Vorsicht, Shrinkflation!

Mehr Riegel, weniger drin: Verbraucherschutz rechnet mit Rewe-Eis ab

Zum Start in die Eissaison macht die Verbraucherzentrale auf einen Fall von Shrinkflation aufmerksam. Die Kunden reagieren wütend.

Author - Florian Thalmann
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Eine Kundin hält im Supermarkt eine Packung Eisriegel Peanut in der Hand (KI-Illustration). Die Verbraucherzentrale kritisiert das Produkt für sogenannte Shrinkflation.
Eine Kundin hält im Supermarkt eine Packung Eisriegel Peanut in der Hand (KI-Illustration). Die Verbraucherzentrale kritisiert das Produkt für sogenannte Shrinkflation.Illustration: Berliner KURIER

Es gibt einen Begriff, der sich in den vergangenen Jahren im Lebensmittelhandel etabliert hat und den viele Verbraucher fürchten: Shrinkflation. Produkte werden teurer, obwohl der Inhalt weniger wird. Nicht schön – und deshalb oft gut getarnt! Das Portal „Lebensmittelklarheit“ deckte einen Schwindel auf, der vielen auch aufgrund der warmen Temperaturen, die auf uns zukommen, gar nicht schmecken dürfte: Ein beliebtes Eis-Produkt enthält auf den ersten Blick mehr Produkt als vorher. Doch erst bei genauem Hinsehen fällt der Schummel mit dem Eisriegel auf.

Verbraucherschützer kritisieren Schummel bei Eisriegel

Essen Sie bei warmem Wetter gern mal ein Eis? Wer nicht! Wer dafür gern zu den beliebten Eisriegeln „Peanut“ der Rewe-Eigenmarke „Ja!“ griff, den wird diese Änderung gefreut haben: Seit geraumer Zeit sind in der Packung statt der bisherigen fünf gleich sechs Eisriegel enthalten.

Das klingt im ersten Moment sehr freundlich, doch in Wirklichkeit steckt dahinter sogenannte „Shrinkflation“. Die Verbraucherzentrale machte jetzt wieder auf den Schwindel aufmerksam.

Entdeckt wurde das eigentliche Problem der Eisriegel „Peanut“ von einem Kunden, der sich danach beim Portal „Lebensmittelklarheit“ meldete. „Es wurde die Packung Rewe Ja! Peanut Eis verändert und die Stückzahl erhöht von fünf auf sechs“, schrieb der Supermarkt-Einkäufer. „Die länglichere Packung und die größere Stückzahl suggeriert mehr Inhalt als vorher, tatsächlich ist es aber weniger.“ Wie kann das sein? Tatsächlich sind zwar nun sechs Riegel enthalten, das Gewicht hat aber abgenommen.

Rewe hat den Eisriegel Peanut im Sortiment. In der neuen Version sind sechs statt bisher fünf Riegel in der Packung.
Rewe hat den Eisriegel Peanut im Sortiment. In der neuen Version sind sechs statt bisher fünf Riegel in der Packung.zVg

Die Verbraucherzentrale hat sich damit befasst. „Bei fast identischem Verpackungsdesign sind die Füllmenge und die Rezeptur verändert“, heißt es. „Der Karton der neuen Variante ist trotz geringerem Inhalt größer. Die Schauseiten der neuen und alten Verpackung unterscheiden sich durch den Hinweis „5 x“ und „6 x“ sowie den Hinweis „318 ml“ auf der neuen Verpackung.“ Aber: Bei den alten Verpackungen belief sich die Gesamtmenge noch auf 5 mal 70 Gramm, also 350 Gramm.

Zutaten und Gewicht beim Eisriegel verändert

Auch die Zutaten habe man verändert – so seit statt der Vollmilchschokolade nun nur noch eine kakaohaltige Fettglasur enthalten. Das Fazit der Verbraucherschützer: Sie nennen das Vorgehen der Supermarkt-Kette „Intransparent und dreist“. „Rewe bietet auf den ersten Blick vermeintlich mehr Eis an. Tatsächlich ist die Füllmenge geschrumpft und die wertgebende Zutat Schokolade wurde eingespart.“

Ihre Forderung: „Rewe sollte auf der neuen Verpackung deutlich sichtbar darauf hinweisen, dass die Füllmenge reduziert und die Rezeptur verändert wurde.“ Doch auf eine Anfrage der Verbraucherzentrale habe es keine Antwort vom Supermarkt gegeben. Dafür reagieren die Nutzer auf Instagram, wo die Verbraucherzentrale den Fall postete, mit sehr viel Wut.

„Gerade bei Eigenmarken, und da besonders im Preiseinstieg, ist das eine bodenlose Sauerei, die einen massiven Imageschaden bedeuten kann“, schreibt einer. Eine andere: „Bodenlose Frechheit!“ und einer schreibt: „Ich würde mir wünschen, dass der Konsument aufmerksamer ist und so Dinge einfach nicht mehr kauft. Nur so kann der Markt regeln.“

Was halten Sie von solchen Fällen von „Shrinkflation“? Schicken Sie uns Ihre Meinung per Mail an wirvonhier@berlinerverlag.com. Wir freuen uns drauf!