Eine Frau erhält ihre vierte Dosis des Coronavirus-Impfstoffs in einem Pflegeheim in Israel. dpa/Ariel Schalit

Herber Rückschlag im Kampf gegen die neue Corona-Variante Omikron! Eine Studie aus Israel macht Hoffnungen zunichte, eine nochmalige Impfung nach einem Booster könnte insbesondere ältere, vorerkrankte Menschen schützen. Tatsächlich, so Professor Gili Regev vom Schiba-Krankenhaus in Tel Aviv, habe man einen „ordentlichen Anstieg“ von Antikörpern beobachtet, nachdem bereits geboosterten Patienten eine weitere Dosis von Biontech/Pfizer verabreicht wurde. In Israel wird fast ausschließlich dieser in Deutschland entwickelte Impfstoff verwendet.

Nicht genug Antikörper gegen Corona-Variante Omikron

Die gemessene Zahl von Antikörpern habe über dem Wert nach der dritten Impfung gelegen. „Doch für Omikron ist dieser ordentliche Wert nicht genug“, so Gili Regev. Der Mediziner betonte, es handle sich um ein Zwischenergebnis der noch nicht veröffentlichten Studie. Präzise Zahlen nannte er nicht.

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach reagierte enttäuscht, weist auf Twitter aber darauf hin, dass ein Booster weiterhin vor einer schweren Erkrankung auch mit der Omikron-Variante schützt.

Erste Impfstoffe gegen Corona-Variante Omikron ab März angekündigt

Auf Omikron spezialisierte Impfstoffe würden nun „dringend gebraucht“, so Lauterbach. Biontech-Chef Ugur Sahin hatte angekündigt, solche Impfstoffe stünden von März an bereit. US-Impfstoff-Hersteller Moderna hatte noch keinen Zeitplan für auf die neue Corona-Variante angepasste Impfstoffe genannt. Virologen gehen allerdings davon aus, dass sich bis März bereits ein Großteil der Bevölkerung mit Omikron infiziert haben wird.

Allerdings verläuft der Anstieg an Corona-Infektionen nicht ganz so steil wie in anderen europäischen Ländern: Etwa alle sechs Tage verdoppelt sich die Zahl der Infektionen, in Dänemark und Großbritannien hatte sich das Virus deutlich schneller verbreitet. Vor allem bei geboosterten und jüngeren Leuten verläuft die Infektion oft symptomlos oder mit milden Symptomen. Besonders gefährdet sind offenbar ältere und vorerkrankte Menschen mit unzureichendem Immunschutz.