir verstehen viel vom Metier der jeweils anderen; wir haben unsere eigenen Räume, aber auch gemeinsame Orte – und sie ist: mitfühlend, intelligent, bewusst, humorvoll, lebensfroh.“ Wenn das keine Liebeserklärung ist.