Autofahrer werden am Wochenende mit extrem verschneiten Straßen rechnen müssen.  Foto; dpa/Sven Hoppe

Noch sind sich die Wettermodelle im Detail nicht ganz einig, sicher scheint nur: Dieses Wochenende wird der Norden Deutschlands Schneefälle erleben, wie es sie seit sehr vielen Jahren nicht mehr gegeben hat. Bei den Älteren dürften Erinnerungen an den Jahrhundertwinter 1978/79 aufkommen. Und es drohen sogar großflächige Stromausfälle, wie Wetter-Experte Dominik Jung warnt.

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Während im Süden Deutschlands der Frühling Einzug hält und in München am Wochenende sogar Temperaturen von weit über zehn Grad gemessen werden, bibbert der Norden. Zum einen wegen Temperaturen weit unter dem Gefrierpunkt und zum anderen vor den Folgen, die die angekündigten Schneestürme haben werden. 

Laut dem Diplom-Meteorologen Dominik Jung werden einige Regionen Norddeutschlands am Wochenende nämlich nur Tageshöchstwerte von minus acht Grad erreichen. Nachts sollen die Temperaturen sogar in Richtung minus 20 Grad sinken! In weiten Teilen Deutschlands drohen Erfrierungen!

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Dazu soll es zu schweren Schneefällen, teilweise auch mit heftigen Schneeverwehungen kommen. Der Schwerpunkt soll dabei laut den meisten Wettermodellen im Münsterland liegen und in einem Streifen bis nach Sachsen für bis zu 30 Zentimeter Neuschnee sorgen. Andere Modelle rechnen sogar mit einem halben Meter Neuschnee. Und das seien nur die Werte ohne Wind, so Jung. Denn durch Schneeverwehungen, die es örtlich geben soll, kann sich der Schnee an einigen Orten noch deutlich höher auftürmen. 

In Berlin sollen den meisten Modellen zufolge die ganz großen Schneemassen ausbleiben. Laut einigen Modellen könnten in der Hauptstadt dennoch knapp 20 Zentimeter Neuschnee fallen. 

Durch Eisregen drohen Blackouts in einigen Regionen

An der Grenze zwischen warme und kalter Luft kann es zudem zu Eisregen kommen – mit schweren Folgen für die Infrastruktur! Das schwere Eis kann sich an Bäumen und Strommasten festsetzen und diese zum Umknicken bringen. Stromausfälle wie im Winter 2005, als im Münsterland zahlreiche Strommasten wegbrachen, wären die Folge. Betroffen dürfte hier vor allem das Gebiet rund um den Main sein, der als Grenze zwischen dem warmen Wetter im Süden und dem kalten im Norden gilt.

Und auch auf den Straßen und Fußwegen wird es entweder durch Schnee oder durch überfrierende Nässe und Eisregen richtig glatt! Sobald Sie das Haus verlassen, ist am Wochenende Vorsicht geboten.

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Besonders für Menschen, die auf der Straße leben, ist das eiskalte und Schneereiche Wetter ein Risiko. In Berlin ist daher seit mehr als 25 Jahren der Kältebus der Berliner Stadtmission unterwegs, um Menschen in Not zu helfen. Das Team ist von 20.30 Uhr bis 2.30 Uhr telefonisch unter der Nummer (0178) 523 58-38 erreichbar. Weitere Hilfs-Angebote finden Sie auf der Website und in der App der Berliner Kältehilfe