Maren Kroymann bekam den „Deutschen Comedypreises“ für ihr Lebenswerk. dpa

Bei der Verleihung des Deutschen Comedypreises empfahl Kabarettistin Maren Kroymann ihren jungen Kolleginnen: „Umarmt Bäume und habt guten Sex.“ Im Promi-Magazin Bunte erzählt die 72-Jährige, warum sie nach 20 Jahren Beziehungen mit Männern die lesbische Liebe entdeckte: „Auf keinen Fall aus Enttäuschung! Es war eher so, dass ich immer Feministin war, immer Frauen unterstützt habe. Also, ich bin nur noch zu Ärztinnen gegangen und habe überall geguckt, wenn es die Auswahl zwischen einem Mann oder einer Frau gab, dass ich die Frau wähle“, so Kroymann.

„Eines Tages dachte ich: Das Einzige, was noch fehlt, ist, dass ich auch noch Sex habe mit ’ner Frau.“ Und das machte die Schauspielerin dann auch! Kroymann: „Ich war offen für das, was mir dann widerfuhr: Der erste Sex mit einer Frau war einfach super!“

Kroymann hatte im Oktober den Deutschen Comedypreis für ihr Lebenswerk entgegengenommen – und ihren Auftritt für Kritik am Umgang mit Frauen bei der Verleihung genutzt. „Geht’s noch jemand so wie mir, dass ich ein paar Frauen einfach vermisst habe auf der Bühne?“, fragte die 72-Jährige ins Publikum, nachdem sie den Ehrenpreis bekommen hatte. Zudem störte sie sich am knappen Kleid, das bei der Übergabe der Trophäen getragen wurde. „Und wer hat sich das Kleid ausgedacht, das die fabelhafte Kollegin trägt, die die Preise bringt?“, fragte sie.

Maren Kroymann kritisiert Umgang mit Frauen

Als alle Trophäen – lachende Eier – überreicht waren, ging Kroymann dann ans Mikro und nutzte die Live-Sendezeit für ihr Plädoyer. In ihre Kritik schloss sie offensichtlich auch den Umgang der Veranstalter mit den Vorwürfen gegen Komiker Luke Mockridge (32) ein. „Ich hätte gerne gehabt, dass Verantwortliche hier für diesen Preis und auch von dem Sender die Eier gehabt hätten, zu sagen: Wir solidarisieren uns nicht nur mit unserem beliebten Künstler, sondern mit den Frauen, die betroffen sind“, sagte sie. „Ich würde mir wünschen, dass ihre Geschichte gehört wird, dass diese Frauen ernst genommen werden, dass sie respektiert werden. Dass man ihnen glaubt.“

Die Serie „Über Weihnachten“, in der Mockridge die Hauptrolle spielt, hatte ursprünglich zu den Nominierten gehört. Einen Tag vor der Verleihung war sie allerdings aus dem Rennen genommen worden. Die Veranstalter hatten auf die „öffentlich geführten Diskussionen“ verwiesen, wegen der man – auch mit Mockridge – übereingekommen sei, die Nominierung zu streichen.

Mockridge hatte im August in einem Video angekündigt, dass es 2021 keine Shows mehr mit ihm im Fernsehen geben werde. Er berichtete damals von Vorwürfen gegen ihn in sozialen Netzwerken und von der Anzeige einer Ex-Partnerin, die nach eigenen Angaben einen Vorfall in einer gemeinsamen Nacht als versuchte Vergewaltigung wahrgenommen habe. Mockridge wies die Vorwürfe in dem Video zurück. „Das, was mir vorgeworfen wird, das ist nicht passiert“, sagte er. Seinen Rückzug begründete er damit, dass er sich „sammeln“ wolle.

Die Staatsanwaltschaft Köln bestätigte, dass ein entsprechendes Verfahren Anfang Mai 2020 mangels hinreichenden Tatverdachts eingestellt worden sei. Eine Beschwerde der Anzeigeerstatterin gegen die Entscheidung sei als unbegründet zurückgewiesen worden.

Ende September hatte Mockridge dann angekündigt, dass er seine Auszeit auf unbestimmte Zeit verlängern werde. Er verwies auf die aktuelle Berichterstattung zu seiner Person und erklärte, er brauche Zeit, „um zu verstehen, zu lernen und zu heilen“. Zuvor hatte Der Spiegel über das Verfahren und weitere Vorwürfe gegen ihn berichtet.