Google Timelaps zeigt, wie sich unsere Welt in den letzten 37 Jahren verändert hat: Hier in Grünland hat sich das Eis bereits weit zurückgezogen. Youtube/Google

Wenn nach Gründen dafür gesucht wird, warum die Bundesregierung dem Kampf gegen den Klimawandel nur eine geringe Priorität einräumt, wird oft angeführt, dass die Folgen der Klimakrise ein schleichender Prozess sind. Die Menschen haben Zeit, sich an das Überschreiten immer neue Grenzwerte und immer mehr klimabedingte Naturkatastrophen zu gewöhnen. Doch ein Video, das nun der Milliarden-Dollar-Konzern Google hochgeladen hat, lässt die Folgen des vermeintlich so langsam greifenden Klimawandels bedrohlich schnell aussehen. 

In dem Video, in dem Google seine Zeitraffer-Funktion für sein Earth-Tool bewirbt, kann man Gletschern beim Schmelzen, Seen beim Austrocknen oder Regenwäldern beim abgeholzt werden zuschauen. Probiert man sich selbst aus, kann man beispielsweise dem Hambacher Forst beim Schrumpfen zusehen, während sich die Braunkohlegrube immer weiter ausbreitet. Grundlage für dieses Tool sind Satellitenbilder aus den Jahren 1984 bis 2020, die die Weltraumorganisationen Nasa und ESA zur Verfügung gestellt haben. In der Zukunft sollen noch weitere Bilder hinzukommen.

Laut Google gehe es bei der Funktion nicht um das Heranzoomen (wozu die Qualität auch zu schlecht wäre), sondern darum, sich einen Eindruck vom Zustand der Erde zu verschaffen, sagte Google-Earth-Chefin Rebecca Moore. Und Liza Goldberg von der an Timelapse beteiligten Stanford University lobt: „Das ist ein großartiges Werkzeug, um den Klimawandel begreifbar zu machen. Denn wenn die Menschen ihn nicht sehen, glauben sie nicht daran.“

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Neben Orten, die man sich selbst suchen kann, wie beispielsweise den Hambacher Forst, stellt Google auf einer gesonderten Website 800 Zeitraffer-Videos von den verschiedensten Orten der Welt zusammen. Darunter sind Städte und Regionen in den verschiedensten Ecken der Welt.