Auf dem Mittelmeer (und auch vor den Kanarischen Inseln) ist die Seenotrettung hauptsächlich in privater Hand. Die EU-Staaten vernachlässigen diese Aufgabe. AP/Valeria Mongelli

In einem Flüchtlingsboot vor den Kanaren haben spanische Seenotretter ein totes Kind gefunden. Wie die Küstenwache am Montag mitteilte, befanden sich auf dem sieben Meter langen Boot etwa 50 Migranten - die Hälfte davon Frauen und Kinder. Das Boot sei von der Nordwestküste Afrikas aufgebrochen und am Sonntagabend südwestlich der Insel Gran Canaria aufgegriffen worden.

Neben dem toten Fünfjährigen, waren fünf weitere Kinder an Bord

Neben dem etwa fünfjährigen toten Kind befanden sich der Küstenwache zufolge auch zwei Säuglinge, zwei Sechsjährige und ein siebenjähriges Kind an Bord, die gerettet werden konnten.

Sie mussten zusammen mit zwei Erwachsenen mit dem Hubschrauber evakuiert und anschließend wegen Dehydrierung und Unterkühlung in ein Krankenhaus eingeliefert werden. Die anderen Passagiere wurden mit einem Schiff der Küstenwache auf die Insel gebracht.

Nach Angaben der Internationalen Organisation für Migration (IOM) sind seit Jahresbeginn mindestens 887 Migranten, darunter 60 Kinder, bei dem Versuch ums Leben gekommen, die Kanarischen Inseln zu erreichen. Das sind mehr als doppelt so viele wie im Vorjahreszeitraum. Nach Angaben des spanischen Innenministeriums kamen im gleichen Zeitraum rund 15.000 Migranten auf den Inseln an.

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Die Seenotrettung auf dem Mittelmeer, aber auch vor den kanarischen Inseln ist hauptsächlich in privater Hand. Die EU-Staaten vernachlässigen diese Aufgabe seit Jahren. Hilfsorganisationen werden den Staaten vor, die Todesopfer sehenden Auges in Kauf zu nehmen.