Die beiden Polizistinnen schlagen mit Stöcken mit voller Wucht auf das Tier ein. Foto: Screnshot/Tag24.de

Ein Video von der Misshandlung eines Polizeihundes sorgt für Empörung. Der verstörende Film entstand nach Recherchen des Portals tag24.de im Rahmen eines Diensthundeführerlehrgangs in Leipzig. Zwei Polizistinnen schlagen mit Stöcken auf den Schäferhund ein. Eine der Frauen schlägt mit voller Wucht mehrfach auf den Kopf und Oberkörper des Tieres, dann feuert sie ihre Kollegin an: „Hau drauf! Noch mal!“ Aus dem Hintergrund sind weitere Stimmen zu hören, die rufen: „Noch mal! Mach druff jetzt auf das Vieh!“

Der Schäferhund lässt die mit einem robusten Schutzanzug ausgerüstete Polizistin aber nicht los und zerrt weiter an ihrem Arm. Nach Angaben von tag24.de und der Polizei ist das Festhalten seine Aufgabe. Die Polizistin, die er festhält, stellt eine flüchtende Täterin dar. Immer und immer wieder schlägt sie im Rahmen der Übung auf das Tier ein. Dann gibt sie der Hundeführerin einen langen, mit Nylon ummantelten Glasfieberstab. Die Frau schlägt ebenfalls mit weiten Ausholbewegungen und voller Wucht auf das bellende Tier ein.

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Die Polizei erklärte auf Anfrage von Tag24, dass das Schlagen „der Förderung des Aggressionsverhaltens“ der Hunde diene, um in körperlichen Auseinandersetzungen zu bestehen. „Das Einwirken durch Schläge mit einem sogenannten Softstick ist nur in einem Übungs- und Prüfungsszenario für Schutzhunde, welches den Überfall eines Täters simuliert, vorgesehen“, so die Polizei weiter.

Die professionelle Hundetrainerin Claudia Lutz (46), der Tag24 das Video zur fachlichen Bewertung vorlegte, ist entsetzt. „Der hier gefilmte Umgang mit dem Hund und die ausgeübte Gewalt ist aus Sicht modernen Hundetrainings völlig inakzeptabel und ist als tierschutzrelevant zu beurteilen“, sagt sie dem Nachrichtenportal. Das ganze Handeln der Beteiligten ergebe „keinen Sinn“.

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Ermittlungsverfahren wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz eingestellt

„Durch Schläge wird der Hund sich weiter in die Zielperson verbeißen, da er die zugefügten Schmerzen auf die ‚Zielperson‘ projiziert“, so die Hundetrainerin. Gleichzeitig könne „das Vertrauen des Hundes in die Hundeführerin einen großen Verlust erleiden“.

Nachdem das Video im September der Polizeiführung zugespielt wurde, wurden Ermittlungen gegen die beiden Polizistinnen und drei weitere Polizeibeamte wegen des Verdachts des Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz eingeleitet. Am Donnerstag teilte die Staatsanwaltschaft laut Tag24 dann mit: „Das Ermittlungsverfahren gegen fünf Beamte wurde heute Vormittag eingestellt, weil sich kein Straftatverdacht ergeben hat.“ Das sagte Andreas Ricken, Sprecher der Staatsanwaltschaft.

Der Fall sei jetzt an die Ordnungsbehörde weitergereicht worden. Die solle nun prüfen, ob eine Ordnungswidrigkeit vorliege.