US-Millionär Robert Durst (76) im Gerichtssaal in Los Angeles. Foto: AP

Die Tat liegt fast 20 Jahre zurück. Ende das Jahres 2000 wurde die amerikanische Autorin Susan Berman in ihren Haus bei Los Angeles umgebracht. Nun muss sich der New Yorker Immobilienerbe Robert Durst wegen Mordes vor Gericht verantworten. Er weist diesen (und andere) Vorwürfe zurück. Ein unfreiwilliges Geständnis könnte ihn dennoch in den Knast bringen.  

Seit Mittwoch läuft in Los Angeles der Prozess gegen den 76-jährigen Multimillionär, dessen mutmaßliche Verbrechen Thema einer Serie des Senders HBO waren. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, seine enge Freundin Susan Berman in ihrem Haus mit einem Schuss in den Hinterkopf getötet zu haben. Er wollte demnach verhindern, dass die Krimiautorin von der Polizei zum Verschwinden seiner Ehefrau Kathleen im Jahr 1982 befragt wird. Auch bei dem Verschwinden seiner Frau steht Durst unter Verdacht. Der weist die Vorwürfe zurück.

Die Beweise machten deutlich, dass Berman ihren Mörder gekannt und ins Haus gelassen habe, sagte Staatsanwalt John Lewin den Geschworenen in seinem Eröffnungsplädoyer. Der Mörder habe zudem eine kryptische Notiz mit Bermans Adresse und dem Wort „Leiche“ an die Polizei von Beverly Hills geschickt, erklärte Lewin. Dursts Verteidiger räumten ein, dass ihr Mandant den Zettel geschrieben habe. Dies bedeute aber nicht, dass er Berman getötet habe.

Durst legt offenbar unbeabsichtigt eine Art Mordgeständnis ab

Durst war 2015 in einem Hotelzimmer in New Orleans festgenommen worden – kurz vor Ausstrahlung des Finales der HBO-Doku „The Jinx: The Life and Deaths of Robert Durst“ („Der Unglücksbringer: Das Leben und die Tode des Robert Durst“). Darin hatte Durst offenbar unbeabsichtigt eine Art Mordgeständnis abgelegt. Der Multimillionär war sich offenbar nicht bewusst, dass das Mikrofon angeschaltet war, als er die Toilette aufsuchte. Dabei murmelte er vor sich hin: „Was zum Teufel habe ich getan? Sie alle umgebracht, natürlich.“

Durst hatte 2001 in Texas seinen Nachbarn im Streit erschossen und dessen Leiche zerstückelt. Zwei Jahre später wurde er überraschend wegen Notwehr freigesprochen. Durst hatte ausgesagt, seinen Nachbarn versehentlich beim Gerangel um die Waffe erschossen zu haben. Zum Zeitpunkt des Mordes lebte der Multimillionär unter falschem Namen in Texas und gab sich als stumme Frau aus.