So sah vermutlich der gefiederte Oviraptor philoceratops aus. Vor rund 70 Millionen Jahren hatte sein Jahr 372 Tage. Foto: Zhao Chuang/dpa

Geholfen hat es ihnen nicht: In der Ära der Dinosaurier drehte sich die Erde schneller als heute – ein Tag dauerte damals nur 23 Stunden und 31 Minuten. Das ergab jetzt die Untersuchung von Wachstumsringen in fossilen Muschelschalen. Forscher um Niels de Winter von der Freien Universität Brüssel haben diese Muscheln untersucht, die vom Jura bis zum Ende der Kreidezeit in den tropischen Meeren verbreitet waren und große Riffe hinterließen.

Für ihre Studie entnahmen die Forscher mithilfe eines Lasers Proben aus den jeweils rund 40 Mikrometer dünnen Tagesschichten der Muschelschale und konnten so den Tag-Nacht-Verlauf und die Zahl der Tage pro Jahr ermitteln. „Wir können uns dadurch im Prinzip einen Tag in der Zeit vor 70 Millionen Jahren anschauen – das ist erstaunlich“, so Niels de Winter.

Erdrotation hat sich im Laufe der Erdgeschichte verändert

Ein Jahr umfasste demnach vor 70 Millionen Jahren, also zur Zeit der Dinosaurier, nicht 365, sondern 372 Tage. Ursache dafür war der Mond, der im Laufe der Zeit die Rotation unseres Planeten immer weiter abbremst. Denn Ursache für die langsamer werdende Erdrotation sind neben Erdbeben, Prozessen im Erdkern und der Eisschmelze vor allem die Gezeitenkräfte zwischen Erde und Mond: Weil sich beide Himmelskörper gegenseitig mit ihrer Schwerkraft beeinflussen, übt der Mond eine bremsende Wirkung auf die Erddrehung aus.

Unsere Tage haben heute 24 Stunden, diese Zeitspanne entspricht einer Drehung unseres Planeten um sich selbst. Doch die Erdrotation hat sich im Laufe der Erdgeschichte verändert – und tut dies heute noch. Weil sich die Erddrehung allmählich verlangsamt, verlängern sich unsere Tage pro Jahrhundert um rund 1,78 Millisekunden. Unter anderem deshalb wird in bestimmten Jahren eine Schaltsekunde eingelegt wie zuletzt im Jahr 2016 der Fall.