Mitglieder der ehemals verfeindeten Rockerclubs Hells Angels und Bandidos bei einer gemeinsamen Trauerfeier. Foto: Imago/Nils Meilvang

Die als besonders freiheitsliebend bekannten Mitglieder des Rockerclubs Bandidos MC haben auf ihrer Website ein Statement zu den Corona-Verordnungen veröffentlicht. Anlass des Statements war ein aufgrund der Verordnungen abgesagtes Treffen des Motorradclubs am Gardasee.

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In dem Statement heißt es:„ Die Einschränkungen durch Corona, die von einem kleinen Regierungsestablishment in europäischen Staaten vorgenommen werden, wirken sich auf zahlreiche Menschen hinsichtlich ihres Verhaltens im gesellschaftlichen Leben äußerst negativ aus.“ Und weiter: „Nicht zuletzt tun die Regierungen dies durch das Schüren von Ängsten vor dem Virus.“

Eine medizinische Begründung für ihre Einstellung liefern die Rocker nicht. Stattdessen heißt es weiter: „Bandidos sind jedoch nicht dafür gemacht, Ängste zu haben, sondern eher für die Verbrüderung“. Zudem seien Bandidos hartnäckig. Deshalb habe man für die abgesagte traditionelle Gardalake-Party im Mai 2020 einen „frühestmöglichen Ersatztermin“ organisiert.

Sechs neue Chapter des Bandidos MC in Europa

So habe man am 18. und 19. September letzten Jahres „als Brüder aus verschiedenen Ländern die Gelegenheit“ genutzt, aus der „sozial destruktiven sogenannten neuen Normalität“ auszubrechen und sich zu versammeln“, um „Brüderlichkeit und Freiheit als die einzig wahre Religion“ zu feiern.

Während es in Berlin und Deutschland in der letzten Zeit im Vergleich zu früheren Jahren ruhig war, expandieren die Clubs in anderen europäischen Ländern weiterhin. So wurden seit Dezember 2020 sechs neue Chapter des Bandidos MC gegründet: je eines in Italien, in Finnland, in Norwegen sowie in Holland, zwei weitere in Ungarn. Drei der neuen Chapter sind Prospect Chapter, drei sind Full Chapter.