Peter Reusse (Archivbild 1991) dpa

Der Schauspieler Peter Reusse ist tot. Er starb am Samstag im Alter von 81 Jahren nach kurzer schwerer Krankheit, wie die Deutsche Presse-Agentur am Montag von der Familie erfuhr. Wegen der Jugendlichkeit seiner Rollen in den 60er- und 70er-Jahren wurde er auch mal als „James Dean des Ostens“ bezeichnet.

Reusse stammte aus Teltow, studierte an der Babelsberger Filmhochschule und spielte an verschiedenen Theatern der DDR. 1970 wurde er festes Ensemblemitglied am Deutschen Theater in Berlin. Er spielte etwa den Claudio in Shakespeares „Maß für Maß“, Lord Grey in „Richard III.“ oder Glimkin in Gorkis „Falscher Münze“.

Peter Reusse: Politisch engagiert in der Wendezeit

Seine erste Hauptrolle vor der Kamera übernahm Reusse 1965 in „Denk bloß nicht, ich heule“ von Frank Vogel. Der Film über Probleme der Nachkriegsjugend in der DDR landete nach Probeaufführungen bis zur Wende im Giftschrank. Bis zur nächsten Hauptrolle in einem Defa-Film dauerte es zwölf Jahre. In der Komödie „Ein irrer Duft von frischem Heu“ spielte er 1977 unter Roland Oehme einen LPG-Bauern und Parteisekretär. Auch in Produktionen des DDR-Fernsehens war Reusse zu sehen.

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Die Schauspieler Peter Reusse, Isabell Gerschke, Petra Kelling und Wolfried Lier (von links) bei Dreharbeiten zum ZDF-Fernsehfilm "Unser Haus" 1991. dpa/Hubert Link

In der Wendezeit engagierte sich der Schauspieler politisch und unterstützte das Bürgerkomitee zur Aufklärung von Stasi-Verbrechen. Nach der Einheit spielte er mit Iris Berben, Nadja Tiller oder Charles Aznavour.

Gedächtnisverlust – Ende der Karriere

Das Jahr 1993 markierte einen tiefen Einschnitt. Bei Proben zu „Der Eismann kommt“ brach Reusse im Deutschen Theater zusammen. Es folgten Gedächtnisverlust, persönliche Krise, Ende der Karriere als Schauspieler. Für Reusse begann eine Zeit als Maler und Bildhauer, er schrieb Gedichte, Erzählungen („Hier und drüben und drunter“), Romane, Drehbücher und Tagebuchaufzeichnungen.

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„Ich führe jetzt meine eigene Regie“, sagte er dazu einmal während einer Lesung. Bei mehreren Manuskripten lieferte die Nachwendezeit den Stoff, darunter für die Filmkomödie „Späte Antwort“.