Mit Taschenlampen suchen Polizeibeamte das Areal um das Impfzentrum in Eich nach Spuren ab. dpa/David Rötzschke

In einem Impfzentrum in der sächsischen Kleinstadt Treuen im Vogtlandkreis ist am Dienstagabend ein Feuer ausgebrochen. Wie die Polizei am Mittwochmorgen mitteilte, steckt hinter dem Feuer ein Brandanschlag.

Impfzentrum in Treuen: Polizei geht von Brandstiftung aus

Zunächst hielt sich die sächsische Polizei am Mittwochmorgen noch bedeckt, was wohl hinter dem Feuer im Impfzentrum in Treuen steckte. Doch wenig später kam heraus: Es handelte sich um einen Brandanschlag! Drei Unbekannte sollen am Dienstagabend Bierflaschen mit einer brennbaren Flüssigkeit auf das Gebäude in Treuen geworfen haben, teilten die Ermittler mit. Laut Zeugen flüchteten die Täter in einer roten Limousine.

Die Hintergründe der Tat seien laut Polizei noch nicht klar. Es ist jedoch bei weitem nicht der erste Angriff auf die Infrastruktur zur Bekämpfung der Corona-Pandemie in Deutschland. In Berlin-Lichtenberg wurde beispielsweise im August ein Corona-Testzentrum in Brand gesteckt. Zudem gab es in der Stadt Speyer Brandanschläge auf zwei Testzentren und ein Impfzentrum. Viele weitere Beispiele sind bekannt – auch aus dem europäischen Ausland.

Impfzentrum in Treuen hätte bald geschlossen

Das Impfzentrum in Treuen sollte ebenso wie die Impfzentren in Chemnitz, Annaberg, Borna, Leipzig, Mittweida und Pirna am 30. September schließen. Zu niedrig ist die Nachfrage an Corona-Impfungen in Sachsen. Nach offiziellen Angaben sind in Sachsen erst 53 Prozent der Bevölkerung vollständig geimpft, 56 Prozent haben immerhin eine Spritze erhalten. Das ist der niedrigste Wert in ganz Deutschland.