In der Altstadt von Mussomeli (Sizilien) hat Rubia Daniels ein 1-Euro-Haus gekauft. Doch das Schnäppchen ist in Wirklichkeit viel teurer, verrät sie. IMAGO/imagebroker, privat/Rubia Daniels

Manchmal platzen Träume wie Seifenblasen. Aber mal ehrlich: Hätten Sie dieses Angebot ausschlagen können? Auf Sizilien gab es drei Häuser zum Schnäppchenpreis von nur einen Euro pro Haus. Die Kalifornierin Rubia Daniels schlug zu. Jetzt verrät sie: So teuer sind die 1-Euro-Häuser in Italien wirklich.

Die Hauptrolle in diesem vermeintlichen Märchen spielt das charmante sizilianische Dorf Mussomeli mit seiner traumhaften Altstadt. Die Umgebung ist hügelig, bis zur Küste fährt man rund 55 Kilometer, bis nach Palermo sind es 94 und bis zum Flughafen Catania 150 Kilometer. Rund 11.000 Einwohner leben in der Stadt – aber fast alle hat es in die Neubaugebiete getrieben.

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Stadt verkauft 1-Euro-Häuser als Schnäppchen

Also startete die Stadt vor zwei Jahren eine ungewöhnliche Aktion, verkaufte die rund 100 Häuser übers Internet für nur einen Euro. Das Ziel: wieder Leben in die Altstadt bringen. Statt diese Geisterstadt sich selbst zu überlassen, hofften die Verantwortlichen auf eine Widerbelebung durch Touristen und Zuwanderer.

Natürlich dauerte es nicht lang, bis sich Interessenten meldeten. Rubia Daniels aus Kalifornien schlug zu, kaufte eins für sich und zwei weitere für ihre Kinder. Doch aus dem Super-Schnäppchen wurde nichts.

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Dunkel, verlassen und unbewohnbar sind die 1-Euro-Schnäppchen-Häuser in Italien. IMAGO/Hans Lucas

„Wenn sie mir ein Haus für so wenig Geld verkaufen“, erklärt sie, „kann ich mir schon denken, dass ich viel Geld ausgeben muss, um es zu renovieren.“ Aber dieser Kauf hat noch einen ganz anderen Haken: Sie muss es innerhalb von drei Jahren tun. „Sonst riskiere ich, den wirtschaftlichen Vorteil des Kaufs zu verlieren.“ Käufer müssen nämlich eine Kaution von 5000 Euro an die Gemeinde zahlen. Wer sein Haus dann innerhalb von drei Jahren nach dem Kauf auf Vordermann gebracht hat, kriegt sein Geld zurück. Wer nicht – nicht!

Ein Schnäppchen ist das 1-Euro-Haus nur bedingt

Also nahm die Amerikanerin die Beine in die Hand und machte sich auf zu ihrem neuen Besitz. Was sie erwartet, war ein Bild des Grauens. Heruntergekommene Fassaden, abgewetzte Räume.

Für die Renovierung ihres ersten Hauses gab Rubia Daniels gut 12.000 Euro aus. Abgesehen davon steckte sie selbst sehr viel Arbeit hinein. Bis alle drei Häuser bewohnbar sind, wird ihr Konto wohl um 60.000 Euro schlanker werden. Das ist dann doch eine andere Hausnummer als ein Haus zum Taschengeld-Tarif.

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Bereut hat sie den Kauf dennoch nicht. „Die Menschen hier sind sehr positiv und einladend. Sie machen es einem wirklich leicht, herzukommen und seine Träume zu verwirklichen“, sagt sie und ist sicher: „Mussomeli wird dank dieses Projektes zu einem multikulturellen Ort mit Menschen aus aller Welt.“