Blutentnahmeröhrchen mit der Aufschrift Covid-19 und einer Spritze (Symbolfoto)  Foto: imago images
Die wichtigsten Informationen im Überblick

Fragen und Antworten zur Verbreitung: Symptome, Ansteckungsgefahr und Schutz >>

FAQ für Arbeitnehmer: Das müssen Sie wissen >>

Das Robert-Koch-Institut gibt Tipps und Hinweise >>

Der Berliner Senat betreibt unter (030)-9028-2828 zwischen 8 und 20 Uhr eine Hotline für Bürger, die den Verdacht haben, sie könnten infiziert sein. Alternativ können Sie auch die Nummer des Patientenservice anrufen 116117. Bei beiden Nummern ist mit langen Wartezeiten zu rechnen.

Schutz gegen Corona- und andere Viren

Hände waschen: Eine wichtige Maßnahme, um Virusinfektionen zu vermeiden, ist es, die Hände regelmäßig und gründlich mit Seife zu waschen. Gründliches Händewaschen dauert 20 bis 30 Sekunden. In öffentlichen Toiletten ist es ratsam, den Wasserhahn mit einem Einweghandtuch oder dem Ellenbogen zu schließen.

Hygiene: Mit ungewaschenen Händen sollte man sich nicht an Mund, Augen oder Nase fassen. Wer krank ist, sollte Abstand zu anderen halten, sich zu Hause auskurieren und enge Körperkontakte zu seinen Mitmenschen vermeiden. Geschlossene Räume sollten mehrmals täglich für einige Minuten gelüftet werden.

Husten und Niesen: Dabei wird geraten, Abstand von anderen zu halten und sich wegzudrehen. Am besten ist es, ein Taschentuch zu benutzen oder sich die Armbeuge vor Mund und Nase halten.

+++ 3. August +++

Rund 2300 Tests an Berliner Flughäfen - ein Prozent positiv

An den beiden Berliner Flughäfen wurden seit vergangener Woche rund 2300 Reiserückkehrer aus Risikogebieten auf Covid-19 getestet. «Knapp ein Prozent der getesteten Personen waren positiv», teilte Ulrich Frei, Vorstand Krankenversorgung der Charité, am Montag auf Anfrage mit. Die Charité führt die Tests an den beiden Standorten durch. Seit Mittwoch können sich Rückkehrer auf das Virus am Flughafen Tegel testen lassen. Am Freitag wurde auch eine Teststelle in Schönefeld eingerichtet. (dpa)

Gewerkschaft verteidigt Polizei-Strategie bei Corona-Demonstrationen

Die Deutsche Polizeigewerkschaft (DPolG) hat die Einsatzstrategie der Berliner Polizei bei Demonstrationen gegen die Corona-Auflagen am Wochenende nach Kritik aus der Politik verteidigt. «Die Polizei hat nicht den gesetzlichen Auftrag, parteipolitischen Erwartungshaltungen zu folgen, sondern das Versammlungsrecht zu schützen», sagte der Bundesvorsitzende Rainer Wendt der Deutschen Presse-Agentur am Montag. Diesem Auftrag sei die Berliner Polizei in beispielhafter Weise nachgekommen, der Einsatz sei «wie aus dem Lehrbuch» geführt worden. Aus Protest gegen die staatlichen Beschränkungen zur Eindämmung der Corona-Pandemie waren am Samstag in Berlin Tausende auf die Straße gegangen. Weil viele Demonstranten weder die Abstandsregeln einhielten noch Masken trugen, löste die Polizei Kundgebung am frühen Abend auf. Danach wurde parteiübergreifend der Ruf nach einem harten Durchgreifen laut. «Die Demonstration hätte schon früher aufgelöst werden können», sagte etwa die SPD-Chefin Saskia Esken der ARD-«Tagesschau». (dpa)

Teststelle für Reiserückkehrer am Berliner ZOB gestartet

Die Covid-19-Teststelle am Zentralen Omnibusbahnhof (ZOB) in Berlin hat den Betrieb begonnen. Seit Montag haben Rückreisende aus Risikogebieten dort die Möglichkeit, sich nach ihrer Ankunft auf Covid-19 testen zu lassen, wie die Senatsverwaltung für Gesundheit am Montag mitteilte. Am frühen Vormittag hätten die ersten 20 davon gebraucht gemacht. Die Teststelle ist den Angaben zufolge durchgängig geöffnet, die Tests sind kostenfrei. Testen lassen können sich ausschließlich Rückreisende, die keine Corona-Symptome zeigen. (dpa)

Gewerkschaft: Auf dem Bau sinkt die «Corona-Disziplin»

Auf vielen Baustellen herrscht nach Gewerkschaftsangaben Nachlässigkeit beim Corona-Schutz. «Kein Händewaschen, kein Abstand, keine Atemschutzmaske», fasst die IG BAU die Schwachpunkte zusammen. «Viele Bauunternehmen ignorieren die Corona-Gefahr, indem sie zum alten Trott zurückkehren», teilte der Vorsitzende Robert Feiger der Deutschen Presse-Agentur mit. Das fange auf dem Weg zur Arbeit an: «Sammeltransporte zu Baustellen im Bulli sind in vielen Firmen wieder an der Tagesordnung. Genauso wie Pausen im engen Bauwagen», sagte Feiger. (dpa)

Bundesregierung: Maskenpflicht in Schulen «vernünftige Überlegung»

Die Bundesregierung begrüßt die Pläne einzelner Bundesländer, in der Schule mit Beginn des neuen Schuljahrs eine Pflicht zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes einzuführen. «Eine solche Maskenpflicht klingt nach einer vernünftigen Überlegung», sagte die stellvertretende Regierungssprecherin Ulrike Demmer am Montag in Berlin. Dies müsse aber eingebettet sein in ein Gesamtkonzept und dafür liege die Zuständigkeit bei den Ländern. Als erstes Bundesland war Mecklenburg-Vorpommern am Montag ins neue Schuljahr gestartet. Erstmals seit der coronabedingten Schulschließung Mitte März sollen alle Schülerinnen und Schüler wieder täglich zur Schule gehen. Hamburg folgt am Donnerstag, Berlin, Brandenburg, Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen in der kommenden Woche. Mehrere Länder hatten angekündigt, in Schulgebäuden - aber nicht im Unterricht - eine Maskenpflicht einzuführen. (dpa)

Krankenstand während Corona-Hochphase deutlich über Vorjahreswert

Die Zahl der Krankmeldungen ist während der Corona-Pandemie massiv gestiegen: Der Krankenstand lag im März bundesweit bei 7,1 Prozent, wie die KKH Kaufmännische Krankenkasse am Montag mitteilte. Im Vorjahresmonat habe er 5,6 Prozent betragen. Vor allem bei den Frauen registrierte die KKH nach eigenen Angaben einen Höchststand, insbesondere in Brandenburg, Sachsen-Anhalt und Thüringen mit Spitzenwerten von rund zehn Prozent. Grund für die hohe Zahl an Krankmeldungen waren demnach vor allem Erkältungskrankheiten: Aufgrund von Husten, Schnupfen und ähnlichen Symptomen hätten sich im März zwei Prozent der Arbeitnehmer krankschreiben lassen - so viele wie lange nicht. Im März 2019 waren es demnach nur gut halb so viele. Am meisten von Atemwegserkrankungen betroffen waren Mitarbeiter in der Kinderbetreuung und -erziehung sowie Alten- und Krankenpfleger beziehungsweise Krankenschwestern. (afp)

Weiterhin nur leichter Anstieg von neuen Corona-Fällen in Brandenburg

Die Zahl der bestätigten neuen Corona-Infektionen in Brandenburg bewegt sich weiter auf niedrigem Niveau. Von Sonntag zu Montag kam nach Angaben des Gesundheitsministeriums ein neuer Fall aus dem Landkreis Prignitz hinzu. Von Samstag auf Sonntag wurde ebenfalls nur eine Corona-Neuinfektion aus dem Kreis Potsdam-Mittelmark gemeldet. Von Donnerstag bis Freitag waren es noch elf neue Fälle, von Freitag bis Samstag neun. Seit März haben sich damit 3593 Menschen mit dem Erreger Sars-CoV-2 infiziert, 173 starben seitdem. Erkrankt an Covid-19 sind derzeit etwa 90 Menschen, als genesen gelten 3330 - 20 mehr als einen Tag zuvor. (dpa)

+++ 2. August +++

Russland plant erste Corona-Impfungen im Herbst

Im Kampf gegen das Coronavirus will Russland im Herbst mit Impfungen beginnen. Dies sei für Oktober geplant, sagte Gesundheitsminister Michail Muraschko der Staatsagentur Tass zufolge am Samstag in Nischni Nowgorod. Zunächst sollten dann Ärzte und Lehrer geimpft werden, dann schrittweise der Rest der Bevölkerung. Die klinischen Tests des in Russland entwickelten Impfstoffes seien mittlerweile abgeschlossen, sagte Muraschko. Allerdings hatte der Gesundheitsminister am 23. Juli der Agentur Interfax zufolge erst den Start einer Phase-3-Studie mit 800 Teilnehmern angekündigt. Phase-3-Studien prüfen die Wirksamkeit eines Präparats, zielen auf die Zulassung ab und beinhalten gewöhnlich deutlich mehr Teilnehmer. Der Impfstoff wurde vom staatlichen Gamalaja-Institut für Epidemiologie und Mikrobiologie in Moskau entwickelt. Die Zulassung sei in Vorbereitung, sagte der Minister. Ein Datum nannte er nicht. Zuletzt war der 10. August als Termin im Gespräch. Russland wäre damit das erste Land, das einen Impfstoff zulässt. (dpa)

9327 bestätigte Corona-Infektionen in Berlin - Neun neue Fälle

Die Zahl der nachgewiesenen Corona-Infektionen ist in Berlin leicht angestiegen. Die Senatsgesundheitsverwaltung meldete am Sonntag 9327 bestätigte Fälle - das sind neun mehr als am Vortag. Kontaktpersonen würden weiterhin ermittelt, kontaktiert und isoliert, hieß es in der Mitteilung. Im Krankenhaus isoliert und behandelt werden derzeit 41 der infizierten Personen - das sind vier weniger als am Vortag. Die Zahl der intensivmedizinisch betreuten Menschen stieg derweil um eine Person auf 15. Die anderen infizierten Personen seien häuslich isoliert. Die Zahl der bisher gestorbenen Patienten blieb mit 223 unverändert gegenüber dem Vortag. (dpa)

Söder strikt gegen weitere Lockerung von Corona-Maßnahmen

Berlin - CSU-Chef Markus Söder hat sich angesichts der steigenden Zahl an Neuinfektionen gegen weitere Lockerungen von Corona-Auflagen ausgesprochen. "Wir müssen damit rechnen, dass Corona mit voller Wucht wieder auf uns zukommt", sagte der bayerische Ministerpräsident der "Bild am Sonntag". "Wenn wir nicht aufpassen, kann bei uns wieder eine Situation wie im März entstehen." Gefragt sei absolute Wachsamkeit. "Das Virus bleibt eine Daueraufgabe, die uns permanent unter Stress setzt." (dpa)

Bildungsministerin Karliczek für Maskenpflicht an Schulen

Vor Ende der Sommerferien in sechs Bundesländern spricht sich Bildungsministerin Anja Karliczek (CDU) für eine Maskenpflicht in den Schulgebäuden aus. Es sei zwar nachvollziehbar, wenn Länder auf Abstandsregeln verzichten wollten, um Präsenzunterricht zu ermöglichen, sagte Karliczek der "Welt am Sonntag". Dennoch werde der Präsenzunterricht nur funktionieren, wenn Hygieneregeln eingehalten, Schutzmasken getragen sowie auf Schulhof und Fluren Abstand gehalten werde. Grünen-Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt forderte bundesweit einheitliche Corona-Regeln. (afp)

240 Corona-Neuinfektionen - Weiterer Ausbruch auf Gemüsehof in Bayern

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) 240 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet. Diese niedrige Zahl, weniger als ein Drittel der Werte der Vortage, erklärt sich wohl zumindest teilweise dadurch, dass an Wochenenden nicht alle Gesundheitsämter ihre Daten übermitteln. Am Samstag hatte die Zahl der Neuinfektionen binnen 24 Stunden bei 955 gelegen. Das war die höchste gemeldete tägliche Fallzahl seit Anfang Mai - abgesehen vom lokalen Corona-Ausbruch beim Fleischfabrikanten Tönnies Mitte Juni. Seit Beginn der Pandemie haben sich mindestens 209.893 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert, wie das RKI am Sonntagmorgen mitteilte (Datenstand 2.8., 0.00 Uhr). Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt nach RKI-Angaben bei 9141. Bis Sonntagmorgen hatten 192.900 Menschen die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden. Damit sind rechnerisch rund 7850 Menschen in Deutschland akut mit dem Erreger infiziert. (dpa)

Göring-Eckardt wirft Regierung «Fahrlässigkeit» im Corona-Kampf vor

Die Fraktionsvorsitzende der Grünen im Bundestag, Katrin Göring-Eckardt, hat der Bundesregierung schwere Versäumnisse bei der Bekämpfung der Corona-Pandemie vorgeworfen. In einem am Sonntag veröffentlichten Schreiben an Kanzleramtschef Helge Braun (CDU) beklagte Göring-Eckardt: «Auch ein halbes Jahr nach Beginn der Corona-Krise in Deutschland mit schmerzhaften Erfahrungen von Kita- und Schulschließungen und unkontrollierten Ausbrüchen in Corona-Hotspots fehlen klare, bundesweit einheitliche Regeln und ein verständliches Konzept.» Die Grünen-Politikerin fügte hinzu: «Das ist an Fahrlässigkeit kaum zu überbieten.» Zuvor hatte die «Bild am Sonntag» über das Schreiben berichtet. (dpa)

Reisebranche: Corona könnte Spanien 750.000 Arbeitsplätze kosten

Die spanische Tourismusbranche hat ihre schon bisher pessimistischen Prognosen für dieses Jahr wegen wieder gestiegener Corona-Zahlen und neuer Einschränkungen nach einem Zeitungsbericht noch einmal drastisch nach unten revidiert. Bis zum Jahresende drohten der Verlust von bis zu 750.000 Arbeitsplätzen und ein Rückgang der in normalen Zeiten zu erwartenden Einnahmen um mehr 50 Prozent oder 83 Milliarden Euro, berichtete die Zeitung "El País" am Sonntag unter Berufung auf Schätzungen des Reiseunternehmerverbandes Exceltur. Bis vor kurzem rechnete der Verband noch mit Einbußen von 40 Milliarden Euro im Tourismus, der 2019 mehr als zwölf Prozent zum Bruttoinlandsprodukt (BIP) beitrug. Der Verband fordert deshalb 30 Milliarden Euro der für Spanien zu erwartenden rund 140 Milliarden aus dem historischen EU-Hilfsfonds zur Überwindung der Corona-Krise. (dpa)

Nur eine neue Corona-Infektion in Brandenburg bestätigt

Der Anstieg gemeldeter Corona-Infektionen in Brandenburg ist deutlich zurückgegangen. Von Samstag auf Sonntag kam nur ein Fall aus dem Kreis Potsdam-Mittelmark hinzu, berichtete das Gesundheitsministerium in Potsdam. Von Donnerstag bis Freitag wurden noch elf neue Infektionen gezählt, von Freitag bis Samstag neun. Allerdings kann es auch sein, dass manche Kreise oder kreisfreien Städte neue Infektionen wegen des Wochenendes verzögert melden. Die Zahl an Covid 19-Erkrankten wird derzeit auf 110 geschätzt, die der genesenen Patienten auf 3310. Seit März haben sich 3592 Menschen mit dem Erreger Sars-CoV-2 infiziert und 173 starben. (dpa)

Nächtliche Ausgangssperre in Melbourne wegen Corona

In Australiens zweitgrößter Stadt Melbourne ist wegen der Corona-Pandemie eine nächtliche Ausgangssperre angekündigt worden. Der Regierungschef des Bundesstaates Victoria, Daniel Andrews, sagte Journalisten, die Ausgangssperre solle von Sonntag an jeden Abend um 20.00 Uhr (Ortszeit) beginnen. Sie gelte jeweils bis 5.00 Uhr des Folgetags. Ausnahmen gibt es für Menschen, die zur Arbeit oder von dort nach Hause fahren oder die sich um jemand anderen kümmern. (dpa)

+++ 1. August +++

955 neue Corona-Infektionen in Deutschland - R-Werte steigen an

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) 955 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet. Dies ist die höchste gemeldete tägliche Fallzahl seit Anfang Mai - abgesehen vom lokalen Corona-Ausbruch beim Fleischfabrikanten Tönnies Mitte Juni. Seit Beginn der Corona-Krise haben sich somit mindestens 209 653 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert, wie das RKI am Samstagmorgen im Internet meldete (Datenstand 1.8., 0.00 Uhr). Am Freitag hatte die Zahl der täglich registrierten Neuinfektionen bei 870 gelegen. Aufgrund der steigenden Fallzahlen fürchtet das RKI eine Trendumkehr in Deutschland. Grund dafür sei Nachlässigkeit bei der Einhaltung der Verhaltensregeln. (dpa)

Polen verzeichnet Höchstwert bei neuen Corona-Infektionen

Polen hat so viele neue Corona-Fälle registriert wie noch nie seit Beginn der Pandemie. Am Samstag verzeichneten die Behörden nach eigenen Angaben 658 Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden. Seit drei Tagen registriert das EU-Land täglich neue Rekordwerte. Die Regierung in Warschau erwägt deshalb schärfere Maßnahmen gegen eine weitere Ausbreitung des Virus. Geprüft werde zum Beispiel erneut eine Quarantäne für Reisende aus einigen Ländern mit hohem Infektionsgeschehen. Im Land gilt eine Maskenpflicht in Bus und Bahn sowie in öffentlichen Gebäuden. In Polen haben sich nach offiziellen Angaben bislang 46.346 Menschen mit Sars-CoV-2 infiziert. 1721 Menschen starben demnach mit dem Virus. (dpa)

Corona-Ausbruch auf Hurtigruten-Schiff - mittlerweile 33 Infektionen

Nach dem Ausbruch des Coronavirus unter der Besatzung eines Passagierschiffs in Norwegen sind 29 weitere Crew-Mitglieder positiv auf das Virus getestet worden. Damit steigt die Zahl der nachgewiesenen Infektionen von vier auf 33, wie die Reederei Hurtigruten am Samstag mitteilte. Die Corona-Tests von 120 weiteren der insgesamt 158 Besatzungsmitglieder der «Roald Amundsen» seien negativ ausgefallen, fünf andere müssten nochmals getestet werden. Das Expeditionsschiff liege weiter im nordnorwegischen Tromsø vor Anker und werde isoliert, Passagiere befänden sich keine an Bord. Planmäßig hatte die «Roald Amundsen» am Freitagnachmittag in Richtung Spitzbergen in See stechen sollen - die Reise wurde jedoch abgesagt, nachdem am Freitag die ersten Infektionen bei Besatzungsmitgliedern des Schiffes bekanntgeworden waren. Diese vier Personen kamen in ein Universitätskrankenhaus. (dpa)

Esken für flächendeckende Corona-Tests - Warnung vor zweiter Welle

SPD-Chefin Saskia Esken fordert angesichts steigender Infektionszahlen eine deutliche Ausweitung der Corona-Tests in Deutschland. Nötig sei eine Strategie, die es erlaube, durch flächendeckende und zugleich gezielte Tests Infektionen frühzeitig zu identifizieren und damit weitere Ansteckungsrisiken zu verringern, sagte Esken der Düsseldorfer «Rheinischen Post» (Samstag). «Da ist jetzt Verantwortung in Bund, Land und Kommune gefragt und gefordert.» Gerade diejenigen, die bei der Frage von Lockerungen vorangeprescht seien, sollten jetzt alle notwendigen Vorkehrungen treffen, um eine zweite Welle zu verhindern. «Die unbestrittene Notwendigkeit einer europaweiten Strategie darf niemanden davon abhalten, hier und heute Verantwortung zu übernehmen.» (dpa)

Altmaier will härtere Strafen bei Verstößen gegen Corona-Regeln

Angesichts steigender Corona-Infektionszahlen hat Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier sich für härtere Strafen bei Verstößen gegen Corona-Regeln ausgesprochen. "Wer andere absichtlich gefährdet, muss damit rechnen, dass dies für ihn gravierende Folgen hat", sagte Altmaier der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. "Wir dürfen den gerade beginnenden Aufschwung nicht dadurch gefährden, dass wir einen erneuten Anstieg der Infektionen hinnehmen." Die ganz große Mehrheit der Bevölkerung verhalte sich nach wie vor außerordentlich verantwortlich. "Was wir im Augenblick an Risikoanstieg erleben, geht im Wesentlichen zurück auf das achtlose und manchmal auch unverantwortliche Fehlverhalten einer sehr kleinen Zahl von Menschen", sagte Altmaier. "Das müssen wir wirksamer als bisher unterbinden und in Fällen, bei denen es deshalb zu Infektionen und Ausbrüchen kommt, wirksam ahnden: Das schließt Bußgelder und Strafen mit ein, wenn es sich um Vorsatz oder grobe Fahrlässigkeit handelt."  (afp)

955 neue Corona-Infektionen in Deutschland

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) 955 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet. Damit bleiben die täglichen Fallzahlen weiterhin auf einem hohen Niveau. Seit Beginn der Corona-Krise haben sich somit mindestens 209.653 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert, wie das RKI am Samstagmorgen im Internet meldete (Datenstand 1.8., 0.00 Uhr). Am Freitag hatte die Zahl der täglich registrierten Neuinfektionen bei 870 gelegen. Aufgrund der steigenden Fallzahlen fürchtet das RKI eine Trendumkehr in Deutschland. Grund dafür sei Nachlässigkeit bei der Einhaltung der Verhaltensregeln. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt nach RKI-Angaben bei 9148. (dpa)

Neun bestätigte Corona-Infektionen in Brandenburg hinzugekommen

Der leichte Anstieg der Zahl bestätigter Corona-Infektionen in Brandenburg setzt sich fort. Von Freitag bis Samstag seien neun neue Fälle hinzugekommen, berichtete das Gesundheitsministerium in Potsdam. Die Stadt Potsdam meldete drei neue Infektionen, der Kreis Märkisch-Oderland zwei. In den Kreisen Oberhavel, Oder-Spree, Potsdam-Mittelmark und Teltow-Fläming kam jeweils ein Infizierter hinzu. Von Donnerstag bis Freitag wurden elf neue Infektionen gezählt. Die Zahl an Covid-19 Erkrankter wird auf 110 Geschätzt, die genesener Patienten auf 3310. Seit März haben sich 3591 Menschen mit dem Erreger Sars-CoV-2 infiziert und 173 starben. (dpa)

+++ 31. Juli +++

Bundesregierung warnt wegen Corona vor Reisen nach Nordspanien

Die Bundesregierung warnt angesichts wieder steigender Corona-Infektionszahlen vor Reisen in bestimmte Gebiete Spaniens. Die nordspanischen Regionen Katalonien, Aragón und Navarra sollten aufgrund hoher Infektionszahlen und örtlicher Absperrungen gemieden werden, erklärte das Auswärtige Amt am Freitag. Zuvor hatte das Robert-Koch-Institut (RKI) die drei Regionen als Risikogebiete eingestuft.

In den betroffenen Regionen liegen beliebte Touristenziele wie Barcelona, die Costa Brava und das spanische Pyrenäengebiet. Bereits am Dienstag hatte das Auswärtige Amt von Reisen in die Gebiete abgeraten. (AFP)

Berliner Lehrer können sich auf Corona testen lassen

Auf das Coronavirus können sich ab kommender Woche auch symptomfreie Beschäftigte aller Berliner Schulen testen lassen. Seit Ende Juni ist dies bereits für Kita-Beschäftigte möglich. Die Tests können in der Charité-Teststelle am Campus Virchow-Klinikum im Wedding, in den drei Teststellen der Vivantes-Kliniken in Prenzlauer Berg, Tempelhof- Schöneberg und Spandau sowie im Gemeinschaftskrankenhaus Havelhöhe vorgenommen werden, wie die Bildungs- und die Wissenschaftsverwaltung am Freitag mitteilten. Die Tests sind freiwillig und für die Teilnehmer kostenfrei. Interessierte müssen einen Termin vereinbaren.

„Das Testangebot für symptomfreie Beschäftigte aller Schulen in Berlin, ob staatlich oder in freier Trägerschaft, ist ein weiterer Baustein in unserem Maßnahmenpaket zur Eindämmung der Pandemie“, erklärte der Regierende Bürgermeister und Wissenschaftssenator Michael Müller (SPD). „Wir reagieren damit auf die Bedarfe in unseren Bildungseinrichtungen und bauen die Berliner Teststrategie gezielt aus.“ Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) unterstrich, der Gesundheitsschutz des gesamten Schulpersonals sowie der Schüler liege ihr sehr am Herzen. (dpa)

Weitere Lockerungsmaßnahmen in ganz England gestoppt

Der britische Premierminister Boris Johnson hat weitere Lockerungsmaßnahmen in der Corona-Krise für ganz England gestoppt. Die Infektionszahlen steigen ihm zufolge wieder an. „Wir müssen schnell reagieren“, sagte Johnson am Freitag auf einer Pressekonferenz in London. Zum 1. August sollten eigentlich in England kleine Hochzeitsempfänge wieder möglich sein und zum Beispiel Casinos wieder öffnen dürfen. Dies soll sich nun um mindestens zwei Wochen verzögern. Außerdem kündigte der Regierungschef weitere Schutzmaßnahmen an, darunter das Tragen von Masken in Kinos. (dpa)

Brandenburg: Zwei Corona-Fälle bei Schlachtbetrieb in Storkow

Bei einem Geflügelschlachter in Storkow (Oder-Spree) sind zwei Mitarbeiter positiv auf das Coronavirus getestet worden. Damit gibt es im Landkreis nach Angaben des Gesundheitsamts derzeit vier aktive Fälle. Die beiden Mitarbeiter und ihre engen Kontaktpersonen seien umgehend isoliert worden, hieß es. Ihr Befinden werde vom Gesundheitsamt überwacht. Zur Identität der beiden machte der Landkreis keine Angaben.

Der Geflügelschlachtbetrieb führt seit Mitte Juli fortlaufend Testungen seiner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter durch, die vor den positiven Tests in dieser Woche alle negativ waren. Die aktuellen Fälle waren den Angaben zufolge Anlass für Tests bei weiteren 119 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, deren Ergebnisse noch am Freitag erwartet wurden.

Insgesamt sind seit Beginn der Coronavirus-Pandemie im Landkreis Oder-Spree 153 Infektionen mit dem SARS-CoV-2-Virus bestätigt worden. 147 der Erkrankten seien inzwischen geheilt, zwei Menschen seien am Virus gestorben. (dpa)

Indien: Neun Menschen sterben nach Trinken von Desinfektionsmittel

Weil die Spirituosenläden in ihrem Dorf im südindischen Bundesstaat Andhra Pradesh wegen Corona geschlossen sind, hat eine Gruppe von Dorfbewohnern zu einem hochgiftigen Ersatzgetränk gegriffen. Neun Menschen hätten eine "große Menge" Desinfektionsmittel mit Limonade oder Cola gemischt und getrunken, sagte der Polizei-Chef von Kurichedu, Siddhart Kaushal, der Nachrichtenagentur AFP am Freitag.

Nach dem Genuss des Gebräus wurden sie demnach ohnmächtig, im Krankenhaus konnte dann nur noch ihr Tod festgestellt werden. Die Polizei leitete Ermittlungen zur Todesursache ein. Die Spirituosengeschäfte in Kurichedu waren im Zuge der Corona-Einschränkungen geschlossen worden.

Indien ist eines der von der Pandemie am meisten betroffenen Länder der Welt. Am Freitag überschritt die Zahl der Todesopfer die Marke von 35.000, damit starben auf dem Subkontinent mehr Menschen an dem Virus als in Italien. Rund 1,63 Millionen Menschen sind mit Corona infiziert, höher sind die Zahlen nur in den USA und Brasilien. (AFP)

Berlin: Landeselternausschuss befürwortet Maskenpflicht an Schulen

Der Landeselternausschuss hält die geplante Maskenpflicht an Berliner Schulen wegen der Corona-Krise für richtig und erwartet keine großen Umsetzungsprobleme. „An vielen Schulen ist diese Praxis bereits vor den Ferien erprobt worden“, sagte der Vorsitzende der Elternvertretung, Norman Heise, der Deutschen Presse-Agentur. „Wir sind ja auch beim Einkaufen oder im Öffentlichen Personennahverkehr mit Maske unterwegs. Warum soll das an der Schule nicht funktionieren.“

Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) hatte am Donnerstag mitgeteilt, dass Berlin im Kampf gegen das Coronavirus auf eine Maskenpflicht an Schulen setzt. Die Regelung soll nach Ferienende ab 10. August für Schüler, Lehrer und andere Beschäftigte in Schulgebäuden gelten. Sie müssen einen Mund-Nasen-Schutz zum Beispiel auf Fluren, in Aufenthalts- und Gemeinschaftsräumen oder der Toilette tragen. In Unterrichtsräumen, auf dem Pausenhof oder im Hort soll diese Verpflichtung nicht gelten. (dpa)

Bayern führt Maskenpflicht an Schulen ein 

Für das neue Schuljahr führt Bayern eine Maskenpflicht an Schulen ein. Sie werde bis zum Platz im Klassenzimmer gelten - auch in Grundschulen, sagte Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler) am Freitag in München. Bisher habe nur ein entsprechendes Gebot bestanden. Je nach Entwicklung der Corona-Pandemie sei regional auch eine Maskenpflicht im Unterricht möglich.

Die Maskenplicht ist Teil eines Vier-Stufen-Systems, das der Freistaat zum Schulstart im September einführen wird. Es richtet sich nach dem Infektionsgeschehen in den jeweiligen Regionen. Ziel nach den Sommerferien sei der Regelbetrieb unter besonderen Hygienebedingungen, sagte Piazolo. Die Schulen starten am 8. September. (dpa)

Corona-Schub: Online-Handel legt in der Krise um 30 Prozent zu

Der Trend zum Einkaufen im Internet hat in der Corona-Krise an Fahrt gewonnen. Im Juni stieg der Umsatz im Online- und Versandhandel preisbereinigt um fast ein Drittel (30,7 Prozent) gemessen am Vorjahresmonat, teilte das Statistische Bundesamt am Freitag mit. Ein Wachstum dieser Größenordnung sei selbst in dieser sehr dynamischen Branche ungewöhnlich und „zu einem erheblichen Teil auf einen Sondereinfluss der Pandemie zurückzuführen“.

Da in der Corona-Krise zeitweise viele Geschäfte schließen mussten und Verbraucher Infektionen fürchteten, bekam der ohnehin boomende Online-Handel einen zusätzlichen Schub. Mit dem Umsatzplus von mehr als 30 Prozent im Juni wuchs der Internet- und Versandhandel viel stärker als der Einzelhandel insgesamt, der um 5,9 Prozent zulegte. (dpa)

Tourismusbeauftragter appelliert an Polizei: „Registrierungslisten von Restaurants nur für Corona-Infektionen nutzen“

In den meisten Bundesländern sind Restaurants verpflichtet, die Kontaktdaten ihrer Gäste aufzunehmen.
Foto: imago images / Rüdiger Wölk

In der Debatte um den Zugriff der Polizei auf Registrierungslisten von Restaurants hat der Tourismusbeauftragte Thomas Bareiß (CDU) die Sicherheitsbehörden zur Zurückhaltung aufgerufen. "Bei allem Verständnis für innere Sicherheit, ich gehe davon aus, dass die Daten genauso verwendet werden, wie es auf den Formularen draufsteht", sagte Bareiß den RND-Zeitungen vom Freitag. "Der Kunde muss sich auch auf Datenschutz verlassen können."

Der Beauftragte der Bundesregierung für Tourismus und Mittelstand fügte hinzu: "Alles andere untergräbt auch die Glaubwürdigkeit von Politik und schafft vor Ort bei Restaurants enorme Verunsicherung."

In den meisten Bundesländern sind Restaurants verpflichtet, die Kontaktdaten ihrer Gäste aufzunehmen. So sollen im Fall eines Corona-Ausbruchs potenziell Betroffene informiert und die Infektionsketten frühzeitig unterbrochen werden. Auf den Anmeldebögen steht in der Regel, die Daten würden "ausschließlich im Falle einer Infektion mit dem Coronavirus" verwendet werden. So sieht es das Infektionsschutzgesetz eigentlich vor. (AFP)

Deutscher Einzelhandel mit leichtem Umsatzrückgang im Juni

Der deutsche Einzelhandel hat im Juni nicht an die starke Erholung nach dem Corona-Rückschlag anknüpfen können. Im Vergleich zum Vormonat seien die Umsätze real (preisbereinigt) um 1,6 Prozent gesunken, teilte das Statistische Bundesamt am Freitag in Wiesbaden mit. Im Mai hatte es noch eine Erholung gegeben, nachdem die Umsätze in den Monaten März und April wegen der Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie gesunken waren.

Allerdings war die Erholung im Mai nicht so stark wie bisher gedacht. Das Bundesamt revidierte den Umsatzanstieg nach unten. Der Zuwachs habe demnach im Monatsvergleich real nur 12,7 Prozent betragen, nachdem zuvor ein Anstieg um 13,9 Prozent gemeldet worden war. (dpa)

+++ 30. Juli +++

WHO warnt junge Menschen vor Nachlässigkeit in der Corona-Krise

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat junge Menschen vor Nachlässigkeit in der Corona-Krise gewarnt. „Es scheint, dass der Wiederanstieg der Fälle in mehreren Ländern teilweise darauf zurückzuführen ist, dass junge Menschen unachtsam geworden sind“, sagte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus Donnerstag auf einer virtuellen Pressekonferenz in Genf am

„Junge Menschen sind nicht unbesiegbar“, betonte er. Auch sie könnten sich infizieren und sterben. Deshalb müssten sie die „gleichen Vorsichtsmaßnahmen treffen wie der Rest der Bevölkerung, um sich und andere zu schützen".

Weltweit haben sich nach offiziellen Angaben bislang rund 17 Millionen Menschen mit dem neuartigen Coronavirus infiziert. Fast 670.000 Menschen starben an den Folgen der Infektion. Insbesondere in europäischen Urlaubsländern, wo junge Menschen Bars oder Strandpartys besuchen, ist die Zahl der Neuinfektionen zuletzt wieder angestiegen. (AFP)

Corona-Ampel in Berlin ist wieder komplett auf Grün

In Berlin zeigen die drei Warnampeln in der Corona-Pandemie wieder komplett auf Grün. Der sogenannte Reproduktionswert lag am Donnerstag anders als an den Vortagen nur noch bei 0,90, wie die Senatsgesundheitsverwaltung mitteilte. Am Mittwoch betrug er noch 1,21. Zuletzt hatte diese Ampel rot geleuchtet.

Der R-Wert zeigt an, wie viele Menschen ein Infizierter im Durchschnitt ansteckt. Er bezieht sich auf Infektionen vor 8 bis 13 Tagen. Bleibt der Wert länger stabil über 1, besteht die Gefahr eines exponentiellen Anstiegs der Fallzahlen. Dann steckt ein Infizierter mehr als einen weiteren Menschen an. Liegt der R-Wert mindestens drei Mal in Folge über 1,2, zeigt diese Ampel Rot. In der 7-Tages-Statistik lag er bei 1,17.

Auch die beiden anderen Ampeln für die Neuinfektionen im Verhältnis zur Einwohnerzahl und den Anteil der Covid-19-Patienten auf Intensivstationen zeigen auf Grün. Die Zahl der Neuinfektionen stieg zum Donnerstag um 42 auf 9191 Fälle. Im Krankenhaus isoliert und behandelt werden 41 Menschen, davon 20 in der Intensivmedizin. Bisher sind 223 mit dem neuartigen Coronavirus Infizierte gestorben.

Nach der dreiteiligen Berliner Corona-Ampel müssen Maßnahmen erörtert und vorbereitet werden, wenn zwei der drei Indikatoren gelb sind. Stehen zwei von drei Indikatoren auf Rot, sind Maßnahmen zur Eindämmung der Infektionen umzusetzen. (dpa)

Coronavirus: Derzeit 9191 bestätigte Fälle in Berlin

In Berlin gibt es derzeit 9191 bestätigte Fälle des neuartigen Coronavirus, wie die Senatsverwaltung für Gesundheit am Donnerstagabend mitteilte. Die Kontaktpersonen werden weiterhin im Rahmen der Containmentstrategie ermittelt, kontaktiert und isoliert.

4510 Personen sind männlich, 4678 weiblich. Bei drei Personen wurde das Geschlecht nicht übermittelt. Im Krankenhaus isoliert und behandelt werden 41 Personen, davon werden 20 intensivmedizinisch behandelt. Alle anderen Personen sind häuslich isoliert. 223 an dem neuartigen Coronavirus erkrankte Patienten sind bislang verstorben. Die verstorbenen Patienten staffeln sich nach Altersgruppen wie folgt: drei der Verstorbenen waren 40 bis 49 Jahre alt, zwölf 50 bis 59 Jahre alt, 24 verstorbene Patienten waren 60 bis 69 Jahre alt, 62 der Verstorbenen waren 70 bis 79 Jahre alt, 83 waren 80 bis 89 Jahre alt und 39 verstorbene Patienten waren 90 Jahre und älter. Der Das Durchschnittsalter der Verstorbenen liegt bei 81 Jahren. (BK)

Höchste Zahl seit Wochen: über 900 registrierte Corona-Neuinfektionen in Deutschland

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) 902 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet. Das ist die höchste Zahl seit Mai abgesehen vom lokalen Corona-Ausbruch beim Fleischfabrikanten Tönnies im Juni. Seit Beginn der Corona-Krise haben sich somit mindestens 207 828 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert, wie das RKI am Donnerstagnachmittag im Internet meldete (Datenstand 30.7., 0.00 Uhr). Wegen technischer Schwierigkeiten präsentierte das RKI die Zahlen ausnahmsweise erst am Nachmittag.

Die Zahl registrierter Neuinfektionen von 902 bedeutet für Juli einen Höchstwert. Bereits zuvor hatte das RKI aufgrund der gestiegenen Zahlen eine Trendumkehr in Deutschland befürchtet. Als Ursache für den Anstieg nannte RKI-Präsident Lothar Wieler am Dienstag Nachlässigkeit bei der Einhaltung der Verhaltensregeln. Ob es sich um den Beginn einer möglichen zweiten Welle handle, könne man nicht wissen. Bis vor einiger Zeit habe man es geschafft, die Fallzahlen stabil bei täglich neu gemeldeten 300 bis 500 Fällen zu halten.

In Deutschland starben nach den RKI-Angaben bislang 9136 mit dem Virus infizierte Menschen - seit dem Vortag kamen somit sechs neue Todesfälle hinzu. Bis Donnerstagmorgen hatten 191.800 Menschen die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen mit Datenstand 29.7., 0.00 Uhr, in Deutschland bei 1,14 (Vortag: 1,25). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel etwas mehr als einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Zudem gibt das RKI ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Es bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert mit Datenstand 29.7., 0.00 Uhr, bei 1,13 (Vortag: 1,12). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor 8 bis 16 Tagen. (dpa)

Bolsonaros Ehefrau positiv auf Coronavirus getestet

Die Ehefrau von Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro ist positiv auf das Coronavirus getestet worden. Die 38-jährige Michelle Bolsonaro sei aber „bei guter Gesundheit“, teilte die Pressestelle des Präsidenten am Donnerstag mit. Der rechtsradikale Staatschef hatte sich Anfang Juli mit dem Coronavirus infiziert, erklärte sich aber vor wenigen Tagen als genesen. Bolsonaros Frau war nach seiner Erkrankung zunächst negativ getestet worden.

Insgesamt haben sich zudem bereits fünf Minister von Bolsonaros Regierung mit dem neuartigen Virus infiziert. Am Donnerstag wurde bekannt, dass auch der Minister für Wissenschaft und Technologie, Marcos Pontes, erkrankt ist.

Bolsonaro steht wegen seines Krisenmanagements in der Corona-Pandemie massiv in der Kritik - die Krankheit bezeichnete der 65-Jährige anfangs als „kleine Grippe“. Er hatte sich zudem wiederholt über eine in der Hauptstadt Brasília geltende Maskenpflicht hinweg gesetzt und das Abstandsgebot missachtet.

Mit rund 2,5 Millionen nachgewiesenen Infektionen und mehr als 90.000 Todesopfern ist Brasilien das am zweitstärksten von der Corona-Pandemie betroffene Land der Welt. Nur die USA haben mehr Opfer zu beklagen. (AFP)

Corona: Amsterdam und Rotterdam führen Maskenpflicht ein

Angesichts steigender Corona-Infektionszahlen führen Amsterdam und Rotterdam als erste niederländische Städte eine Maskenpflicht ein. Diese gelte für besonders belebte Plätze, Straßen und Geschäfte, teilten die Großstädte am Donnerstag mit. Die Maskenpflicht soll ab 5. August für alle Personen über 13 Jahren gelten.

In Amsterdam etwa dürfen dann das Rotlichtviertel, die Haupteinkaufsstraße Kalverstraat und populäre Märkte nicht mehr ohne Maske besucht werden. Die Pflicht ersetze aber nicht die Regel, einen Sicherheitsabstand von 1,5 Metern einzuhalten, betonten die Behörden. Amsterdam hatte bereits für das Rotlichtviertel und den Innenstadtbereich strenge Maßnahmen ergriffen. So wurden Touristen aufgerufen, die Stadt nicht an den Wochenenden zu besuchen. Vor allem durch den Zustrom von Touristen kann der Sicherheitsabstand oft nicht eingehalten werden.

Die niederländische Regierung lehnt zwar eine allgemeine Masken-Pflicht bisher ab, gestattet aber regionale Gebote. Bisher muss in den Niederlanden nur in öffentlichen Verkehrsmitteln eine Gesichtsmaske getragen werden - dazu gehören auch die Fähren. (dpa)

WHO: Haben Stärke mancher Gesundheitssysteme überschätzt

Die Gesundheitssysteme bestimmter Länder haben in der Corona-Krise aus Sicht der Weltgesundheitsorganisation (WHO) schlechter funktioniert als erwartet. „Vielleicht haben wir manche Annahmen über die Leistung in manchen Ländern gemacht, die sich nicht als zutreffend herausgestellt haben“, sagte WHO-Nothilfekoordinator Mike Ryan am Donnerstag in Genf. Konkrete Staaten nannte er nicht.

Die Organisation hatte die rasante Ausbreitung des neuartigen Coronavirus vor sechs Monaten, am 30. Januar, zum internationalen Gesundheitsnotstand erklärt. Unter den 20 Staaten mit den weltweit höchsten Infektionszahlen sind neben dem Spitzenreiter USA auch Großbritannien, Spanien, Italien, Frankreich und Deutschland.

Die WHO habe sich zu Beginn der Pandemie auf Hilfestellung für Länder konzentriert, von denen sie Hilfsbedarf erwartet habe, sagte Ryan. Das seien klassischerweise Staaten niedrigen und mittleren Einkommens, die Schwachpunkte in ihren Systemen haben. „Wenn ich rückwirkend etwas ändern könnte, denke ich, es hätte mehr gebracht, die Hilfestellung Ländern anzubieten, von denen wir bestimmte Annahmen über Kapazitäten hatten“, so der Krisenkoordinator. (dpa)

Bahn-Chef will Masken-Verweigerer notfalls aus Zügen werfen

Wer im Zug keine Maske tragen will, muss mit dem Rauswurf rechnen. „Da gibt es klare Anweisungen an unseren Kolleginnen und Kollegen in den Zügen, dass dann, wenn das nachhaltig ein Konflikt ist mit dem Maskentragen, wir gemeinsam mit der Bundespolizei den Beförderungsausschluss auf den Weg bringen“, sagte Bahnchef Richard Lutz am Donnerstag den Sendern ntv und RTL.

Dies müsse allerdings die Ausnahme bleiben, betonte der Bahnchef. „Die direkte Ansprache der Fahrgäste, dass sie bitte Maske tragen mögen, wirkt normalerweise.“ Lutz sagte weiter, er sei viel in Kontakt mit Zugchefs und Zugbegleitern und von dort höre er, dass die Maskenverweigerer Einzelfälle seien. „Wir rechnen damit und hoffen sehr, dass unsere Kunden nicht nur zum eigenen Schutz, sondern auch zum Schutz der anderen Fahrgäste dieses Grundprinzip der gemeinsamen Solidarität aufrechterhalten.“

Zuletzt hatte es Kritik an der Bahn gegeben, sie setze die Maskenpflicht nicht konsequent genug durch. Gegenüber RTL und ntv betonte Lutz: „Es besteht Maskenpflicht. Die unterstützen wir auch, das ist überhaupt keine Frage.“(AFP)

Mehrere französische Städte verschärfen Maskenpflicht wegen neuen Corona-Fällen

Wegen eines starken Anstiegs von Corona-Infektionsfällen verschärfen mehrere französische Städte ihre Corona-Auflagen wieder. Im an Belgien angrenzenden Département Nord kündigten die Behörden für Freitag striktere Beschränkungen an. Voraussichtlich soll eine Maskenpflicht auch im Freien eingeführt werden. Die französische Regierung hatte vor kurzem bereits eine landesweite Maskenpflicht für alle öffentlich zugänglichen Räume verhängt.

Auch in der Hafenstadt Saint-Malo in der Bretagne, die in diesem Sommer zehntausende Inlandstouristen angelockt, wurden die Corona-Auflagen verschärft. Nach Angaben der Stadtverwaltung muss jeder über elf Jahren nun in der Altstadt und auf den Stadtmauern einen Mund-Nasen-Schutz tragen.

Im zentralfranzösischen Orléans müssen ab Freitag auch auf Märkten im Freien Mund und Nase bedeckt werden. Zudem gilt eine Maskenpflicht abends ab 21.00 Uhr an den Ufern der Loire. Dort hatten sich in den vergangenen Wochen immer wieder zahlreiche Menschen getummelt.

In den Innenstädten der südfranzösischen Städte Bayonne und Biarritz ist ab kommender Woche ein Mund-Nasen-Schutz laut den Behörden ebenfalls vorgeschrieben. Biarritz wird zudem seine Strände nachts sperren, um Strandpartys zu verhindern.

Wie in anderen europäischen Ländern steigt die Zahl der Neuinfektionen in Frankreich derzeit stark an. Zuletzt wurden den Gesundheitsbehörden zufolge mehr als tausend Neuinfektionen pro Tag gezählt. Das französische Gesundheitsministerium meldete am Mittwoch 15 neue Corona-Todesfälle binnen 24 Stunden. Insgesamt stieg die Zahl der Todesopfer damit auf 30.238. (AFP)

Berlin verbietet erneut Kundgebung von Verschwörungstheoretiker Hildmann

Berlin hat erneut eine Kundgebung des Verschwörungstheoretikers Attila Hildmann verboten. An der Argumentation habe sich zur vergangenen Woche nichts geändert, teilte die Innenverwaltung am Donnerstag mit. Gegen Hildmann wird unter anderem wegen des Vorwurfs der Volksverhetzung ermittelt. Außerdem wurde das Abstandsgebot bei bisherigen Hildmann-Demos missachtet. Bislang habe sich Hildmann noch nicht gegen die Verbotsbescheide gewehrt, erklärten Innensenat und Polizei.

Bereits in der vergangenen Woche hatte die Versammlungsbehörde ein Verbot für die angemeldete Hildmann-Kundgebung ausgesprochen. Der als Vegankoch bekannt gewordene Hildmann meldete nun für diesen Samstag erneut eine Demonstration an. Im Zuge der Corona-Pandemie trat er wiederholt mit Verschwörungstheorien sowie verharmlosenden Äußerungen über den Nationalsozialismus und den Holocaust auf.

Die Strafanzeigen gegen Hildmann gingen in Berlin ein, die Ermittlungsverfahren werden aber von der Staatsanwaltschaft in Cottbus geführt. Hildmann hat seinen Wohnsitz in Brandenburg. Neben Volksverhetzung und Bedrohung werden Hildmann auch Beleidigung und öffentliche Aufforderung zu Straftaten vorgeworfen.

Am Samstag dürften in Berlin dennoch zahlreiche Menschen auf die Straße gehen: Es soll eine Demonstration unter dem Titel „Das Ende der Pandemie: Tag der Freiheit“ stattfinden, für die bundesweit mobilisiert wurde. Angemeldet wurde die Veranstaltung für zehntausend Teilnehmer von der Stuttgarter Initiative Querdenken 711. Auch Gegendemos wurden für hunderte Teilnehmer angemeldet. (AFP)

Anders als Berlin: Brandenburg plant zunächst keine Maskenpflicht in Schulen

Für Lehrer und Schüler in Brandenburg ist derzeit anders als in Berlin keine Maskenpflicht in Schulen wegen des Coronavirus geplant. „Unser Hygieneplan sieht erstmal die Maskenpflicht an Schulen nicht vor“, sagte Gesundheitsministerin Ursula Nonnemacher (Grüne) am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur in Potsdam. „Dies ist allerdings der Bildungsministerin vorbehalten.“ Nonnemacher verwies auf die Abwägung solcher Maßnahmen: „Wir müssen bei unseren Maßnahmen immer auf die aktuellen Impfzahlen schauen, aber auch, wie das Verhältnis der Angemessenheit von Eingriffen in die Grund- und Freiheitsrechte zum Infektionsgeschehen ist.“

Berlin plant nach dem Ende der Sommerferien ab 10. August einen Mund-Nasen-Schutz für Schüler, Lehrer und andere Beschäftigte in Schulen etwa auf Fluren, in Aufenthalts- und Gemeinschaftsräumen oder Toiletten. In Unterrichtsräumen, auf dem Pausenhof oder im Hort soll die Verpflichtung nicht gelten, kündigte Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) an. Der Senat will die Maskenpflicht am Dienstag beschließen. (dpa)

Baden-Württemberg: 40 Corona-Fälle in christlicher Gemeinde 

40 Mitglieder einer christlichen Gemeinde in Sinsheim in Baden-Württemberg haben sich mit dem Coronavirus infiziert. Das teilte der stellvertretende Leiter des Gesundheitsamtes, Andreas Welker, am Donnerstag in Heidelberg mit. Bisher seien 105 Gemeindemitglieder untersucht worden. Nun sollen auch noch die restlichen 77 Mitglieder der Gemeinde getestet werden.

Grund für die Flächentestung war der Kontakt eines positiv Getesteten zu der rumänisch-christlichen Gemeinde in Sinsheim sowie weitere Infektionen in einer anderen Gemeinde in Baden-Württemberg. Da dort keine Gottesdienste mehr durchgeführt werden konnten, konnte nicht ausgeschlossen werden, dass Gemeindemitglieder Gottesdienste in Kommunen in der Umgebung besucht haben. (dpa)

Polizei-Gewerkschaft: Corona-Tests als letztes Mittel mit Zwang

Verpflichtende Corona-Tests für Reiserückkehrer könnten nach Einschätzung der Polizeigewerkschaft GdP als letztes Mittel von der Polizei mit Gewalt durchgesetzt werden. „Wir müssen letztlich Recht durchsetzen und am Ende auch mit Zwang“, sagte der Vize-Chef der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Jörg Radek, dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND/Donnerstag). „Wenn die Verwaltungsanordnung zur Corona-Testpflicht durch Zwang durchgesetzt werden soll, ist das Aufgabe der Polizei.“ Die Entscheidung müsse aber auf Landesebene getroffen werden.

Der Gewerkschafter rief Reisende zur Zusammenarbeit auf. "„Die Testpflicht erfordert ein hohes Maß an Verständnis von der Bevölkerung, denn so ein Test ist ein Eingriff in die körperliche Unversehrtheit“, sagte Radek. „Grundsätzlich muss man zwischen der körperlichen Unversehrtheit des Einzelnen und den Interessen der Gesellschaft abwägen. Hier haben wir einen Fall, den wir im gesellschaftlichen Miteinander noch nicht hatten.“ Er rechne aber mit der Bereitschaft zu freiwilligen Corona-Tests, betonte Radek.

Speziell für Rückkehrer aus internationalen Risikogebieten mit hohen Corona-Fallzahlen soll eine Testpflicht bei der Einreise nach Deutschland kommen. Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat eine Anordnung dafür angekündigt, die in der nächsten Woche in Kraft treten soll. Die Kosten für die kostenlosen Tests soll voraussichtlich der Staat tragen. Der Bund soll dafür den Zuschuss an die gesetzliche Krankenversicherung erhöhen.

Der Vorsitzende der Linke-Bundestagsfraktion, Dietmar Bartsch, lehnt die geplante Übernahme der Kosten durch den Bund ab. „Es gibt keinen Grund, dass die Verkäuferin oder die Menschen, die aus Vorsicht oder Geldmangel auf eine Auslandsreise verzichtet haben, nun die Kosten für die Tests aller Reisenden mitzahlen sollen“, sagte Bartsch dem RND. Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach forderte eine schnelle und unbürokratische Lösung. „Wenn wir nicht die Kosten tragen, würden sich die Hochrisikobereiten nicht testen lassen. Also die Menschen, die sich an den Ferienorten, wie zuletzt in Spanien, rücksichtslos verhalten“, sagte er dem RND. (dpa)

Corona-Folgen: Bahn rechnet erst 2022 wieder mit „normaler Nachfrage“

So voll wie vor der Coronakrise wird es in den Zügen der Deutschen Bahn aus Unternehmenssicht allzu schnell nicht werden. Eine normale Nachfrage werde es wohl erst wieder geben, wenn es einen Impfstoff gegen das Virus oder Medikamente gegen die Symptome gebe, sagte Bahnchef Richard Lutz am Donnerstag. „Wir gehen davon aus, dass das wohl erst 2022 der Fall sein wird.“ Nach dem Einbruch im Frühjahr habe die Bahn bis heute im Fern- und Regionalverkehr etwa die Hälfte der Fahrgäste zurückgewonnen.

Verglichen mit dem ersten Halbjahr 2019 war die Fahrgastzahl von Januar bis Juni um rund 43 Prozent auf knapp 41 Millionen zurückgegangen. Im Regionalverkehr waren es 663 Millionen, etwa 37 Prozent weniger. (dpa)

Island zieht Schraube wegen Corona-Neuinfektionen wieder leicht an

Nach einer Reihe von Neuinfektionen kehrt Island zu etwas strengeren Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Coronavirus zurück. Ab Freitag werde die maximale Teilnehmerzahl für Veranstaltungen wieder von 500 auf 100 herabgesetzt, kündigte Gesundheitsministerin Svandís Svavarsdóttir am Donnerstag auf einer Pressekonferenz in Reykjavik an. Die Zwei-Meter-Abstandsregel sei nun obligatorisch und nicht bloß eine Empfehlung. Restaurants, Bars, Fitnessstudios und Schwimmbäder dürften weiter offen bleiben, sofern sie diesen Abstand und die nötigen Hygienevorschriften gewährleisten könnten. All das gilt zunächst für die nächsten beiden Wochen.

Ministerpräsidentin Katrín Jakobsdóttir verwies darauf, dass in den vergangenen 24 Stunden zehn neue Coronavirus-Infektionen bestätigt worden seien, darunter eine Person, die ins Krankenhaus gekommen sei. Das klingt aus deutscher Sicht nach nicht sonderlich viel, bedeutet für die Isländer aber den ersten zweistelligen Infektionswert seit Mitte April. Insgesamt sind auf der Nordatlantik-Insel bislang 1872 Corona-Infektionen bestätigt worden, es gab bisher zehn Todesfälle, aber keinen mehr seit April. Island hat rund 360.000 Einwohner. (dpa)

Corona-Teststationen an bayerischen Autobahnen gestartet

Reisende entlang der Autobahnen an der bayerischen Grenze können sich seit Donnerstag auf das Coronavirus Sars-CoV-2 testen lassen. Seit 7.00 Uhr laufe der Betrieb etwa an der Rastanlage Hochfelln-Nord an der Autobahn 8 bei Bergen, sagte Thorsten Brandstätter vom Bayerischen Roten Kreuz. In den ersten vier Stunden seien schon 48 Menschen für einen Rachenabstrich vorbeigekommen.

Die bayerische Staatsregierung hatte beschlossen, zusätzlich zu Teststationen an Flughäfen an mehreren grenznahen Autobahnen sowie den Hauptbahnhöfen München und Nürnberg solche Zentren einzurichten, wo sich Menschen auf das Virus testen lassen können.

Bislang sind diese Tests, die vor allem für heimkehrende Urlauber gedacht sind, freiwillig. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat angekündigt, dass sie verpflichtend, aber kostenfrei werden sollen. Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hatte angekündigt, in Bayern könnten sich auch Menschen aus anderen Bundesländern testen lassen. (dpa)

Familienfeier in Meck-Pomm: Zwölf Infizierte

Nach einer Familienfeier im Raum Hagenow in Mecklenburg-Vorpommern sind mittlerweile zwölf Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Das sagte ein Sprecher des Landkreises Ludwigslust-Parchim am Donnerstag. Von den zwölf Fällen entfielen elf auf den Landkreis und einer auf Schwerin. (dpa)

Linke befürwortet Maskenpflicht in der Schule

Die Berliner Linke-Fraktion hat sich für eine Maskenpflicht an Schulen wegen des Coronavirus ausgesprochen. „Masken bieten nachweislich mehr Schutz“, sagte die bildungspolitische Sprecherin der Fraktion, Regina Kittler, am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur. Daher halte sie entsprechende Überlegungen der Bildungsverwaltung für richtig. Kittler plädierte für einen Pflicht zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes für Lehrer und die Schüler aller Jahrgänge - allerdings nicht im Unterricht selbst. „Dort über mehrere Stunden eine Maske zu tragen, ist nicht zumutbar.“

Für Kinder, die noch keine Maske hätten, müsse sichergestellt werden, dass die Schulen welche vorrätig hätten, ergänzte Kittler. „Die Lehrkräfte haben schon vor einiger Zeit vom Land Geld bekommen, um sich eine Maske zu kaufen.“

Die Senatsverwaltung für Bildung erwägt mit Beginn des Unterrichts nach dem Ferienende am 10. August eine Maskenpflicht in Schulen. Sie soll nicht gelten im Unterricht, in Arbeitsgemeinschaften oder im Hort. Endgültig entschieden ist noch nichts. (dpa)

Aidshilfe fordert: Prostitution trotz Corona wieder zulassen

Trotz der weiter schwelenden Coronavirus-Pandemie sollte Prostitution aus Sicht der Deutschen Aidshilfe zügig wieder erlaubt werden - in Bordellen, mobil und auf der Straße. Entsprechende Hygienekonzepte lägen vor, erklärte der Verband in Berlin. Nachbarländer wie Belgien, die Niederlande, Österreich, die Schweiz und Tschechien hätten den Schritt bereits vollzogen, hieß es. Hierzulande werde Prostitution dagegen zurzeit ins Verborgene verdrängt und finde somit unter gefährlichen Bedingungen statt.

Ulf Kristal vom Vorstand der Aidshilfe sagte, Sexarbeit dürfe nicht anders behandelt werden als andere Tätigkeiten mit engem Körperkontakt. „Niemand hat darüber zu urteilen, ob für jemand anderen ein Friseurbesuch oder ein sexuelles Erlebnis wichtiger ist.“ Er wies darauf hin, dass das Tätigkeitsverbot viele Sexarbeiterinnen in Notlagen bringe. „Viele sind ohne Einkommen, nicht wenige auch ohne Wohnraum oder Krankenversicherung. Prekäre Lebenssituationen und Abhängigkeitsverhältnisse werden verschärft.“ Auf der anderen Seite werde Kunden und Kundinnen die sexuelle Dienstleistung vielfach verwehrt - was eine Einschränkung ihrer Sexualität sein könne.

Kristal sagte, die derzeitige Verdrängung in die Illegalität habe fatale Folgen. Menschen in der Sexarbeit brauchten ein sicheres Arbeitsumfeld mit fairen Regeln und rechtlicher Absicherung. „Sicherheit lässt sich nur unter legalen Bedingungen herstellen. Dort lässt sich auch Infektionsschutz am besten umsetzen. Gerade jetzt, wo Infektionszahlen wieder steigen, sind klare Spielregeln wichtig.“

Entsprechende Hygienekonzepte sähen vor: Mund-Nasen-Schutz plus eine Unterarmlänge Abstand zwischen Gesichtern plus Safer Sex. Hundertprozentige Sicherheit werde auch in anderen Branchen nicht gefordert und wäre ohnehin illusorisch. (dpa)

Angst vor zweiter Corona-Welle: England verlängert Selbstisolation

Mit Blick auf eine zweite drohende Coronavirus-Welle hat England eine Pandemie-Maßnahme verschärft. Wer positiv auf den Erreger getestet wurde oder typische Symptome wie hohes Fieber oder Riech- und Geschmacksverlust hat, muss künftig mindestens zehn Tage in Selbstisolation. Bisher waren mindestens sieben Tage vorgesehen. Es sei nicht auszuschließen, dass Infizierte auch noch nach einer Woche den Erreger verbreiten könnten, begründete der britische Gesundheitsminister Matt Hancock den Schritt am Donnerstag in London. (dpa)

Wegen Corona: US-Regierung bittet Bürger um Zahlung mit Münzgeld

Wegen der Corona-Pandemie ist in den USA nicht genügend Kleingeld in Umlauf - die Regierung in Washington hat die Menschen deshalb aufgerufen, wieder mehr mit Münzen zu bezahlen. „Das Problem ist, dass die Zirkulation quasi gestoppt wurde, weil die Geschäfte und Banken geschlossen waren“, sagte der Chef der Notenbank Federal Reserve, Jerome Powell.

Die Regierung appellierte an die Bürger, ihr Münzgeld entweder in Geschäften auszugeben oder bei ihrer Bank einzuzahlen. Powell sagte, die Regierung habe eine „Münzgeld-Taskforce“ gebildet, die das Problem anpacken soll.

Nach wie vor zahlten viele US-Bürger nicht mit EC- oder anderen Bankkarten, erklärte der Münzhersteller U.S. Mint unlängst. „Für Millionen Amerikaner ist Bargeld die einzige Form des Bezahlens, und Bargeldzahlungen basieren darauf, dass es Münzen zum Wechseln gibt.“

Dieses Jahr würden 1,6 Milliarden Münzen pro Monat hergestellt, erklärte U.S. Mint. Im Schnitt der vergangenen Jahre wurden monatlich rund eine Milliarde Münzen produziert. (AFP)

Bierabsatz am Tiefpunkt - Erholung nach Corona-Lockerungen

Die Brauereien in Deutschland haben im ersten Halbjahr 2020 vor allem wegen der Corona-Krise noch einmal weniger Bier verkauft als in den Jahren zuvor. Mit 4,3 Milliarden Litern wurde das niedrigste Ergebnis seit Einführung der aktuellen Statistikmethode im Jahr 1993 erzielt, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag in Wiesbaden mitteilte. Die Menge lag demnach 6,6 Prozent unter dem Vergleichszeitraum im Vorjahr. Der Export ging dabei stärker zurück als der Inlandsabsatz.

Vor allem in den Monaten April (-17,3 Prozent) und Mai (-13,0 Prozent) lag der Absatz deutlich unter den Vergleichswerten aus 2019. Bars und Restaurants waren geschlossen, Feste und sonstige Großveranstaltungen abgesagt. Mit den schrittweisen Lockerungen hatte sich der Bierabsatz dann wieder erholt und lag im Juni nur noch 1,9 Prozent unter dem Vorjahresmonat. (dpa-AFX)

Brasilien lockert Einreise-Sperre für Ausländer per Flugzeug

Mitten in der grassierenden Corona-Pandemie hat Brasilien für zunächst 30 Tage zahlreiche Flughäfen wieder für Ausländer geöffnet. Eine entsprechende Regelung wurde am Mittwochabend (Ortszeit) im Amtsblatt „Diário Oficial“ veröffentlicht. Demnach müssen Touristen etwa vor einem Aufenthalt von bis zu 90 Tagen eine Krankenversicherung nachweisen, die in Brasilien gültig ist und den Zeitraum der Reise abdeckt. Weiter verboten bleibt die Einreise aus der Luft ohne Angaben von Gründen über die Bundesstaaten Mato Grosso do Sul, Paraíba, Rondônia, Rio Grande do Sul und Tocantins sowie auf dem Land- oder Seeweg.

Im März hatte die brasilianische Regierung wegen der Covid-19-Pandemie seine Landgrenzen geschlossen und den internationalen Flugverkehr eingeschränkt. Lange hatte Präsident Jair Bolsonaro Warnungen vor dem Sars-CoV-2-Virus als Hysterie abgetan und damit landesweite Proteste ausgelöst. Grenzschließungen bezeichnete er als unwirksam im Kampf gegen das Virus. Inzwischen haben sich in dem größten Land Lateinamerikas mehr als 2,5 Millionen Menschen nachweislich mit dem Coronavirus infiziert. Das Land hat 210 Millionen Einwohner und ist 24-mal so groß wie Deutschland. (dpa)

Australien meldet Rekordzahl an Corona-Neuinfektionen

Trotz einer nunmehr zweiwöchigen Ausgangssperre in Melbourne steigen die Corona-Fallzahlen im australischen Bundesstaat Victoria weiter dramatisch an. Nach mehreren Ausbrüchen in Seniorenheimen meldete Australien am Donnerstag eine Rekordzahl an landesweiten Neuinfektionen - und registrierte die höchste Todeszahl seit Beginn der Pandemie. Allein im Bundesstaat Victoria wurden binnen 24 Stunden 13 Todesfälle und 723 Neuinfektionen verzeichnet. Der landesweite Rekord hatte zuletzt bei 549 Neuinfektionen gelegen. (AFP)

+++ 29. Juli +++

Mehr als 150.000 Corona-Tote in den USA

In den USA sind inzwischen mehr als 150.000 Menschen an den Folgen einer Coronavirus-Infektion gestorben. Die Schwelle wurde nach Angaben der Johns-Hopkins-Universität am Mittwoch überschritten. Demnach wurden bis zum Nachmittag (Ortszeit) 150.034 Todesopfer und knapp 4,4 Millionen Infektionsfälle registriert - die mit großem Abstand höchsten Zahlen weltweit. (afp)

Corona-Ampel in Berlin bei Reproduktionszahl weiter auf Rot

In Berlin bleibt eine von drei Warnampeln in der Corona-Pandemie weiter auf Rot. Der sogenannte Reproduktionswert lag am Mittwoch bei 1,21 und damit leicht niedriger als am Vortag, wie die Senatsgesundheitsverwaltung mitteilte. In der 7-Tages-Statistik lag er bei 1,13. Die Zahl der Neuinfektionen stieg zum Mittwoch um 79 auf 9149 Fälle. Im Krankenhaus isoliert und behandelt werden 42 Menschen, davon 19 in der Intensivmedizin. 223 mit dem neuartigen Coronavirus Infizierte sind bislang gestorben. (dpa)

Berlin plant Maskenpflicht in der Schule

Beschlossen ist es noch nicht, aber die Senatsverwaltung für Bildung beschäftigt sich aktuell mit der Maskenpflicht in Schulen. «Wir sind noch nicht zu einem abschließenden Ergebnis gekommen, aber es geht nach Rücksprache mit Wissenschaftlern in die Richtung, dass das Tragen von einem Mund-Nasen-Schutz außerhalb der Klassenräume in Fluren, im Treppenhaus, in den Pausen und in den Gemeinschaftsräumen gelten soll», zitiert die «Berliner Morgenpost» (Mittwoch) Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD). Martin Klesmann, Sprecher der Bildungsverwaltung ergänzte: «Es laufen noch Abstimmungen auch mit Verbänden.» Es seien auch noch rechtliche Fragen offen. Die Planungen liefen darauf hinaus, dass die Pflicht nicht im Unterricht gelten solle, auch nicht in AGs oder bei der Betreuung im Hort. (dpa)

Bundesregierung unterstützt Afrika mit 1,4 Millionen Corona-Tests

Die Bundesregierung stellt der Afrikanischen Union (AU) zur Bekämpfung des Coronavirus in Afrika 1,4 Millionen Tests zur Verfügung. Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU) sagte am Mittwoch in Berlin, die Pandemie könne nur weltweit besiegt werden oder gar nicht. In Afrika werden aktuell pro Tag etwa 20.000 Neuinfektionen gemeldet - doppelt so viel wie vor einem Monat. Am meisten betroffen ist Südafrika. Es liegt weltweit auf Platz fünf der Länder mit den meisten Fällen.

Viele Länder testen noch nicht genug, was auch an einem Mangel an Tests liegt. Zum Vergleich: In Deutschland werden aktuell nach Daten der Universität Oxford 88,55 Corona-Tests pro 1000 Einwohner gemacht. In Südafrika sind es dagegen 46,04, in Kenia 4,85 und in Nigeria nur 1,27. Zudem haben viele afrikanische Staaten unterentwickelte Gesundheitssysteme. (dpa)

Brandenburg: 70 Bundeswehrsoldaten noch im Corona-Einsatz

Die Soldaten unterstützen verschiedene Gesundheitsämter und Behörden bei der Nachverfolgung von Infektionsketten. (Symbolbild)
Foto: imago images/Noah Wedel

In Brandenburg sind noch rund 70 Bundeswehrsoldaten bis auf Weiteres im Corona-Einsatz. Seit April unterstützten 100 Soldaten verschiedene Gesundheitsämter und Behörden insbesondere bei der Nachverfolgung von Infektionsketten. Ob Corona-Pandemie, Waldbrände oder Hochwasser, die Soldaten leisteten auch im Katastrophenfall sehr viel für die Bürger, sagte Kathrin Schneider (SPD), Chefin der Staatskanzlei, am Mittwoch bei einem Besuch des Landeskommandos der Bundeswehr.

Bei all der zivilgesellschaftlichen Zusammenarbeit dürfe der bedeutende Beitrag der Bundeswehr zur Friedenssicherung niemals vergessen werden. Auf die Bundeswehr sei in Brandenburg Verlass, auch in Zukunft, sagte Olaf Detlefsen, Kommandeur des Landeskommandos. Es bestehe enge Zusammenarbeit mit der Landesregierung. (dpa)

Regierung rät Nutzern der Corona-App: Einmal am Tag anklicken

Wegen technischer Schwierigkeiten rät die Bundesregierung den Nutzern der Corona-App dazu, die Anwendung mindestens einmal am Tag zu öffnen. So könne sichergestellt werden, dass sich die Informationen aktualisierten, sagte Vizeregierungssprecherin Ulrike Demmer am Mittwoch in Berlin. "Am besten einmal am Tag draufklicken: Dann findet man das jüngste Ergebnis", sagte sie. Dies sei im Moment "die einfachste Lösung". (afp)

Israel: So viel Corona-Neuinfektionen wie noch nie an einem Tag

Die Zahl der täglichen Neuinfektionen mit dem Coronavirus ist in Israel auf ein Rekordhoch gestiegen. Das Gesundheitsministerium des Landes teilte am Mittwoch mit, am Vortag seien 2093 Fälle gemeldet worden - so viele wie nie zuvor an einem Tag. Ein Wert von 2000 Neuinfektionen pro Tag galt zuletzt als Marke für schärfere Einschränkungen bis hin zu einem kompletten Lockdown.

Mitte Mai hatte die Zahl der täglichen Neuinfektionen noch im zweistelligen Bereich gelegen. Nach raschen Lockerungen schnellen die Zahlen jedoch seit Ende Mai in die Höhe. Zum Vergleich: Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten nach Angaben des Robert Koch-Instituts zuletzt 684 neue Infektionen innerhalb eines Tages. Deutschland hat etwa neunmal so viele Einwohner wie Israel. (dpa)

Corona-Ausbruch in Neuköllner Kneipe: Weitere Gäste melden sich

Trotz falsch oder unvollständig hinterlegter Kontaktdaten haben sich nach dem Bekanntwerden von Corona-Infektionen in einer Neuköllner Kneipe weitere Besucher bei Behörden gemeldet. Es hätten einige Menschen, auch aus anderen Bezirken angerufen, sagte ein Mitarbeiter des Bezirksamts Neukölln am Mittwoch auf Anfrage. Die Zahl der positiv getesteten Menschen habe sich bisher nicht weiter erhöht, es dauere bis zum Vorliegen der Ergebnisse.

Das Gesundheitsamt hatte am Dienstag erklärt, 18 Fälle stünden mit dem Brauhaus Neulich im Schillerkiez in Zusammenhang. Menschen, die zwischen dem 16. und 18. Juli dort waren, wurden um Kontaktaufnahme zum Gesundheitsamt gebeten. In dem Fall ist nach Bezirksangaben unklar, wer wen angesteckt hat: Aufgefallen sei die Häufung, weil ein Gast aus Friedrichshain-Kreuzberg Symptome entwickelt hatte. Auch ein Mitarbeiter der Kneipe wurde nach Bezirksangaben positiv getestet. (dpa)

Sarah Wiener nach Insolvenz: „Habe der Politik nichts vorzuwerfen“

Trotz der Insolvenz ihrer Restaurants und ihres Catering-Services steht Fernsehköchin Sarah Wiener (57) alles in allem hinter den coronabedingten Beschränkungen für ihre Branche. „Ich habe der Politik insgesamt mit Blick auf Corona nichts vorzuwerfen“, sagte sie dem „Stern“. Ihr sei Gesundheit wichtiger als Geld. „Ich bin froh, in einem Land zu leben, in dem Wirtschaft nicht alles ist.“

Ein Ende der Pandemie sei nicht abzusehen und alles andere als eine Insolvenz wäre aus ihrer Sicht fahrlässig gewesen, sagte Wiener. „Ich kann nur immer mehr Schulden machen, wenn ich die irgendwann abzahlen kann.“ Sie räume lieber aufrecht das Feld.

Nach der Entscheidung habe sie sich einen Riesentopf Spaghetti mit Kapern, selbst gemachter Tomatensoße, Chili und frischen Kräutern gekocht. „Das geht immer!“, sagte die Köchin, die außerdem für die österreichischen Grünen im EU-Parlament sitzt. (dpa)

Bund übernimmt Kosten von Corona-Tests für Reiserückkehrer

Darüber hinaus will Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) für Rückkehrer aus internationalen Risikogebieten mit hohen Fallzahlen eine Testpflicht anordnen.
Foto: Foto: dpa/Britta Pedersen

Die geplanten zusätzlichen Testmöglichkeiten auf das Coronavirus für Reiserückkehrer nach Deutschland will der Bund finanzieren. Die Kosten würden durch einen erhöhten Zuschuss zur gesetzlichen Krankenversicherung übernommen, sagte eine Sprecherin des Gesundheitsministeriums am Mittwoch in Berlin. Die entsprechende Verordnung soll in dieser Woche in Kraft treten. Die Ressortchefs von Bund und Ländern hatten freiwillige Tests für alle Rückkehrer aus dem Ausland beschlossen, die für die Reisenden kostenfrei sein sollen.

Darüber hinaus will Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) für Rückkehrer aus internationalen Risikogebieten mit hohen Fallzahlen eine Testpflicht anordnen. Sie soll in der kommenden Woche in Kraft treten, einen genauen Tag nannte das Ministerium noch nicht. Sie solle so schnell wie möglich kommen, damit sich alle darauf einstellen könnten. (dpa)

Deutlicher Anstieg der Corona-Infektionen in der Schweiz

Auch in der Schweiz zieht die Zahl der neu gemeldeten Corona-Infektionen deutlich an. Bis Mittwochmorgen wurden innerhalb von 24 Stunden 192 Neuansteckungen gemeldet, teilte das Bundesamt für Gesundheit mit. Das sind Zahlen, wie sie zuletzt Ende April verzeichnet wurden. Seit Ende Juni steigen die gemeldeten Corona-Neuinfektionen. Seit Beginn der Epidemie waren es insgesamt 34 000. 1703 Menschen mit Covid-19-Erkrankung sind gestorben.

Seit einigen Wochen verschärfen die Kantone ihre Corona-Auflagen wieder. So wurde vielerorts in Clubs und Bars die Höchstzahl der Gäste beschränkt. Schweizweit gilt seit Anfang Juli in öffentlichen Verkehrsmitteln Maskenpflicht. Genf und andere Kantone haben auch bereits eine Maskenpflicht in Geschäften eingeführt. (dpa)

Corona-Krise: EU-Einreiseverbot wird auf Algerien ausgeweitet

Die Europäische Union hält ihre Grenzen für Reisen aus Drittstaaten in der Corona-Krise weiterhin dicht. Die zu Beginn der Pandemie eingeführten Einreisebeschränkungen werden wegen zu hoher Infektionszahlen auf Algerien ausgeweitet. Darauf einigten sich die EU-Botschafter am Mittwoch in Brüssel, wie die Deutsche Presse-Agentur aus Diplomatenkreisen erfuhr. Neue Länder wurden demnach nicht zur Liste der Länder hinzugefügt, aus denen nicht zwingend notwendige Reisen möglich sind.

Somit schrumpft die Liste, die alle zwei Wochen überarbeitet wird, auf elf Länder. Grundsätzlich erlaubt bleibt die Einreise zunächst aus Australien, Kanada, Georgien, Japan, Marokko, Neuseeland, Ruanda, Südkorea, Thailand, Tunesien und Uruguay. Mitte des Monats wurden bereits Serbien und Montenegro von der Liste gestrichen. Die Entscheidung vom Mittwoch muss noch im schriftliches Verfahren von den Hauptstädten bestätigt werden. (dpa)

Sydney zu Corona-Hotspot erklärt - Queensland schottet sich ab

Eine provisorische „Pop-Up-Klinik“ in Rushcutters Bay in Sydney.
Foto: imago images/AAP

Nach Melbourne ist jetzt auch die australische Millionenmetropole Sydney zu einem Corona-Hotspot erklärt worden. Der nördliche Nachbar-Bundesstaat Queensland habe Beschränkungen für Besucher aus der Stadt und seinen Vororten eingeführt, sagte die Premierministerin des Bundesstaats, Annastacia Palaszczuk, am Mittwoch. Bürger aus Sydney dürfen die Grenze nach Queensland nicht mehr überqueren. Heimkehrende Bewohner aus Queensland müssen zwei Wochen in Quarantäne.

Zuvor waren in der mit mehr als 5,2 Millionen Einwohnern bevölkerungsreichsten Stadt Australiens im Bundesstaat New South Wales innerhalb von 24 Stunden 19 Neuinfektionen verzeichnet worden. Da sich die Ansteckungen in verschiedenen Teilen Sydneys ereignet hätten, seien Beschränkungen notwendig geworden, so Palaszczuk. „Wir müssen Queenslander beschützen. Ihre Sicherheit geht vor.“ Gladys Brejiklian, Premierministerin von New South Wales, betonte, sie sei im Vorfeld nicht über die Maßnahmen informiert worden. (dpa)

Japan: Einzelner Infizierter Auslöser von Corona-Ausbruch auf Schiff

Die rund 700 Corona-Ansteckungen auf dem in Japan zeitweise unter Quarantäne gestellten Kreuzfahrtschiff „Diamond Princess “sind vermutlich auf einen einzelnen Infizierten zurückzuführen. Das berichten japanische Forscher im Fachjournal „Proceedings of the National Academy of Sciences“ („PNAS“). Sie hatten bei rund 70 Infizierten das Viren-Erbgut entschlüsselt und bei allen Proben ein sehr spezifisches DNA-Merkmal gefunden. Daraus schließen die Forscher, dass diese Infektionen auf einen einzelnen Fall vor Beginn der Quarantäne zurückzuführen sind.

Die japanische Regierung hatte das Kreuzfahrtschiff zwei Wochen bis zum 19. Februar im Hafen der Tokioter Nachbarstadt Yokohama unter Quarantäne gestellt. Anlass dafür hatte ein 80-Jähriger aus Hongkong gegeben, der positiv auf das Coronavirus getestet worden war. Der Senior war am 20. Januar in Yokohama zugestiegen und fünf Tage später in Hongkong von Bord des Kreuzfahrtschiffes gegangen. Einige Infektions-Cluster könnten auf Ansteckungen in großen Menschenansammlungen in den Freizeitbereichen zurückgeführt werden, hieß es in der Studie. Hinzu komme eine direkte Übertragung unter Passagieren, die sich während der Quarantäne Kabinen teilten. (dpa)

Neun neue Corona-Infektionen in Brandenburg

In Brandenburg ist die Zahl neuer Corona-Infektionen wieder etwas gestiegen. Von Dienstag auf Mittwoch seien neun neue Fälle registriert worden, teilte das Gesundheitsministerium am Mittwoch mit. Vier Infektionen seien aus dem Landkreis Potsdam-Mittelmark, drei aus Oberhavel und jeweils eine aus Oberspreewald-Lausitz und der Stadt Potsdam gemeldet worden.

Die Zahl der im Krankenhaus behandelten Patienten ist auf fünf zurückgegangen, nach acht Menschen, die stationär betreut werden mussten noch am Dienstag.

Die Zahl der Erkrankten wird auf 90 geschätzt. Als genesen gelten mittlerweile 3300 Menschen. 173 Corona-Patienten starben bislang. (dpa)

Mekka: Islamische Pilgerfahrt beginnt unter strengen Corona-Auflagen

Maskentragende Pilger haben am Mittwoch die jährliche muslimische Pilgerfahrt nach Mekka begonnen - angesichts der Corona-Pandemie allerdings in kleinem Format. Das staatliche Fernsehen zeigte Gläubige auf dem Weg zur würfelförmigen Kaaba, zu der Muslime auf der ganzen Welt beten. Anstatt der rund 2,5 Millionen Pilger im vergangenen Jahr sind für den Hadsch dieses Jahr nur 10.000 Gläubige zugelassen.

Während der religiösen Zeremonien müssen die Gläubigen in diesem Jahr Masken tragen und Abstand halten. Die Auserwählten mussten sich zudem Temperatur-Messungen unterziehen und sich bei ihrer Ankunft in Quarantäne begeben. Einige Pilger gaben an, elektronische Armbänder erhalten zu haben, mit denen die Behörden ihren Standort überprüfen könnten.

Alle Teilnehmer waren aufgerufen, sich vor ihrer Ankunft in Mekka auf das Coronavirus testen zu lassen und müssen sich nach ihrer Rückkehr in Quarantäne begeben. Saudi-Arabien ist mit rund 270.000 Corona-Fällen unter den am stärksten getroffenen Ländern im Nahen Osten. (AFP)

An den Berliner Flughäfen sollen die geplanten Corona-Tests starten

Reiserückkehrer aus sogenannten Risikogebieten sollen am Berliner Flughafen Tegel von Mittwoch an die Möglichkeit haben, sich auf das Coronavirus testen zu lassen. Schönefeld folge dann am Donnerstag, teilte die Senatskanzlei mit. Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) hatte die freiwilligen Tests für Rückkehrer aus Risikogebieten am vergangenen Donnerstag für diese Woche in Aussicht gestellt. Die Umsetzung liegt in der Verantwortung der Charité.

Die Bundesregierung legt in Zusammenarbeit mit dem Robert Koch-Institut (RKI) fest, welche Staaten auf der Liste der Risikogebiete stehen. Zentrales Kriterium dafür ist, in welchen Ländern oder Regionen es in den vergangenen sieben Tagen mehr als 50 Neuinfizierte pro 100.000 Einwohner gegeben hat.

Die Tests am Flughafen sind kostenlos und aktuell auch noch freiwillig. Allerdings hat Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) schon angekündigt, dass sie verpflichtend werden sollen.

In der vergangenen Woche hatte sich die Gesundheitsministerkonferenz von Bund und Ländern darauf geeinigt, dass Reisende aus Risikogebieten im Ausland unmittelbar nach Rückkehr auf das Coronavirus getestet werden sollen. Geplant sind bundesweit Teststellen an den Flughäfen. (dpa-AFX)

Trotz Vorsichtsmaßnahmen: Corona-Fälle in China steigen wieder

Trotz strenger Vorsichtsmaßnahmen erlebt China die höchste Zahl neuer täglicher Infektionen seit drei Monaten. Obwohl die Volksrepublik das Virus weitestgehend im Griff hat, meldete die Gesundheitskommission am Mittwoch in Peking rund 100 neue Fälle. Größere Ausbrüche gibt es in Ürümqi in der Nordwestregion Xinjiang und in Dalian. Von der nordostchinesischen Hafenstadt haben sich die Infektionen durch Reisende in neun andere Städte ausgebreitet - auch nach Peking, das den ersten Fall seit drei Wochen verzeichnete.

Da China praktisch eine „Null-Fälle-Politik“ verfolgt, reagieren die Behörden mit strengen Maßnahmen. In Dalian, wo der Ursprung des Ausbruchs in einer Fischfabrik vermutet wird, wurde schon die Hälfte der sechs Millionen Einwohner getestet. In Ürümqi stehen die Tests der 3,5 Millionen Einwohner vor dem Abschluss. Die Hauptstadt von Xinjiang berichtete am Montag 89 neue Infektionen. (dpa)

+++ 28. Juli +++

Ampel springt in Berlin bei Reproduktionszahl auf Rot

In Berlin ist eine von drei Warnampeln in der Corona-Pandemie auf Rot gesprungen. Der sogenannte Reproduktionswert lag am Dienstag bei 1,4, wie die Senatsgesundheitsverwaltung am Abend mitteilte. In der 7-Tages-Statistik lag er bei 1,26. Der R-Wert zeigt an, wie viele Menschen ein Infizierter im Durchschnitt ansteckt. Er bezieht sich auf Infektionen vor 8 bis 13 Tagen. Bleibt der Wert länger stabil über 1, besteht die Gefahr eines wieder exponentiellen Anstiegs der Fallzahlen. Dann steckt ein Infizierter mehr als einen weiteren Menschen an. Die Reproduktionszahl ist im Berliner Ampelsystem zur Bewertung des Infektionsgeschehens einer von drei Indikatoren: Liegt der R-Wert mindestens drei Mal in Folge über 1,2, zeigt diese Ampel Rot. (dpa)

Mittwoch öffnet am Flughafen Tegel die erste Corona-Teststelle

(dpa/bb) An den Berliner Flughäfen sollen sich Reiserückkehrer aus sogenannten Risikogebieten auf das Coronavirus testen lassen können. Am Mittwoch öffne am Flughafen Tegel die erste Corona-Teststelle, teilte die Senatskanzlei am Dienstagabend mit. Schönefeld folge dann am Donnerstag. Die Tests in den Terminalgebäuden der Flughäfen Tegel und Schönefeld sollen für die Reisenden kostenlos sein. Zunächst sind die Tests noch freiwillig. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat angekündigt, dass sie verpflichtend werden sollen. Das Testangebot an Flughäfen richte sich ausschließlich an Reiserückkehrende, die keine Corona-Symptome zeigten, teilte die Senatskanzlei weiter mit. Einreisende mit Symptomen sollten sich demnach schnellstmöglich telefonisch beim zuständigen Gesundheitsamt melden, um das weitere Vorgehen zu besprechen. Die Übermittlung der Ergebnisse erfolge bei einem Test am Flughafen binnen 48 Stunden - bis dahin seien Reisende an die Einhaltung der häuslichen Quarantäne gebunden. (dpa)

Kind in Potsdamer Kita mit Coronavirus infiziert

Ein Kind aus einer Potsdamer Kindertagesstätte hat sich mit dem Coronavirus infiziert. Das teilte die Stadt am Dienstag mit. Das positive Testergebnis sei dem Gesundheitsamt übermittelt worden. Das Kind wurde demnach getestet, weil ein Elternteil einen positiven Befund hatte. Es war bis Ende vergangener Woche in einer Kindertagesstätte der Arbeiterwohlfahrt (Awo) betreut worden. Das Gesundheitsamt bereite nun Tests für mehr als 100 Kita-Kinder sowie fünf Erzieherinnen und Erzieher der Einrichtung vor, teilte die Stadt weiter mit. Alle seien Kontaktpersonen ersten Grades und müssten in Quarantäne. Sie sollen an diesem Mittwoch getestet werden. Der Krippenbereich der Kita sei nicht betroffen, die Kita bleibe weiter geöffnet. (dpa)

Miami-Spiele ausgesetzt: Kritik an Baseball-Liga nach Corona-Fällen

Der massive Coronavirus-Ausbruch bei den Miami Marlins bringt die Major League Baseball in arge Bedrängnis. Am Dienstag sind nach Informationen der Nachrichtenagentur AP vier weitere positive Tests auf das Virus beim Team aus Florida hinzugekommen. Die Liga setzt die Partien von Miami vorerst aus, erst in der kommenden Woche soll es dann für das Team weitergehen. Laut US-Gesundheitsexperte Anthony Fauci könnte der Vorfall die Saison «in Gefahr bringen». Es sei sehr bedauerlich, was mit dem Team passiert sei, sagte Fauci in der Sendung «Good Morning America» beim TV-Sender ABC - da waren die weiteren Spielverschiebungen noch gar nicht beschlossen. «Ich glaube nicht, dass sie aufhören müssen zu spielen, aber wir müssen schauen, was von Tag zu Tag mit anderen Teams passiert», ergänzte Fauci, der der Coronavirus-Arbeitsgruppe des Weißen Hauses angehört. (dpa)

Wieder Corona-Fälle nach Besuch im Brauhaus Neulich in Neukölln

Wegen Corona-Fällen sucht das Gesundheitsamt des Berliner Bezirks Neukölln Besucher einer Kneipe im Schillerkiez. Zwischen dem 16. und 18. Juli sei es im Brauhaus Neulich in der Selchower Straße zu einem «nachgewiesenen Infektionsgeschehen» mit bisher 18 bestätigten Fällen gekommen, teilte das Bezirksamt am Dienstag mit. Gesucht würden nun weitere Gäste, die in dem Zeitraum in dem Lokal waren. «Bisher stehen 68 Gäste und 7 Beschäftigte des Brauhaus Neulich unter Quarantäne.» Der Bezirk hat bei der Nachverfolgung der Kontakte zu kämpfen: Insbesondere würden 41 Gäste gesucht, deren Namensangaben in den Listen vom 16. Juli unvollständig oder falsch seien. Wie der Bezirk weiter erklärte, gibt es Anhaltspunkte, dass die verpflichtende Anwesenheitsdokumentation «nicht zu jedem Zeitpunkt ordnungsgemäß geführt wurde», hieß es. Man müsse davon ausgehen, dass weitere Gäste bisher unerkannt blieben. «Das Bezirksamt Neukölln prüft in diesem Zusammenhang die Einleitung eines Ordnungswidrigkeitsverfahrens.» (dpa)

Freiwillige Tests an Berliner Flughäfen schon diese Woche 

Der Chef der Berliner Flughäfen, Engelbert Lütke Daldrup, rechnet mit ersten freiwilligen Corona-Tests für Rückkehrer aus Risikogebieten noch in dieser Woche. «Wir werden dafür wahrscheinlich einen Terminal-Bereich nutzen», sagte er am Dienstag am Rande des Probebetriebs am neuen Flughafen BER. Die Rückkehrer sollen dorthin unter anderem auch mit Bussen transportiert werden, nachdem sie ihr Gepäck aufgenommen haben. Lütke Daldrup geht für Anfang kommender Woche davon aus, dass die Tests per Verordnung auch verpflichtend werden. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hatte am Montag eine Testpflicht für Einreisende aus solchen Gebieten mit hohen Fallzahlen angekündigt, die voraussichtlich kommende Woche in Kraft treten soll. (dpa)

RKI besorgt über Corona-Fallzahlenanstieg

Abstand, Händehygiene, Alltagsmaske: Nach einem Wiederanstieg der Corona-Infektionszahlen bundesweit hat das Robert Koch-Institut (RKI) die Bevölkerung zum Einhalten der Verhaltensregeln aufgefordert. Die Entwicklung sei sehr beunruhigend, bekräftigte RKI-Präsident Lothar Wieler am Dienstag in Berlin. Es gelte nun zu verhindern, dass sich das Virus wieder rasant und unkontrolliert ausbreitet. „Das schaffen wir nur gemeinsam“, sagte Wieler. Menschen seien nachlässig geworden. Zu Tausenden wilde Partys zu feiern, sei „rücksichtlos“ und auch „fahrlässig“, sagte er. Und auch im Urlaub sei vernünftiges Verhalten gefragt.

Im Unterschied zur letzten Zeit mit einzelnen großen Ausbrüchen sei die Lage derzeit diffus, schilderte RKI-Expertin Ute Rexroth. Beobachtet würden Fallzahlenanstiege in unterschiedlichen Kommunen und Gemeinden - deutschlandweit steckten sich wieder mehr Menschen an. Es bestehe die Sorge, dass sich eine Trendumkehr andeuten könne. Wieler betonte: Ob es sich um den Beginn einer möglichen zweiten Welle handle, könne man nicht wissen - aber es könne sein. (dpa)

Corona-Impfstoff: Biontech und Pfizer starten Tests an bis zu 30.000 Probanden

Das Mainzer Biopharma-Unternehmen Biontech und sein US-Partner Pfizer haben die Erlaubnis der US-Behörden zum Start der Phase-2/3-Studie ihres Corona-Impfstoffkandidaten erhalten. Die Tests an bis zu 30.000 Probanden im Alter zwischen 18 und 85 Jahren werden demnach in 120 Studienzentren weltweit durchgeführt, unter anderem auch in Deutschland, wie Biontech am Dienstag in Mainz mitteilte. Das bereits Mitte Juli bekannt gegebene Ziel, das Zulassungsverfahren im Oktober dieses Jahres einzuleiten, wurde zudem bekräftigt.

Demnach sollen im Erfolgsfall bis Ende 2020 zunächst 100 Millionen Dosen weltweit geliefert werden. Bis Ende 2021 streben Biontech und Pfizer an, mehr als 1,3 Milliarden weitere Impfdosen bereitzustellen. Die beiden Forschungspartner hatten den USA erst kürzlich in einem ersten Schritt bei Vorliegen einer entsprechenden Notfallgenehmigung zunächst 100 Millionen Impfstoffdosen und weitere bis zu 500 Millionen Dosen als optionale Nachorderung zugesagt. Auch mit Großbritannien gibt es eine erste Liefervereinbarung. (dpa-AFX)

Erster deutscher Corona-Patient hat keine schützenden Antikörper mehr

Ein als erster deutscher Corona-Patient geltender Webasto-Mitarbeiter hat bereits drei Monate nach seiner Ansteckung keine gegen eine erneute Ansteckung schützenden Antikörper mehr in sich getragen. „Seit April habe ich keine neutralisierenden Antikörper mehr“, sagte der namentlich nicht benannte Mann in einem von Webasto am Montag veröffentlichten Interview. Von seiner Erkrankung an der neuartigen Lungenerkrankung Covid-19 habe er aber keinerlei Nachwirkungen, er habe „Riesenglück“ gehabt.

Der Mitarbeiter des Unternehmens aus Stockdorf war am 27. Januar positiv auf das neuartige Coronavirus getestet worden. Er sei damals vor allem um seine schwangere Frau und seine kleine Tochter besorgt gewesen, die aber ebenso wie andere Familienmitglieder oder Freunde sich nicht bei ihm angesteckt hätten.

„Das ist für mich bis heute nicht nachvollziehbar, da ich eine volle Woche unbewusst dieses Virus in mir hatte und ich normal mit meiner Familie und Freunden zusammen war.“ Es seien aber alle zweimal getestet worden, alle Tests seien negativ ausgefallen.

Der erste deutsche Corona-Patient war 19 Tage im Krankenhaus, ihm gehe es heute bestens. Angesteckt habe er sich während einer einstündigen Besprechung bei einer Kollegin aus China. (AFP)

+++ 27. Juli +++

Corona-Tests bei Einreise aus Risikogebieten sollen Pflicht werden

Reiserückkehrer aus Corona-Risikogebieten sollen sich künftig auf das Virus testen lassen müssen. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn sagte der Deutschen Presse-Agentur am Montag, er werde «eine Testpflicht für Einreisende aus Risikogebieten anordnen». Dies diene dem Schutz aller Bürgerinnen und Bürger. «Wir müssen verhindern, dass Reiserückkehrer unbemerkt andere anstecken und so neue Infektionsketten auslösen», sagte der CDU-Politiker. Die Tests sollen für die Reisenden kostenfrei sein. Spahn teilte die Pläne seinen Amtskollegen aus den Bundesländern in einer Schaltkonferenz mit. Grundlage der Testpflicht ist demnach eine Regelung des Infektionsschutzgesetzes. Sie bezieht sich auf eine epidemische Lage von nationaler Tragweite, die der Bundestag für Corona festgestellt hatte. Damit kann das Bundesministerium Personen, die nach Deutschland einreisen und die wahrscheinlich einem erhöhten Infektionsrisiko ausgesetzt waren, verpflichten, sich ärztlich untersuchen zu lassen. Die entsprechende Verordnung soll voraussichtlich in der nächsten Woche in Kraft treten.

US-Corona-Impfstoffkandidat geht in heiße Testphase

Im Rennen um einen Corona-Impfstoff geht in den USA ein aussichtsreiches Mittel in die heiße Phase seiner Erprobung. Eine klinische Phase-III-Studie mit 30 000 Probanden zu einem Impfstoffkandidaten der US-Biotech-Firma Moderna habe begonnen, teilte die zuständige Gesundheitsbehörde NIH am Montag mit. Die erste Test-Impfung eines Patienten in der Stadt Savannah in Georgia am Montagmorgen sei ein "historisches Ereignis" und die Geschwindigkeit der Entwicklung ein US-Rekord, sagte der US-Top-Immunologe und Regierungsberater Anthony Fauci. Erste Ergebnisse könnten möglicherweise im November vorliegen. In einer Phase-III-Studie wird überprüft, ob ein Impfstoff tatsächlich vor einer Infektion schützt. (dpa)

9019 Corona-Fälle in Berlin - Zahl steigt um 19

Die Zahl der bestätigten Coronavirus-Infektionen in Berlin ist von Sonntag auf Montag um 19 auf nun 9019 Fälle gestiegen. Dies teilte am Abend die Senatsgesundheitsverwaltung mit. Im Krankenhaus isoliert und behandelt werden demnach 43 Personen, davon werden 19 intensivmedizinisch betreut - am Vortag war es noch jeweils ein Mensch mehr. Wie schon am Vortag sind bis zum Montag keine weiteren Menschen im Zusammenhang mit der Erkrankung Covid-19 gestorben. Insgesamt starben seit Beginn der Pandemie 223 Menschen mit Covid-19 in Berlin. (dpa) 

340 registrierte Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Deutschland

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) 340 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet. Allerdings übermittelten zwei Bundesländer - Baden-Württemberg und Sachsen - keine Daten, wie das RKI am Montagmorgen auf seiner Webseite schrieb. Seit Beginn der Corona-Krise haben sich mindestens 205 609 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert (Datenstand 27.7., 0.00 Uhr). In Deutschland starben nach den RKI-Angaben bislang 9118 mit dem Virus infizierte Menschen - seit dem Vortag kamen keine neuen Todesfälle hinzu. Bis Montagmorgen hatten 190 400 Menschen die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden. (dpa)

Regierung: Zahl der Neuinfektionen bis Herbst auf Tiefststand bringen

Die Bundesregierung hat die Bürger zu einem verantwortungsbewussten Handeln gerade auch im Urlaub aufgerufen, um die zuletzt gestiegenen Infektionszahlen wieder zu drücken. Am Ende der Sommerzeit müsse man möglichst einen «Tiefststand an Infektionen» haben, um dann auch im Herbst und Winter gut durch die Pandemie kommen zu können, sagte Kanzleramtsminister Helge Braun am Montag in Berlin - ein halbes Jahr nach der bestätigten ersten Infektion in Deutschland. Zugleich deutete er an, dass auf Urlaubsrückkehrer aus Risikogebieten voraussichtlich verpflichtende Corona-Tests zukommen werden. Bei den Bundesländern gebe es dafür eine große Bereitschaft. (dpa)

Maskenverweigerung im Flugzeug: Frauen zahlen je 1000 Euro Bußgeld

Zwei Frauen haben sich geweigert, im Flugzeug eine Maske zu tragen - und deshalb je 1000 Euro Bußgeld gezahlt. Während des Fluges von Budapest nach München habe das Bordpersonal die 37-jährigen Zwillingsschwestern mehrmals aufgefordert, eine Mund-Nase-Bedeckung aufzusetzen, teilte die Polizei am Montag mit. Laut Aussagen der Flugbegleiter zeigten sie stattdessen dem Kabinenchef den Mittelfinger. Nach der Landung in München am Freitag nahm die Polizei die Schwestern am Flughafen in Empfang. Nachdem die Frauen das Bußgeld bezahlt hatten, durften sie gehen. Allerdings wartet auf sie noch ein Strafverfahren wegen Beleidigung. (dpa)

Neue Corona-Fälle in Da Nang: Vietnam fliegt 80.000 Urlauber aus

Nach neuen Corona-Infektionen in der Küstenstadt Da Nang lassen die vietnamesischen Behörden 80.000 Menschen aus der Millionenmetropole ausfliegen. Bei den meisten handele es sich um inländische Touristen, die in den nächsten Tagen mit Hunderten Flügen in elf vietnamesische Städte gebracht werden sollen, berichteten staatliche Medien am Montag. Auch öffentliche Veranstaltungen, Feste und religiöse Zusammenkünfte wurden in Da Nang wieder verboten. Zuvor hatte das südostasiatische Land fast 100 Tage lang keine lokale Infektion mit dem Coronavirus gemeldet - seit dem Wochenende seien es nun bereits elf, teilte das Gesundheitsministerium mit.

Ein neuer Corona-Fall in Brandenburg

Das zweite Mal in Folge ist in Brandenburg innerhalb eines Tages nur ein bestätigter Corona-Fall neu gemeldet worden. Er wurde im Landkreis Teltow-Fläming registriert, wie das Gesundheitsministerium mit Stand 8 Uhr berichtete. Insgesamt sind dort 185 bestätigte Infektionen gemeldet. Auch am Sonntag gab es laut Ministerium nur einen gemeldeten Fall, aus dem Landkreis Oder-Spree. Seit März sind damit offiziell 3545 Menschen in Brandenburg mit dem Erreger Sars-CoV-2 infiziert worden, 173 Menschen starben im Zusammenhang an oder mit dem Virus. Die Zahl der Erkrankten liegt unverändert bei etwa 90. Aktuell werden fünf Menschen im Krankenhaus behandelt, davon werden zwei intensivmedizinisch beatmet. 3280 Menschen gelten als genesen. (dpa)

340 registrierte Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Deutschland

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) 340 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet. Damit waren seit Beginn der Corona-Krise mindestens 205.609 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert, wie das RKI am Montagmorgen meldete (Datenstand 27.7., 0.00 Uhr). In Deutschland starben nach den RKI-Angaben bislang 9118 mit dem Virus infizierte Menschen - seit dem Vortag kamen keine neuen Todesfälle hinzu. Bis Montagmorgen hatten 190.400 Menschen die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden. (dpa)

WHO: Risiko neuer Corona-Infektionen steigt, wenn es kühler wird

Das Risiko neuer Corona-Infektionen steigt nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO), wenn die Urlaubszeit zu Ende geht und es kühler wird. Das liege daran, dass sich dann wieder mehr Menschen in geschlossenen Räumen statt draußen aufhalten, sagte eine WHO-Sprecherin der Deutschen Presse-Agentur. Ob und wann es aber in welchen Ländern zu einem neuen Anstieg von Infektionen oder einer zweiten Welle komme, sei nicht vorherzusagen.

„Wir wissen, dass das Virus sich draußen weniger effektiv verbreitet als in geschlossenen Räumen, dass gut gelüftete Räume weniger Risiko bergen als schlecht gelüftete und dass das Abstand Halten ebenfalls eine Rolle spielt“, sagte die Sprecherin. „Umweltbedingungen wie Luftfeuchtigkeit, Temperaturen und UV-Strahlung dürften auch eine begrenzte Rolle spielen.“

Die tatsächlichen Übertragungsraten hingen aber vom Verhalten der Menschen und den geltenden Schutzmaßnahmen ab, um das Risiko von Covid-19 und anderen Atemwegserkrankungen, die sich in kälteren Monaten ausbreiteten, einzudämmen. Es könne nötig sein, bereits aufgehobene Maßnahmen vorübergehend erneut zu verhängen. (dpa-AFX)

+++ 26. Juli +++

Reproduktionswert "R" steigt in Berlin sprunghaft auf 1,42

Scheinbar widersprüchliche Signale kommen am Sonntag von der Gesundheitsverwaltung des Senats: Zwar wurden mit zehn neuen Corona-Fällen deutlich weniger Neuinfektionen als in den Tagen zuvor gemeldet. Der Reproduktionswert "R" ist allerdings deutlich angestiegen und erreicht nun einen Wert von 1,42. Noch steht die entsprechende Corona-Warnampel auf Grün. Sollte der Wert auch in den folgenden beiden Tagen einen Wert von mindestens 1,2 erreichen, wird die Ampel auf Rot springen. Die Folge könnten neue Corona-Einschränkungen sein, oder geplante Lockerungen könnten sich verzögern. Allerdings ist das Infektionsgeschehen insgesamt in der Hauptstadt noch auf einem sehr niedrigen Niveau. Im Krankenhaus werden derzeit 44 Corona-Erkrankte behandelt, davon 20 intensivmedizinisch. Fast alle für Corona-Kranke reservierten Intensivbetten stehen weiterhin leer. (BK)

Forschungsministerin Karliczek verspricht Corona-Impfstoff für jeden -Experte widerspricht

Die Bundesregierung erwartet bei der Entwicklung eines Corona-Impfstoffs in Deutschland keine Engpässe. "Wir sind dabei, die Produktionskapazitäten in Deutschland zu erhöhen", sagte Forschungsministerin Anja Karliczek (CDU) der "Bild am Sonntag". "Wenn ein Impfstoff gefunden ist, wird jeder Deutsche, der es will, auch geimpft werden können. Das müssen wir schaffen und das werden wir schaffen."

Aus der Wissenschaft gibt es Zweifel an solchen Versprechen. Der Experte Jonas Schmidt-Chanasit vom Hamburger Bernard-Nocht-Institut für Tropenmedizin (BNITM) hält die Äußerung der Ministerin für unrealistisch. "Ich verstehe nicht, wie man bei diesem hochkomplizierten Thema zu so einer Aussage kommt", sagte der Virologe der Deutschen Presse-Agentur. "Das geht vollkommen an der Realität vorbei."

Weltweit suchen derzeit mehr als 170 Projekte nach Corona-Impfstoffen. Zuletzt hatten mehrere Forscherteams vielversprechende Zwischenergebnisse veröffentlicht. Allerdings rechnen Experten mit einem marktfähigen Impfstoff frühestens im kommenden Jahr. (dpa)

Dehoga-Präsident fordert mehr Freiraum für Familienfeiern

Geht es nach dem Deutschen Hotel- und Gaststättenverband Brandenburg (Dehoga), sollten Familienfeiern in Restaurants ein Stück mehr der Lebenswirklichkeit angepasst werden. Man könne Gästen immer schlechter vermitteln, dass sie sich «vor der Haustür und im Garten herzen und zusammensitzen» und anschließend im Lokal auseinander sitzen müssten, sagte Präsident Olaf Schöpe am Samstag der Deutschen Presse-Agentur auch mit Blick auf die bevorstehenden Einschulungsfeiern. Er bekomme zahlreiche Anrufe von gastronomischen Einrichtungen, die nicht wüssten, wie sie diesbezüglich mit den Gästen umgehen sollten. «Ich weiß da auch keinen richtigen Rat.» Familienfeiern sollten deshalb mehr Freiraum bekommen, forderte der Dehoga-Präsident.

Die Einschränkungsverordnung wegen der Corona-Pandemie in Brandenburg für Gäste in Restaurants besagt, dass wer aus der gleichen Wohnung kommt, auch an einem Tisch sitzen darf. Wer aus einem anderen Haushalt kommt, muss Abstand von mindestens 1,50 Meter zum nächsten Gast einhalten. Bars sind weiter geschlossen. (dpa)

Australien: So viele Corona-Tote wie noch nie binnen 24 Stunden

Erstmals seit Beginn der Pandemie sind in Australien innerhalb von 24 Stunden zehn Menschen an den Folgen einer Corona-Infektion gestorben. Das sagte der Regierungschef des Bundesstaates Victoria, Daniel Andrews, am Sonntag vor Journalisten. Alle neuen Todesfälle seien in Victoria registriert worden. Außerdem seien am Samstag 459 Neuinfektionen in Victoria - wo auch die Millionenmetropole Melbourne liegt - hinzugekommen.

Andrews ließ eine mögliche Verlängerung des vor knapp drei Wochen verhängten Lockdowns für den Bundesstaat im Südosten des Landes offen. Eigentlich soll dieser Mitte August auslaufen. Der Politiker forderte die Bevölkerung auf, in der Öffentlichkeit Masken zu tragen. „Hier geht es nicht um Menschenrechte“, sagte Andrews laut der Deutschen Presse-Agentur. „Es gibt zehn Familien, die in den nächsten Tagen jemanden beerdigen werden. Tragen Sie eine Maske. Das ist nicht zu viel verlangt.“ (tn)

Corona-Masseninfektion in Niederbayern - 174 Erntehelfer angesteckt

Nach einer Corona-Masseninfektion auf einem großen Bauernhof im niederbayerischen Mamming stehen fast 500 Menschen unter Quarantäne und dürfen den Betrieb nicht mehr verlassen. Ein Sicherheitsdienst überwacht das Ausgehverbot. Insgesamt 174 Erntehelfer wurden bei der Reihenuntersuchung positiv auf den Corona-Erreger Sars-Cov2 getestet, wie das Landratsamt Dingolfing-Landau am Samstagabend mitteilte. Zuvor hatten sich in dem Betrieb bereits sieben Mitarbeiter infiziert - dies war der Anlass des Reihentests. (dpa)

Nun auch Update für Corona-Warnapp auf iPhones bereitgestellt

Nach Aktualisierungsproblemen bei der Corona-Warn-App auch auf iPhones haben die Entwickler am Wochenende ein Update im Apple Store bereitgestellt. Nutzer sollten sich dort die Version 1.1.2. der App herunterladen, wie Deutsche Telekom und SAP mitteilten. Zuvor hatten die Entwickler bereits ein Update für Handys der Hersteller Samsung und Huawei mit Android-Betriebssystem bereitstellen müssen. Auch bei diesen gab es ein Aktualisierungsproblem.

Laut Telekom und SAP wurde für das ähnliche Problem bei iPhones nun ebenfalls eine Lösung gefunden. Die App habe aber immer funktioniert und auch stets automatisch anonyme Codes mit anderen Nutzern ausgetauscht, hieß es in einer gemeinsamen Erklärung. Auch die Liste der positiv Getesteten sei aktualisiert worden und es seien Warnungen erfolgt - dies allerdings nicht immer automatisch im Hintergrund, sondern nur, wenn die App geöffnet wurde. (AFP)

Gut 1140 Teilnehmer wollen bislang Corona-Konzert in Leipzig besuchen

Knapp einen Monat vor Beginn einer Corona-Studie mit Popmusiker Tim Bendzko (35) haben sich mehr als 1140 Teilnehmer gefunden. Das geht aus Angaben auf dem Internetauftritt des Projekts hervor. Insgesamt werden gut 4000 Probanden gesucht. Bei einem besonderen Konzert mit dem Berliner Musiker («Nur noch kurz die Welt retten») wollen Forscher der Unimedizin Halle mehr über Großveranstaltungen in Corona-Zeiten herausfinden. Gesucht werden gesunde Freiwillige, die zwischen 18 und 50 Jahre alt sind.

Interessierte können sich über den Internetauftritt des Projekts «Restart-19» anmelden. Hauptziel der Forscher ist es, ein mathematisches Modell zu entwickeln, mit dem das Risiko eines Corona-Ausbruchs nach Großveranstaltungen in Hallen berechnet werden kann. Zudem soll ermittelt werden, mit wie vielen anderen Menschen ein Konzertbesucher auch bei der Anreise in Kontakt kommt. (dpa)

Ein neuer Corona-Fall in Brandenburg

Innerhalb eines Tages ist in Brandenburg eine neue bestätigte Infektion mit dem Coronavirus hinzugekommen. Wie das Gesundheitsministerium am Sonntag mit Stand 10.00 Uhr berichtete, wurde der neue Fall aus dem Landkreis Oder-Spree gemeldet. Insgesamt sind dort 151 Infektionen registriert. Damit haben sich seit März offiziell 3544 Menschen in Brandenburg mit dem Erreger Sars-CoV-2 infiziert, 173 Menschen starben seitdem; 3280 Menschen gelten als genesen. Die Zahl der Erkrankten liegt unverändert bei etwa 90.

Nach wie vor sind aus der Landeshauptstadt Potsdam mit 658 derzeit landesweit die meisten bestätigten Corona-Fälle gemeldet worden, gefolgt vom Kreis Potsdam-Mittelmark mit 554 und dem Kreis Barnim mit 450 Fällen. Mit 31 Infizierten wurde im Landkreis Prignitz die landesweit geringste Zahlen registriert. (dpa)

Britische Spanien-Urlauber müssen in Quarantäne: Auch Minister betroffen

Wegen der wieder steigenden Corona-Infektionszahlen in Spanien hat Großbritannien am Sonnabend eine zweiwöchige Quarantäne-Pflicht für Spanien-Urlauber erlassen. Die neue Regelung gilt bereits ab diesem Sonntag.

Laut britischen Medien hat der Beschluss auch den Verkehrsminister des Landes kalt erwischt. Demnach befindet sich Verkehrsminister Grant Shapps derzeit ausgerechnet in Spanien im Urlaub, während seine Kollegen daheim am Sonnabend die Maßnahme beschlossen.

„Zahlreiche Minister dürften im Vorhinein gewusst haben, dass die Möglichkeit besteht, dass eine Quarantäne für Urlauber aus Spanien verhängt wird“, kommentierte die Labour-Abgeordnete Diane Abbott laut der Nachrichtenagentur AFP den Vorgang. „Aber offenbar hat sich niemand die Mühe gemacht, Grant Shapps Bescheid zu sagen.“ (tn)

44 Corona-Fälle in österreichischem Touristenort St. Wolfgang

Im österreichischen Touristenort St. Wolfgang steigt die Zahl der Corona-Infizierten immer weiter an. Bis Samstagabend wurden 44 Fälle bestätigt, wie die österreichische Nachrichtenagentur APA unter Berufung auf die Behörden des Bundeslands Oberösterreich berichtete. Unter den Infizierten seien Mitarbeiter von einer ganzen Reihe von Tourismus-Betrieben, bislang sei aber nur ein Urlauber betroffen.

Die Behörden hatten in dem Ort am Wolfgangsee im oberösterreichischen Salzkammergut im Laufe des Samstags 628 Abstriche genommen. Getestet wurden Mitarbeiter von Tourismus-Betrieben, Gäste und Einheimische. Bis Samstagabend wurden 258 Tests ausgewertet. Die restlichen Testergebnisse sollten am Sonntagnachmittag vorliegen. Von Infektionen betroffen sind laut APA sieben Hotels, eine Pizzeria und zwei Bars in St. Wolfgang.

Die Behörden gehen davon aus, dass die Infektionen vor allem auf Praktikanten zurückgehen. "Die infizierten Praktikanten waren auf unterschiedliche Quartiere verteilt untergebracht und wohnten vielfach in Doppel- und Dreibettzimmern", sagte der Chef der Tourismus-Gesellschaft Wolfgangsee, Hans Wieser, der APA. Die Praktikanten trafen sich demnach auch in ihrer Freizeit, unter anderem in den beiden Bars, die inzwischen geschlossen wurden. (AFP)

305 neue Corona-Fälle in Deutschland, keine weiteren Covid-19-Toten

Das Robert-Koch-Institut (RKI) in Berlin hat die Zahl der in Deutschland mit dem Coronavirus infizierten Menschen am Sonntag mit 205.269 angegeben - ein Plus von 305 seit dem Vortag. Die in der US-Stadt Baltimore ansässige Johns-Hopkins-Universität (JHU) meldete 206.278 Infizierte.

Das RKI, das nur die elektronisch übermittelten Zahlen aus den Bundesländern berücksichtigt und seine Aufstellung einmal täglich aktualisiert, registrierte keine weiteren Todesfälle - die Zahl der mit oder an dem Coronavirus Verstorbenen betrug unverändert 9118. Die JHU zählte 9124 Tote. Die Zahl der Genesenen lag laut RKI bei etwa 190.000. (AFP)

Nordkorea riegelt Grenzstadt nach Corona-Verdachtsfall ab

Wegen eines ersten offiziellen Corona-Verdachtsfalls im Land hat Nordkorea aus Furcht vor einer Katastrophe eine Großstadt komplett abgeriegelt. Trotz strengster epidemiologischer Abwehrmaßnahmen in den vergangenen sechs Monaten "könnte das bösartige Virus in das Land eingeschleppt worden sein", berichteten die Staatsmedien am Sonntag. Für die Region um die Grenzstadt Kaesong sei der Notstand verhängt worden. Die kommunistische Führung rief die höchste Alarmstufe aus.

Sollte sich der Verdachtsfall bestätigen, wäre es der erste offizielle Infektionsfall mit Sars-CoV-2 in dem abgeschotteten Land. Nordkorea hatte bisher nach eigenen Angaben keine einzige Infektion registriert und seine Abwehrmaßnahmen als "leuchtenden Erfolg" beschrieben. Die Angaben wurden im Ausland bezweifelt. (dpa)

Studie: Corona bedroht 158.000 Jobs in Europas Textilindustrie

Die Folgen der Corona-Krise bedrohen nach einer aktuellen Studie des Kreditversicherers Euler Hermes mehr als 150 000 Arbeitsplätze in der europäischen Textil- und Bekleidungsindustrie. «Wir gehen davon aus, dass trotz der zalreichen Unterstützungsmaßnahmen etwa 13.000 Unternehmen in Europa bis Ende 2021 verschwinden und damit rund 158.000 Jobs in der europäischen Textilindustrie in Gefahr sein dürften», fasste der Deutschland-Chef von Euler Hermes, Ron van het Hof, das Ergebnis zusammen.

Danach dürften die Umsätze der europäischen Textil- und Bekleidungshersteller in diesem Jahr aufgrund der Corona-Pandemie um rund 19 Prozent einbrechen. Zwar werde schon im kommenden Jahr der Umsatz der Branche wieder spürbar zunehmen. «An das Vorkrisenniveau dürfte er aber wohl nicht vor 2023 anknüpfen», sagte der Euler-Hermes-Branchenexperte Aurélien Duthoit.

Die Textilindustrie in Deutschland dürfte der Studie zufolge noch mit einem blauen Auge davon kommen. Hier werde der Umsatzeinbruch mit 12 Prozent deutlich geringer ausfallen als etwa in Italien und Frankreich. Die Gründe dafür seien zum einen der wesentlich kürzere und weniger strikte Lockdown und die vergleichsweise schnellere Wiedereröffnung der textilen Einzelhandelsgeschäfte. Zum anderen spiele aber auch der höhere Anteil an industrieller Textilherstellung eine Rolle, betonte der Kreditversicherer. Dadurch sei die Abhängigkeit vom kriselnden Modehandel geringer. (dpa)