Absperrungen und Drohnenflüge

Rügen: 50-Meter-Riss in Steilküste bei Sellin

Die Steilküsten Rügens verändern sich ständig. Die Behörden müssen das im Blick behalten - so wie aktuell in Sellin.

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Mecklenburg-Vorpommern: Risse an der Steilküste in Sellin auf Rügen.
Mecklenburg-Vorpommern: Risse an der Steilküste in Sellin auf Rügen.Philip Dulian/dpa

Alarm an der Steilküste bei Sellin auf Rügen. Dort hat sich – auch witterungsbedingt – ein Riss ausgeweitet und vergrößert. Er sei jetzt bereits etwa 50 Meter lang, sagte Amtsleiter Arne Fründt vom Amt Mönchgut-Granitz.

Es habe sich eine 50 mal 20 Meter große Scholle gebildet, die irgendwann abzubrechen drohe. Als Konsequenz habe man den Weg oberhalb des Steilufers weiter ins Landesinnere verlegt und entsprechende Absperrungen errichtet. Eine Drohne erkundete den Riss näher. Kommt es jetzt zu einem gewaltigen Erdrutsch?

Die Steilküste ist in diesem Bereich immerhin etwa 60 Meter hoch. Aktive Küstenbereiche mit Abbrüchen gibt es viele auf Rügen. „Aber in dem Bereich ist es natürlich noch ein bisschen anders, weil da stand ja ein ehemaliger Bunker, der drohte ja abzurutschen“, erklärte Fründt. Daher sei er entfernt worden. Weil der Bereich dadurch weniger bewachsen und sandiger sei, „ist da oben natürlich viel mehr Bewegung als in Strandabschnitten, die bewachsen sind“.

Dieter Teetz (l.), Ordnungsamt Außendienstmitarbeiter, und Arne Fründt, Amtsleiter Mönchgut-Granitz, starten die Drohne zur Überprüfung der Risse an der Steilküste von Sellin.
Dieter Teetz (l.), Ordnungsamt Außendienstmitarbeiter, und Arne Fründt, Amtsleiter Mönchgut-Granitz, starten die Drohne zur Überprüfung der Risse an der Steilküste von Sellin.Philip Dulian/dpa

Niederschläge und Frost setzen der Steilküste zu

Niederschläge und Frost führen nach Aussage Fründts zu mehr Abbrüchen, unter anderem weil der Boden durch die Feuchtigkeit schwerer werde und sich Schollen durch Frost eher abtrennten. Akut bestehe im nun betroffenen Bereich keine Gefahr. Fründt vermutet aber, dass sich die Scholle entweder weiter absenkt oder komplett rausbricht, sobald es wärmer wird. Die Steilküste habe hier aber eine vergleichsweise flache Neigung - deshalb sei nicht mit einem abrupten Abrutsch zu rechnen. Der Strand sei weiterhin zugänglich. Warnschilder gibt es hier sowieso.

Die Absperrungen oberhalb der Steilküste seien auch wegen des „Sensationstourismus“ notwendig geworden, der auch wegen der Berichterstattung aufgekommen sei. Menschen gingen bis an die Kante – teilweise mit Fahrrädern. „Das verschärft die Situation dann natürlich.“ Teilweise seien Menschen dort oben auch schon mit Autos an die Küste herangefahren.