Das sächsische Landeshochwasserzentrum warnte bereits vor Überflutungen. Links: Im Örtchen Krippen in der Sächsischen Schweiz bahnte sich das Wasser bereits seinen Weg. Fotos: zVg, Screenshot/umwelt.sachsen.de

Nachdem die Horror-Flut in den vergangenen Tagen den Westen Deutschlands in Atem hielt, scheint es nun den Osten zu treffen: Laut Berichten kam es nach starken Regenfällen und Unwettern bereits zu Überflutungen. An vielen Messstellen der Elbe werden steigende Pegelstände verzeichnet.

In einigen Gemeinden in Ostsachsen wurden bereits Straßen und Keller unter Wasser gesetzt. Verletzt wurde vorerst niemand, wie die Regionalleitstelle auf Anfrage mitteilte. Bisher habe es etwa 40 Einsätze im Landkreis Görlitz und 76 im Landkreis Bautzen gegeben, sagte ein Sprecher am späten Sonnabendnachmittag.

Allerdings dauere der Regen in einigen Regionen an und sei mit weiteren Notrufen zu rechnen. Der Deutsche Wetterdienst hatte vor schweren Gewittern der Stufe 3 von 4 in der Region gewarnt. Die Menschen waren aufgerufen, Fenster und Türen zu schließen und sich möglichst nicht im Freien aufzuhalten.

Der Deutsche Wetterdienst warnte vor schweren Gewittern

Das Landeshochwasserzentrum gab ebenfalls eine Warnung heraus. „Ab den Mittagsstunden ist gebietsweise mit dem erneuten Aufleben der Gewittertätigkeit mit Starkregen bis 40 Liter pro Quadratmeter in einer Stunde zu rechnen“, hieß es. „Mit geringer Wahrscheinlichkeit ist im Stau des Erzgebirges und des Lausitzer Berglandes mehrstündiger Starkregen mit Mengen zwischen 40 und 60 Liter pro Quadratmeter, punktuell bis 80 Liter pro Quadratmeter!“ Mit dem Aufleben der Gewittertätigkeit und Starkregen sei insbesondere in den Gebieten mit bereits erhöhter Bodenfeuchte mit einem sehr schnellen Anstieg der Wasserführung zu rechnen.

Erste Bilder, die den KURIER aus der Sächsischen Schweiz erreichten, zeigen etwa bereits überflutete Straßen in einzelnen Ortschaften. So wurden in der Kleinstadt Bad Schandau bereits erste Straßen geflutet, im Ortsteil Krippen auf der anderen Seite der Elbe bahnten sich die Wassermassen ebenfalls einen Weg durch den Ort, laut Berichten mussten bereits Straßen abgesperrt werden.

Die Region wurde, wie auch viele andere in Sachsen, vom bisherigen Jahrhunderthochwasser im Jahr 2002 schwer getroffen – die Angst vor einem neuen Ansteigen des Wassers dürfte deshalb groß sein.