Gepanschter Alkohol, den die russischen Behörden in der Stadt Orsk sicherstellten. AFP/Investigative Committee of Russia

Nach der Massenvergiftung von Menschen mit gepanschtem Alkohol im Süden Russlands ist die Zahl der Todesopfer auf über 30 gestiegen. Die ersten Todesfälle waren am 7. Oktober bekannt geworden, inzwischen gebe es 32 Tote, teilte die Regionalregierung des betroffenen Gebiets Orenburg am Sonntag mit. Die Zahl der Patienten in den Krankenhäusern sei auf 64 gestiegen. Einige waren nach Behördenangaben an Herz-Lungen-Maschinen angeschlossen. Bisher seien neun Menschen festgenommen worden - wegen unerlaubter Herstellung und illegalen Handels mit verbotenem Alkohol.

Orenburg liegt rund 1200 Kilometer südöstlich der russischen Hauptstadt Moskau an der Grenze zu der zentralasiatischen Republik Kasachstan. Seit Tagen werden immer höhere Opferzahlen gemeldet. Am Freitag war zunächst von 17 Toten die Rede gewesen. Gestorben seien nun weitere Menschen mit besonders schweren Vergiftungserscheinungen und Patienten im Koma, hieß es. Das nationale Ermittlungskomitee in Moskau hat die Untersuchungen übernommen.

Neun Verdächtige festgenommen

Die mutmaßlichen Täter sollen die Getränke vor allem in der Großstadt Orsk in der Region Orenburg, aber auch in anderen Orten verkauft haben. Wodka und anderer Alkohol dürfen in Russland nur mit offiziellen Kennnummern verkauft werden. Trotzdem kommt es immer wieder zu schweren Alkoholvergiftungen besonders in der Provinz, weil dort Getränke bisweilen aus billigem, aber lebensgefährlichem Industriealkohol hergestellt werden.

2016 starben in Irkutsk 76 Menschen, nachdem sie Alkohol, der mit einem Glasreinigungsmittel versetzt war, getrunken hatten.