Polizisten verlassen eine Villa in Leverkusen. Zuvor hatten sie die Tür aufgesprengt und die Bewohner festgenommen. Foto: dpa/Marcel Kusch

Es war ein martialischer, filmreif inszenierter Auftritt der Polizei in NRW. Mit einem Panzer wurde das Tor einer Villa in Leverkusen aufgerammt, dann wurde die Eingangstür gesprengt, ehe schwer bewaffnete Beamte ins Haus eindrangen. Das Ziel offenbar: ein hochrangiges Mitglied der Familie Al-Zein, die in verschiedene Bereiche der Organisierten Kriminalität verstrickt ist.

Razzia in NRW: Durchsuchungen in 31 Objekten

Dieser Auftritt war jedoch nur ein kleiner Teil einer großen Razzia der NRW-Polizei am Dienstagmorgen. Nach Angaben von Staatsanwaltschaft und Polizei wurden 31 Objekte in dem Bundesland durchsucht. Laut Mitteilung wurden Haftbefehle vollzogen, Vermögen beschlagnahmt sowie Häuser, Wohnungen, Büros und Geschäfte durchsucht. Dabei ging es in einem Verfahren der Staatsanwaltschaft Düsseldorf um den Verdacht des bandenmäßigen Betrugs und der Geldwäsche.

Allein in der Villa in Leverkusen habe es vier Festnahmen gegeben wie der konservative NRW-Innenminister Herbert Reul mitteilte. Dabei habe es sich um einen Hauptbeschuldigten (46), seine Frau (42), sowie die beiden Söhne des Mannes (24 und 28) gehandelt. Bei dem 46-jährigen handele es sich um „einen der absoluten Top-Leute der Clan-Kriminalität in NRW“, sagte Reul. „Wir haben ihn nicht nur festgenommen, sondern ihm auch sein Zuhause weggenommen. Das ist heute ein Schlag gegen die erste Liga der Clan-Kriminalität.“ Die Villa werde nun im Grundbuch dem Staat übertragen und die Familie ausgetragen. Der Begriff Clan-Kriminalität ist umstritten, da er Menschen mit einer türkischen oder arabischen Migrationsgeschichte stigmatisiert und Racial Profiling begünstigt.

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Bei den Festgenommenen soll es sich um Mitglieder der Al-Zein-Familie gehandelt haben. Ende Januar hatte der langjährige Berliner Clan-Chef, bekannt als „Pate von Berlin“, Deutschland verlassen, bevor er von den Behörden abgeschoben werden sollte.