Polizisten suchen nach Spuren der Schießerei auf dem Hamborner Altmarkt. Hier ist ein Streit im Rocker-Milieu eskaliert.
Polizisten suchen nach Spuren der Schießerei auf dem Hamborner Altmarkt. Hier ist ein Streit im Rocker-Milieu eskaliert. Roberto Pfeil/dpa

Die Eskalation eines Streits sorgt für Aufsehen: Immer wieder fallen Schüsse. Zwei Gruppierungen – mutmaßlich aus dem Rocker-Milieu – gehen am Donnerstagabend um kurz vor 21 Uhr auf dem Hamborner Altmarkt in Duisburg aufeinander los. Es gibt Schwerverletzte. Als die von Zeugen alarmierte Polizei eintrifft, löst sich der Mob auf. Wie kam es zu dieser Eskalation?

Offiziell ist das Motiv für den Streit noch unklar. Allerdings habe es in beiden Gruppen sowohl Mitglieder des Clan-Milieus als auch des Rocker-Milieus gegeben, sagte ein Polizeisprecher. Dabei könne man nicht zwischen Opfer und Täter unterscheiden. Zunächst war von 80-100 Personen die Rede gewesen, die auf dem Platz aufeinandergetroffen seien. Die Polizei sprach nun von einer dreistelligen Zahl von Menschen, die sich dort versammelt hätten.

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Waffen statt Worte bei vermeintlicher Aussprache in Duisburg

Wie Bild berichtet, soll ein seit wenigen Tagen schwelender Zoff die Lage herbeigeführt haben. Demnach sein ein Libanese kürzlich aus einem Club geworfen worden sein, weil er Rocker-Brüder bei der Polizei angeschwärzt habe soll. Vor Wut über die Demütigung beleidigte und beschimpfte der Libanese wohl den verantwortlichen Rockerboss und verlangte eine Aussprache.

Zu der kam es dann laut Bild am Donnerstagabend in Duisburg. Statt Worten ließen die Beteiligten schnell Waffen sprechen. Zeugen sprechen von etlichen Schüssen. Mehr als 20 Patronenhülsen seien am Tatort gefunden worden.

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Zwei Verletzte wurden mit Rettungswagen in Krankenhäuser gebracht, zwei weitere flüchteten zunächst und begaben sich später selbst in ärztliche Behandlung. Polizeisprecherin Miriam Url bestätigt in der Bild: „Es sind Schusswaffen eingesetzt worden. Die Auseinandersetzung hat vier Verletzte gefordert.“ Vor allem an Armen und Beinen seien die Opfer verletzt, so Polizeisprecher Stefan Hausch.

Polizei nimmt 15 Menschen in Duisburg fest

„Die Lage ist angespannt, es werden gerade weitere Einsatzmaßnahmen vorbereitet. Es gab auch Anreisen aus anderen Ruhrgebietsstädten, dort gab und gibt es weitere Zusammenrottungen. Mindestens einige Beteiligte sind dem Clan- und Rockermilieu zuzurechnen“ so Polizeisprecher Stefan Hausch.

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Die Polizei nahm 15 Menschen vorübergehend in Gewahrsam. In der Nacht gab es ein Zugriff des SEK in einem Haus, das einer libanesischen Großfamilie gehören soll. Doch das Objekt war leer. Anscheinend waren die Besitzer untergetaucht.