Der Satellit und der verletzliche Planet Erde, aufgenommen mit einer GoPro, die an einem Selfiestick befestigt ist.
Der Satellit und der verletzliche Planet Erde, aufgenommen mit einer GoPro, die an einem Selfiestick befestigt ist. Nanoavionic/YouTube

Was für eine irre Aktion! Ein Satellit schießt nicht nur ein Foto von sich selbst, sondern ein ganzes Video aus einer Perspektive, die fast unwirklich erscheint: Der Mikrosatellit MP42 des US-Herstellers Nanoavionic befindet sich in einer Umlaufbahn über dem blauen Planet Erde. Ungewöhnlich erscheint vor allem, wofür sich das Satellitenunternehmen entschied, um das kosmische Selfie zu knipsen: Eine schnöde GoPro Hero, noch nicht einmal die neueste Ausführung, sondern das vor vier Jahren erschienene Modell 7.

Befestigt ist die Actioncam an einem ebenso handelsüblichen Selfiestick. Wie Nanoavionic mitteilt, habe man sich für diese Lösung entschieden, weil Bildqualität, Preis und der Weitwinkelmodus für die Aufnahme passend waren. Auch in der Weltall-Industrie sind günstige Lösungen gefragt, wenn sie denn etwas taugen.

Ganz hinten im tiefen Schwarz des Weltraums leuchtet der Mond

Allerdings mussten die Ingenieure der Kamera ein Weltall-taugliches Gehäuse überstülpen und den Selfiestick so verstärken, dass er dem kosmischen Stress gewachsen ist. Die Aktion hat offensichtlich bestens funktioniert: Nanoavionic veröffentlichte das Selfie-Video auf Youtube.

Zu sehen ist hinter dem quadratkastenförmigen Satelliten unser blauer Planet, dahinter die unendlichen Weiten des Weltraums. Ganz hinten ist sogar der Mond zu sehen, der auf Aufnahmen stets kleiner aussieht, als wir ihn mit dem menschlichen Auge wahrnehmen.

Hinter der Selfie-Aktion steckt ein wichtiges Anliegen: Es geht um die Erde

Von der Erde zeigt das Video Aufnahmen des australischen Great Barrier Reef, das größte Korallenriff der Welt. Nanoavionics-Chef Vytenis Buzas erklärt den Zweck der Selfie-Aktion: „Wir wollten die Verwundbarkeit unseres Planeten und die Bedeutung der Erdbeobachtung durch Satelliten hervorheben, vor allem für die Überwachung von Umwelt- und Klimaveränderungen.“

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Zugleich präsentiert das Unternehmen mit dem Weltraumselfie künftigen Kunden eine günstige Lösung, mit der Betreiber von Satelliten Schäden etwa durch Einschläge von Mikrometeoriten oder Weltraumschrott erkennen können.