Joko Winterscheidt (l) und Klaas Heufer-Umlauf unterstützen die Protestbewegung im Iran (Archivfoto). 
Joko Winterscheidt (l) und Klaas Heufer-Umlauf unterstützen die Protestbewegung im Iran (Archivfoto).  dpa/Daniel Karmann

Zwei der bekanntesten Entertainer Deutschlands unterstützen die systemkritische Protestbewegung im Iran mit geballter Aufmerksamkeit: Joko und Klaas haben ihre persönlichen Instagram-Accounts „für immer“ an zwei iranische Aktivistinnen verschenkt - es geht dabei um zusammen fast zwei Millionen Follower.

Die beiden ProSieben-Moderatoren kündigten die Solidaritätsaktion am Mittwochabend in der Sendung „Joko und Klaas 15 Minuten live“ an. Zuvor hatten sie alle ihre eigenen Posts gelöscht. Minutenlang brachte ProSieben zur besten Sendezeit Aufnahmen der Proteste im Iran und Bilder davon, wie brutal Sicherheitskräfte dagegen vorgehen.

Im Netz gab es danach viele positive Kommentare und Reaktionen auf die Aktion von Joko und Klaas.

Auf dem Konto von Joko Winterscheidt (43) postet in Zukunft Frauenrechtsaktivistin Azam Jangravi, die nach einem Protest gegen das Kopftuchgebot im Iran fliehen musste. Das Konto von Klaas Heufer-Umlauf (39) wird von Sarah Ramani von der Bewegung „The Voice of the Streets“ (Stimme der Straße) für Botschaften genutzt. „Wir können nicht mit Europas Regierungen sprechen, aber ihr könnt es“, appellierte Sarah Ramani, die ihr Gesicht nicht zu zeigen wagte.

40 Tage nach dem Tod der jungen iranischen Kurdin Mahsa Amini sind am Mittwoch im Iran Menschenmassen auf die Straßen gegangen. In ihrer Heimatstadt Saghes strömten Menschen entlang einer Straße zum Grab, wie medien berichteten. Dieses Foto, das auf Twitter veröffentlicht wurde,  zeigt eine junge Frau ohne Kopftuch  bei den Protesten.  
40 Tage nach dem Tod der jungen iranischen Kurdin Mahsa Amini sind am Mittwoch im Iran Menschenmassen auf die Straßen gegangen. In ihrer Heimatstadt Saghes strömten Menschen entlang einer Straße zum Grab, wie medien berichteten. Dieses Foto, das auf Twitter veröffentlicht wurde,  zeigt eine junge Frau ohne Kopftuch  bei den Protesten.   afp/UGC

Joko: Die Proteste sollen wahrnehmbar bleiben 

„Jeden Tag ändert sich so wahnsinnig viel“, sagte Joko. „Und wenn unsere Aufmerksamkeit effektiv sein soll, muss sie nachhaltig und verlässlich sein. Wir möchten, dass die Proteste in unserer Welt wahrnehmbar bleiben und unser gemeinsames Hinschauen Teil der internationalen Druckkulisse wird, die sich gerade im Netz formiert.“

Joko und Klaas verschenken ihre eigenen Reichweiten für immer

Deswegen, so Klaas, verschenke man die eigene Reichweite an die zwei Frauen, „und zwar für immer“. Alles, was ihm und Joko zum Posten einfalle, sei im Vergleich zu den Protesten im Iran nicht viel wert. Das Schlimmste, was geschehen könne, sei, dass niemand hinschaue.

Auslöser der Massenproteste im Iran war der Tod der 22 Jahre alten iranischen Kurdin Mahsa Amini. Die Sittenpolizei hatte sie festgenommen, weil sie gegen die islamischen Kleidungsvorschriften verstoßen haben soll. Die Frau starb am 16. September in Polizeigewahrsam. Seit ihrem Tod demonstrieren landesweit Tausende gegen den repressiven Kurs der Regierung sowie das islamische Herrschaftssystem.