Ein Weihnachtsbaum ist mit Kugeln geschmückt. Foto: Hauke-Christian Dittrich/dpa

Es sind noch genau zwei Monate bis Weihnachten - und die Supermarkt-Regale sind schon längst voll mit Lebkuchen und Stollen. Doch das scheint die einzige Konstante in diesem Jahr zu sein. Denn das Coronavirus -so viel ist jetzt schon klar - wird auch den Ablauf des Weihnachtsfestes beeinfluss. So appellierte Gesundheitsminister Jens Spahn bereits an die Bevölkerung, dass es nun alle gemeinsam in der Hand hätten, zu entscheiden, wie Weihnachten in diesem Jahr ablaufen kann. Schottlands nationaler Klinik-Chef wollte indes offenbar keine großen Hoffnungen schüren und riet den Menschen, sich auf ein „digitales Weihnachten“ einzustellen.

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In einer BBC-Radiosendung sagte Professor Jason Leitch, der auch die Regierung in Corona-Fragen berät: „Es ist ehrlich gesagt noch zu früh, dazu etwas zu sagen.“ Doch er stellte auch klar: „Wir werden uns nicht in großen Gruppen mit mehreren Familien treffen können - das ist in diesem Jahr Fiktion.“ Es sei klar, dass Weihnachten in diesem Jahr anders gefeiert werden müsse, als man es gewohnt sei. Doch er machte auch Hoffnung, ein Gewisses Maß von Normalität zu erreichen, wenn die Zahlen abgesenkt werden können. 

Bei der Opposition sorgten diese Aussagen für Aufregung. „Die Menschen haben monatelang große Opfer gebracht. Sie werden am Boden zerstört sein, wenn sie hören, dass Weihnachten, wie sie es kennen, dieses Jahr abgesagt wird“, sagte Liberaldemokrat Willie Rennie. Premierministerin Nicola Sturgeon hatte schon vorher gesagt, dass es zu früh sei, Weihnachten zu planen, da noch nicht absehbar sei, wie die Situation in zwei Monaten sei.

In Schottland steigen die Zahlen derzeit wie in allen anderen europäischen Regionen ebenfalls an. In dem Landesteil mit rund 5,5 Millionen Einwohnern haben sich seit Beginn der Pandemie 52.600 Menschen mit dem Coronavirus infiziert. 2670 sind nach offiziellen Angaben an den Folgen des Virus gestorben. Experten sorgen sich, da in den nächsten Tagen zwei wichtige Feiertage in Schottland anstehen. Nach Halloween am 31. Oktober steht am 5. November die Bonfire Night an, in der in Großbritannien an das Scheitern des Attentats auf den englischen König Jakob I erinnert wird.

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Bereits vor Wochen hatte das französisch-amerikanische Wirtschaftsnobelpreisträger-Pärchen, die Wissenschaftker Esther Duflo und Abhijit Banerjee, für Frankreich vorgeschlagen, das Land vom 1. bis zum 20. Dezember runterzufahren. Mit diesem Lockdown sollte die Ausbreitung des Virus gestoppt und ein Fest im Rahmen der Familie möglich gemacht werden, ohne danach eine noch heftigere Ausbreitungswelle als aktuell zu riskieren.