Anita Kupsch geht frohen Mutes durch das Leben. Foto: dpa/Jens Kalaene

In „Praxis Bülowbogen“ spielte sie die schlagfertige Arzthelferin und auch im echten Leben hat Anita Kupsch keine Angst vor Ehrlichkeit. Warum sie über das Ende ihrer Karriere nachdenkt – und woran sie sich gerne erinnert. Ein amüsanter Anruf vor ihrem Geburtstag.

Ganz kurz wird es still in der Telefonleitung. In der ARD-Serie „Praxis Bülowbogen“ spielte Anita Kupsch jahrelang die Sprechstundenhilfe Gabi Köhler – und erteilte schon in der ersten Folge Befehle. „Du, kauen is’ okay“, sagte sie damals zu einem Mädchen mit Kaugummi. „Aber bitte keeeene Blase, wenn’s jeht.“ Fragt man Anita Kupsch heute, wie viel Arzthelferin Gabi in ihr steckt, dann hält sie kurz inne. „Eigentlich gar keine“, sagt die Berlinerin, die am Montag 80 Jahre alt wird. „Außer dass sie eine Klappe hat. Und die Klappe habe ich auch.“

Während des Telefonats lacht Kupsch viel. Sie spricht offen über ihr Leben und eine neue Krebsdiagnose, die sie vor einer Weile bekommen hat. „Ich bin nicht geschockt. Aber warum ich zum dritten Mal?“, sagt Kupsch. Das letzte Mal habe sie nach drei Tagen wieder Theater gespielt, jetzt habe ihr die Ärztin eine Pause verordnet. „Ich merke, dass es mir ganz gut bekommt, mal nichts zu tun“, sagt sie.

Sie hat keine Kraft mehr

Kupsch überlegt, ob sie ganz aufhört mit ihrem Beruf. „Und ich glaube, ich mache es“, sagt sie. „Ich möchte keinen Terminzwang mehr haben.“ Sie habe wirklich viel Kraft in diesen Job investiert. „Und jetzt merke ich, dass meine Kraft langsam nachlässt.“ Geboren wurde Anita Kupsch 1940 in Berlin. In den 60ern begann sie ihre Schauspielkarriere. Schlagfertig ist sie bis heute. Bei einem Vorsprechen sei ihr mal gesagt worden, sie solle aufstehen, sich umdrehen und den Rock hochnehmen. „Und da hab’ ich nur gesagt: ,Am Arsch habe ich kein Talent’, erzählt Kupsch. Die Rolle habe sie bekommen. Sie erzählt auch von ihren Ehen – mit ihrem dritten Mann ist sie seit mehr als drei Jahrzehnten zusammen.

Wenn sie von früher erzählt, fallen viele Namen. In „Praxis Bülowbogen“ spielte sie an der Seite von Günter Pfitzmann. „Günter und ich, wir waren ein Ei und ein Klacks“, sagt Kupsch.

Einen heimlichen Wunsch hat sie noch: Sie hätte gerne wieder eine Katze. Ihr Mann sei nicht so begeistert. „Ich komm’ einfach damit an“, sagt sie und kichert. „Ich weiß nur noch nicht, wann.“