Heute vor zwei Jahren heirateten Harry und Meghan. Doch von der Magie von damals ist heute nicht mehr viel übrig geblieben. Foto: Ben Stansall/POOL AFP/AP/dpa

Strahlend blauer Himmel und ein Meer Fähnchen schwenkender Royal-Fans und eine Mischung aus britischer Tradition mit afroamerikanischer Leidenschaft: Als die US-Schauspielerin Meghan Markle (heute 38) und Prinz Harry (heute 35) am 19. Mai 2018 in Windsor heiraten, wird das verschlafene Städtchen an der Themse westlich von London von Zehntausenden Besuchern aus dem In- und Ausland überrannt.

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Die ganze Welt scheint entzückt von diesem Paar: Harry hat sich vom traurigen kleinen Jungen, der mit gesenktem Kopf und geballten Fäusten hinter dem Sarg seiner Mutter hertrottete, über den aufmüpfigen Party-Prinzen zum Hoffnungsträger der britischen Monarchie gewandelt. Er läuft gar seiner Großmutter, Queen Elizabeth II. (94), den Rang als beliebtestes Mitglied der Königsfamilie ab. Meghan gilt als unabhängig, selbstbewusst und als Vertreterin einer neuen Generation von Feministinnen. Gekrönt wurde alles durch die Geburt von Söhnchen Archie vor einem Jahr.

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Harry und Meghan: Schwieriges Verhältnis zur Öffentlichkeit

Doch zwei Jahre später ist der Zauber verflogen. Harry und Meghan haben ihre Verbindungen zum Königshaus teilweise gekappt. Auf die Anrede „Königliche Hoheit“ verzichten sie. Auch die Marke „Sussex Royal“, unter der sie ihre Webseite und ihre Social-Media-Kanäle betrieben, ist nun tabu. Sie leben inzwischen in der Westküstenmetropole Los Angeles in den USA. Harry ist in der Beliebtheitsskala der Royals auf Platz vier gerutscht. Ein Großteil der Briten findet, er sollte nicht mehr finanziell von seinem Vater Prinz Charles unterstützt werden.

Bei der Geburt von Harrys und Meghans Sohn Archie schien die Welt noch in Ordnung. Foto: Toby Melville/PA Wire/dpa

Die Antwort könnte im stets schwierigen Verhältnis von Harry und Meghan zur Öffentlichkeit liegen. Bereits vor der Hochzeit hatte sich Harry in einer ungewöhnlich scharf formulierten Mitteilung über „eine Welle der Beleidigung und Belästigung“ gegen seine damalige Freundin durch die Medien beschwert. Auch der Dauerzwist mit Meghans Vater Thomas Markle tat wohl sein Übriges.

Ob Harry und Meghan von Los Angeles aus dieselbe Magie noch einmal entfesseln können, wie ihnen das bei ihrer Hochzeit gelang, ist ungewiss. Ohne die manchmal wunderlichen Traditionen des britischen Königshauses, seinen Konventionen und Zwängen könnte das möglicherweise schwieriger sein als gedacht. Harry dürfte sich darüber im Klaren sein. Dem US-Magazin „Newsweek“ sagte er einmal: „Echter Mist wäre, in einer Position zu sein, in der man etwas bewegen könnte, aber die Leute hören dir nicht zu.“