Auch auf dem Landwehrkanal waren am Wochenende viele Menschen unterwegs. Kleines Bild: Der Ausschnitt aus dem Video zeigt den Moment, als der Amsterdamer Skater im Eis einbricht. Foto: Imago/Bildgehege, twitter.com/ikkomuitdrenthe

Es ist ein Thema, das auch in Berlin die Gemüter erhitzt: Seit Beginn des plötzlichen Wintereinbruchs warnen Polizei und Feuerwehr, keine zugefrorenen Wasserflächen zu betreten, denn sie bieten nur eine trügerische Sicherheit. Trotzdem zog es am vergangenen Wochenende unzählige Menschen auf den Müggelsee, den Landwehrkanal und andere Gewässer. Ein Video aus Amsterdam zeigt nun, wie schnell aus dem harmlosen Ausflug ein echter Sprung ins kalte Wasser wird…

Eine Nutzerin postete auf Twitter ein Video, das auf den ersten Blick komisch wirkt. Ein halbnackter Mann fährt mit Schlittschuhen auf einem zugefrorenen Kanal. Alles scheint gut zu laufen, doch dann wird das Eis plötzlich dünn. Ein lautes Krachen ist zu hören – und der Schlittschuhfahrer versinkt im Loch aus eiskaltem Wasser, das sich unter ihm aufgetan hat.

Schnell taucht der Mann wieder auf, schwimmt an das Ufer, wird von einem Mann mit einem Seil aus dem Wasser gezogen. Die Menge jubelt, Zuschauer applaudieren dem waghalsigen Eis-Taucher. Er selbst verbeugt sich – und läuft davon. Die Nutzerin, die das Filmchen auf Twitter teilte, kommentierte es nicht weiter. Dafür aber die anderen User: Rund sieben Millionen Menschen sahen den Clip, die Meinungen gehen auseinander.

„Schwimmen ist eine praktische Fähigkeit, wenn man auf dünnem Eis skatet. Cool wie eine Gurke, ein echter Champion, keine Panik, kluge Freunde und eine Verbeugung vor der Menge, um die Show zu beenden. Gut gemacht“, schreibt eine Nutzerin. Andere halten das Video für einen Fake, den Sturz ins Eiswasser für geplant. „Angeblich beim Skaten im Eis einbrechen – wie zurückgeblieben kann man sein? Natürlich schön mit ein paar jubelnden Leuten an der Seite. Und dann schön und viral, damit andere Idioten es nachmachen.“

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Wenn es einen kalten Winter gibt, warnen Sicherheitskräfte ausdrücklich vor dem Betreten von Eisflächen, auch in Berlin. Sonnenstrahlen und Wasserströmungen könnten auch vermeintlich festes Eis brüchig und instabil werden lassen. Dass solche Warnungen nicht aus der Luft gegriffen sind, zeigte sich am Samstag, als auf dem Schlachtensee gleich mehrere Menschen im Eis einbrachen. Sie konnten sich nach Angaben eines Feuerwehrsprechers allerdings selbst befreien.

An einer Stelle auf dem Schlachtensee in Nikolassee brach das Eis am Sonnabend nach Polizeiangaben, als ein Vater und sein Kind sich darauf bewegten. Sie kamen per Rettungswagen zur Kontrolle in ein Krankenhaus, seien aber wohlauf. Bei zwei Männern hielt das Eis unweit der Fischerhüttenstraße nicht. „Sie standen knietief im Wasser“, sagte ein Sprecher der Feuerwehr. Die Männer erlitten demnach keine Verletzungen.