Forscher der Binghamton-Universität hatten die Ernährung, sportliche Aktivitäten und Lebensstile von 2600 Testpersonen über fünf Jahre hinweg analysiert. Tobias Hase/dpa

Sag mir, was du isst und ich sage dir, wie gut mental du drauf bist. Mit dieser Formel kann man die Ergebnisse einer neuen Studie zum Einfluss von Ernährung auf die psychische Gesundheit zusammenfassen, die im Fachjournal Nutrients veröffentlicht wurde.

Forscher der Binghamton-Universität hatten die Ernährung, sportliche Aktivitäten und Lebensstile von 2600 Testpersonen über fünf Jahre hinweg analysiert. Die Probanden mussten periodisch Fragebögen zu Veränderungen in den drei Hauptkategorien ausfüllen. Dazu wurden die Teilnehmer nach ihrem Level an Alltagsstress und Nervosität sowie nach Depressionen befragt.

Laut Studienleiterin Lina Begdache, Professorin für Gesundheit und Wellness-Studien, wurden die Teilnehmer nach Alter und Geschlecht aufgeteilt: „Die Gehirne von 18- bis 29-Jährigen habe eine andere Reife als die Menschen über 30. Das haben wir mit einbezogen bei unserer Analyse.“

Wenig Fast Food und Koffein

Die Ergebnisse der Studie: Die mentale Gesundheit von jungen Frauen war am besten, wenn sie täglich Frühstück aßen, regelmäßig Sport trieben und wenig Fast Food sowie Koffein konsumierten. Dasselbe traf auch auf reifere Frauen zu, nur das diese zusätzlich täglich viel Obst zu sich nehmen mussten.

Besonders Frauen ab 30 sollten für die mentale Gesundheit mehr Obst essen. Christin Klose/dpa-tmn

Bei jungen Männern war die psychische Gesundheit am besten, wenn sie täglich Sport trieben, Milchprodukte und Fleisch konsumierten und möglichst auf Fast Food und Koffein verzichteten. Männer über 30 brauchten das gleiche für einen hohen mentalen Happy-Faktor – allerdings mit einer täglichen Portion an Nüssen obendrauf.

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Begdache: „Bei vielen jungen Erwachsenen sind mentale Probleme ein direktes Resultat von schlechter Ernährung und unzureichenden Mengen an Nährstoffen. Koffein stimuliert bei ihnen das Nervensystem und führt zu einem erhöhten Stresslevel, der sogar zu Panikattacken führen kann.“

Unterschiede zwischen Frauen und Männern

Insgesamt gab es auch klare Unterschiede zwischen den männlichen und weiblichen Testpersonen. Begdache: „Ernährung hat auf die mentale Gesundheit von Männern weniger Einfluss als auf die von Frauen. Männer müssen nur ab und zu gesund essen, um psychisch gut drauf zu sein. Allein wenn sie fast nur Fast Food auf dem Speiseplan haben, schlägt ihnen das aufs Gemüt.“

Frauen dagegen müssen viel für ihre mentale Gesundheit tun – sprich täglich gesund essen, alle wichtigen Nährstoffe zu sich nehmen und sich sportlich betätigen. Begdache. „In der Zukunft sollte man Ernährungsratschläge nicht nur auf die körperliche Gesundheit von Menschen basieren. Auch die psychische Gesundheit muss mit einbezogen werden!“