Standbild von Dawn Gentry aus dem Gerichtssaal vom örtlichen TV-Sender WCPO. Foto: WCPO

Ihr Gericht war ein wahres Freudenhaus. Für eine Justizkommission im US-Bundesstaat Kentucky ist erwiesen, dass die Richterin des Kenton County Familiengerichts einen flotten Dreier mit zwei Mitarbeitern in ihrer Kammer hatte, ihre Angestellten während der Dienstzeit Alkohol trinken ließ und Anwälte benachteiligte, die Sex mit ihr ablehnten. Dafür wurde Dawn Gentry jetzt nach einer Amtsenthebungs-Anhörung gefeuert.

Die juristische Schiedskommission von Kentucky (KJCC) hatte vier Tage lang Zeugen zu Gentrys wildem Gerichtsleben vernommen. Und kam zu dem Ergebnis, dass sie ihren Bürochef Stephen Penrose nur angeheuert hatte, weil sie mit diesem bereits eine Affäre hatte. Laut Aussagen hatten die beiden dann zusammen Sex mit der Sekretärin Laura Aubrey und versuchten, noch weitere Frauen für flotte Dreier anzuwerben.

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Das Verfahren gegen die 39-jährige Gentry wurde wegen einer offiziellen Beschwerde von Penroses Vorgängerin Meredith Smith eingeleitet. Diese war von der Richterin gezwungen worden, von ihrer Position zurückzutreten, damit deren Lover angeheuert werden konnte.

Die KJCC-Kommission fand Beweise dafür – darunter Sexting-SMS und Aussagen anderer Mitarbeiter –, dass Gentry mit Penrose (einem ehemaligen Pastor) eine romantische Beziehung unterhielt und auch Sex während der Dienstzeit hatte. Andere Mitarbeiter sagten aus, dass Gentry ihnen erlaubte, während des Dienstes zu trinken.

Sekretärin Aubrey bestritt bei ihrer Zeugenaussage allerdings tränenreich, jemals Sex mit der Richterin und Penrose gehabt zu haben: „Das war nur ein Gerücht, das wir in die Welt gesetzt haben, damit die Mitarbeiter was zum Tratschen haben.“ Worauf ein Kommissionsmitglied ihr eine eidesstattliche Erklärung von Mitarbeitern entgegenhielt: „Sie hatten sich doch aber mit Gentry und Penrose im Richterzimmer eingeschlossen, und dann wurde das Stöhnen von zwei Frauen vernommen.“ Aubrey: „Das war Penrose, nicht ich. Er stöhnt mit einer hohen Stimme. Es war nur ein Streich.“

Die Anwältin Katherine Schulz sagte dagegen aus, dass sie von Gentry aufgefordert wurde, mit ihr und Penrose die Nacht zu verbringen: „Dawn hat mir im Frauen-WC aufgelauert, mich plötzlich geküsst und mir das Angebot für eine Ménage-à-trois gemacht. Sie machte mir klar, dass ich Ja sagen muss, weil sie sonst gegen mich entscheiden wird.“ Als Schulz ablehnte, sei sie in Folge in Gerichtssachen vor Gentry klar benachteiligt worden.

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Gentry, die alle Vorwürfe gegen sich vehement dementiert, wurde von der Kommission in 10 von 12 Punkten des Amtsmissbrauchs schuldig gesprochen. Nur dass sie selbst im Dienst getrunken hatte und Dienstkonferenzen für Schäferstündchen missbraucht hatte, konnte ihr nicht eindeutig nachgewiesen werden.

Gentrys Anwalt Jeff Lawson hat eine Berufung vor dem Obersten Gerichtshof von Kentucky gegen das Urteil eingelegt: „Das Ganze ist antidemokratisch. In eineinhalb Jahren sind wieder Wahlen und dann könnten die Bürger selbst entscheiden, ob sie den Vorwürfen glauben oder nicht!“