Einsatzkräfte sind an einem Bahnübergang in Brokstedt im Einsatz.
Einsatzkräfte sind an einem Bahnübergang in Brokstedt im Einsatz. Jonas Walzberg/dpa

Bei einer brutalen Messerattacke in einem Regionalzug von Kiel nach Hamburg sind am Mittwoch mindestens zwei Menschen getötet worden! Mindestens sieben Menschen seien zudem verletzt worden - drei davon schwer!

Das sagte die Innenministerin von Schleswig-Holstein, Sabine Sütterlin-Waack (CDU), der Deutschen Presse-Agentur am Mittwoch. Eine schwerverletzte Person schwebe noch in Lebensgefahr.

Mann ging mit Messer auf Reisende in Regionalzug los

Der Täter soll kurz vor 15 Uhr vor der Ankunft im Bahnhof Brokstedt (Kreis Steinburg in Schleswig-Holstein) mit einem Messer auf Reisende losgegangen, sagte ein Sprecher der Bundespolizei am Mittwoch. Es soll daraufhin eine Panik im Zug gegeben haben.

Einsatzkräfte behandeln einen Verletzten in Brokstedt.
Einsatzkräfte behandeln einen Verletzten in Brokstedt. Jonas Walzberg/dpa

Als der Zug gestoppt habe, sei das Geschehen laut ersten Erkenntnissen der Polizei auf dem Bahnsteig weitergegangen. Beamte der Bundespolizei hätten den Mann kurz darauf in Brokstedt festgenommen.

Täter war selbst verletzt, soll bald befragt werden

Der Mann soll laut Polizeidirektion Itzehoe auch verletzt sein. Die Verletzungen an den Händen soll er sich selbst zugefügt haben. Die Hintergründe seien noch unklar. Er werde in einem Krankenhaus behandelt und dort von der Polizei bewacht. Er soll sobald möglich von der Polizei befragt werden.

Zudem gibt es erste Hinweise, dass der mutmaßliche Täter geistig verwirrt sein könnte. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur aus Sicherheitskreisen. Nach vorläufigen Erkenntnissen war der mutmaßliche Angreifer bislang nicht als Extremist aufgefallen. Bei dem Mann handelt es sich um einen staatenlosen Palästinenser. Das sagte Innenministerin Sütterlin-Waack. Nach Angaben der Polizeidirektion Itzehoe ist er 33 Jahre alt.

Die Spurensicherung fotografiert am Tatort.
Die Spurensicherung fotografiert am Tatort. Jonas Walzberg/dpa

Innenministerin Sabine Sütterlin-Waack bekam die Nachricht im Landtag und beriet sich mit Ministerpräsident Daniel Günther. „Es ist ganz furchtbar“, sagte sie in einer ersten Stellungnahme, „wir sind ganz erschrocken und entsetzt, dass sowas passiert ist.“ Die Landespolizei und die Bundespolizei seien vor Ort, die Staatsanwaltschaft ermittelt. „Für mich steht fest, dass sich die entsetzliche Tat gegen jede Menschlichkeit richtet“, fügte sie hinzu.

Großeinsatz für Einsatzkräfte

Der Bahnhof wurde für die polizeilichen Maßnahmen gesperrt. Bisher sind laut Hamburger Morgenpost neun Rettungswagen, drei Notärzte und ein Rettungshubschrauber im Einsatz.

Die Polizei sei gegen 14.55 Uhr über den Vorfall von Fahrtgästen informiert worden und sei sofort ausgerückt.

Brokstedt ist eine kleine Gemeinde an der Bahnlinie zwischen Elmshorn und Neumünster. Derzeit soll es zu Zugausfällen im Fernverkehr zwischen Hamburg und Kiel kommen. Die Strecke zwischen Brokstedt und Wrist ist gesperrt.

Die Deutsche Bahn teilte am Abend mit: „Den Angehörigen der Opfer gehört unser tiefes Mitgefühl. Den Verletzten wünschen wir eine baldige und vollständige Genesung.“